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SWR3 Gedanken

Maria Anna Leenen lebt auf einem alten Hof in der Nähe von Osnabrück. Um sie zu erreichen, fahre ich ausgetretene Feldwege entlang, dann stehe ich vor einem kleinen Haus mit Stall. Gerade sind ihre Ziegen ausgebrochen und wir treiben die Truppe erstmal wieder auf ihre Weide.

Maria Anna Leenen ist Eremitin, also Einsiedlerin. Sie sagt, sie lebt allein vor und mit Gott. Eremiten gibt es schon immer. Allein in Deutschland gibt es aktuell ca. 80 von ihnen. Maria Anna Leenen genießt das Einsiedler-Leben in vollen Zügen. Sie ist angekommen, sagt sie von sich selbst. Und das war ein langer Weg. 

Sie hatte einen gut bezahlten Job und ist viel gereist. Als sie mal ein Jahr in Venezuela war, hat sie ein Buch gelesen und ein Satz lässt sie seither nicht mehr los: „Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben“. Maria Anna Leenen sagt: „Das war meine schlichte, einfache, klare Bekehrung“. Als Eremitin lebt sie zwar allein ziemlich weit weg vom Ort, steht aber mit beiden Beinen mitten in der Welt. Sie hat viele Gruppen zu Besuch und hält Vorträge. 

Wie hält sie dieses Leben aus? Maria Anna Leenen ist getragen von dem Gedanken, den der Apostel Paulus in der Bibel beschreibt: wir sind alle Glieder eines Leibes. Und wenn ein Teil leidet oder glücklich ist, leiden oder freuen sich alle anderen mit. Das heißt, Christen sind miteinander verbunden durch ihren Glauben. Wenn es jemandem schlecht oder gut geht, hat das auch Auswirkungen auf die anderen: sich mitfreuen, mitfühlen, direkt helfen oder füreinander beten.

Maria Anna Leenen betet viel, für sich und andere. So ist sie zwar Einsiedlerin, aber auch Teil der großen christlichen Gemeinschaft und überhaupt nicht allein.

 

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