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SWR3 Gedanken

Der Präsident im VW-Käfer. So wird José Alberto Mujica Cordano oder kurz „El Pepe“ in Erinnerung bleiben. Bis März 2014 war er Präsident von Uruguay. El Pepe wurde weltweit als der „weltweit ärmste Präsident“ gefeiert. Dabei ist er nicht arm, sondern sehr bescheiden. Er fährt immer noch seinen VW-Käfer Baujahr 1987 und hat von seinem Präsidentengehalt lediglich 10 % Prozent behalten. Den Rest hat er gespendet.
El Pepe war sein Leben lang politisch aktiv. 14 Jahre war er auch im Gefängnis, weil er Teil einer kommunistischen Untergrundbewegung in Uruguay war. Später wurde er rehabilitiert. Und als Präsident blieb er bescheiden. Und gerade dafür wurde er gefeiert. Als der Präsident im VW-Käfer.
So ähnlich wie ihn stelle ich mir Jesus vor. Die Leute haben ihn auch als König gefeiert. Aber er fuhr nicht mit einer Staatskarosse in die Hauptstadt ein. Er ist auf einem Esel geritten. Das erzählt die Geschichte vom heutigen Sonntag, der auch Palmsonntag heißt. Jesus zog auf einem Esel reitend durch die Tore Jerusalems und die Menschenmenge feiert ihn dafür. Sie schwenkten Palmzweige und legte ihre Mäntel Jesus zu Füßen. Allerdings, und das unterscheidet ihn von El Pepe: Jesus wurde weder König noch Präsident. Er wurde einfach erst einmal gefeiert. Weil er bescheiden und gewaltlos war. Weil er Kranke geheilt hat und sich für die eingesetzt hat, die am Rand der Gesellschaft waren.
Die Menschen wollten so einen: Einen, der den Menschen ein gutes Leben ermöglichen will. Und dazu passt eben auch einer, der auf dem Esel reitet. Der bescheiden ist.
El Pepe war Gefangener und ist Präsident geworden. Jetzt, nachdem er zurückgetreten ist, arbeitet er trotzdem als Parlamentarier weiter und nutzt seine Macht, um sich weiterhin für die Armen einzusetzen. Ich glaube, Jesus würde das gefallen.

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