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SWR3 Gedanken

Bei uns ist er schon eine Institution. Der Kreuzweg. Christen aus verschiedenen Kirchengemeinde laufen durch die Stadt und stellen ein Kreuz auf. In dieser Woche ist es wieder soweit. Eine Art Demo, wenn man so will. Aber wir tragen keine Transparente oder Trillerpfeifen. Es ist auch nicht laut, sondern still und besinnlich. Wir tragen nur ein großes Kreuz.  
Und machen an verschiedenen Stationen halt. Zum Beispiel vor der Schule. Einer von uns sagt: Die Schule kann ein Ort des Leids werden. Schüler leiden, wenn sie schlechte Noten bekommen. Wenn sie sich gegenseitig fertig machen mit Worten oder auch mit Schlägen. Oder wenn sie jenseits vom Schulhof auf facebook oder Whatsapp schlechtes über einander posten. Worte, Bilder oder Videos.
Oder wir stehen vor dem Krankenhaus und denken an die, die krank und gebrechlich sind. Oder wir stehen an einem Stolperstein. Das sind diese kleinen Gedenksteine, die im Boden eingelassen sind. Wir lesen den Namen, der auf dem Stein steht und denken an den Mann, der von den Nazis verfolgt, verschleppt und umgebracht wurde.
In dieser Woche ziehen wir wieder durch unsere Stadt. Der Kreuzweg führt uns zu denen, die leiden. Wir halten inne, stellen das Kreuz hin und sprechen ein Gebet. Der Ort wird ein besonderer Ort. Einfach indem wir sagen, was hier passiert und dass hier jemand leidet. Wir gehen nicht drüber hinweg wie sonst. Wir wollen so allen, die an diesen Orten leiden oder gelitten haben ihre Würde geben.

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