Alle Beiträge

Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
Klicken Sie unten die gewünschte Sendung an.


SWR3 Gedanken

„Land unter“ – im Terminkalender,
in der Planung der Haushaltsarbeit für die Familie,
oder einfach auf dem Schreibtisch.
„Land unter“… – kennen Sie bestimmt auch.
Schnell das Papier für die nächste Sitzung abgreifen: Keine Chance.
Wer weiß denn wohl bitte, wo meine Fahrradsocken rumtrollen?...
Obwohl: Das ist Klage auf ziemlich hohem Niveau –
Wir leben hier einige hundert Meter über NormalNull –
beeinträchtigt höchstens gelegentlich mal durch ein kleines Hochwasser…

Wenn ich „Land unter“ mal mit anderen Ohren höre…
Menschen an den Küsten von Indien oder Sri Lanka oder auf den Philippinen:
hören bei „Land unter“ „Alarm und Schrecken“ und „alles geht dahin“.
Sie erinnern sich an den Katastrophen-Tsunami vor gut zehn Jahren;
oder an den Horror-Zyklon Mitte März über der Inselwelt von Vanuatu …
Sie wissen, dass ihre Existenz bedroht ist – und zwar nachhaltig.
Der Meeresspiegel steigt unaufhaltsam, die Wirbelstürme werden heftiger
wegen Überhitzung – oder sagen wir vorsichtiger:
weil die Überwärmung unserer Erde immer so weiter geht.

Und wie klingt „Land unter“ wohl für die Fischerfamilien auf Siargao:
Die leben in Bambushäusern auf Stelzen direkt am Meer.
Schutz gegen die Stürme boten ihnen früher vor allem Mangrovenwälder;
und die Korallenriffe, die weit ins Meer hinausragen.
Touristen genießen lieber weiße Sandstrände und klares, türkisblaues Wasser.

Misereor, die Fastenaktion der katholischen Kirche macht dieses Jahr
besonders auf die Philippinen aufmerksam –
und fördert mit meiner und Ihrer Spende unter anderen diese Fischerfamilien.
„Mangroven schützen und wieder aufforsten“ heißt ein Projekt:
"Da machen wir die Fehler wieder gut,
die unsere Eltern und Großeltern gemacht haben;
wir pflanzen unsere eigene Zukunft", sagt Jolina, fünfzehn Jahre jung.

Mit den Philippinen und anderen Ländern, wo schon bald Land sein könnte,
kann sich jede und jeder zusammentun –
seltener und weniger Gas geben im Auto – weil das ist besser für’s Klima;
und reichlich spenden für Misereor; das hilft wirklich und direkt dort,
wo’s sonst vielleicht schon bald zu spät sein könnte.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19442