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SWR3 Worte

Wie bleibt man anständig?
Dazu der amerikanische Komponist und Musiker Rhys Chatham:

„Ich reagiere schrecklich emotional,
wenn ich Zeuge des Missbrauchs von Macht werde.
Ich könnte da ganz oft weinen – und ich tue es auch.
Und ich frage mich ernstlich, was da los ist.
Aber eigentlich weiß ich, was da los ist.
Als junger Mann hatte ich einen starken Glauben.
Und wenn dieser Glaube enttäuscht wird,
immer wieder enttäuscht wird, dann komme ich in eine Krise.
Wie gehe ich um mit dieser Lücke zwischen meinem Glauben
und meinen realen Erfahrungen?
Jeder hat da seine eigene Strategie.
Viele verzichten auf ihren Glauben und passen sich an.
Andere entscheiden sich wegzugucken, damit es nicht so weh tut.
Mir aber tut es weh, wenn ich stillhalten muss.
Deshalb mache ich Musik; deshalb mache ich Krach.
Ich ändere vielleicht nichts, aber ich mache Krach.
Ich laufe eben nicht einfach still davon.“

Rhys Chatham: „Statt stillzuhalten, mache ich lieber Krach“;
in: FAZ Nr.288 vom 11.12.14

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