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SWR2 Wort zum Tag

Hat Ihnen dieses Jahr zu Weihnachten ein Geschenk besondere Freude gemacht? Eines, das Sie verschenkt oder eines, das Sie bekommen haben?
Unser sechsjähriger Sohn hat uns dieses Jahr mit einem besonderen Wunsch überrascht. Nachdem die Päckchen mit Lego und Büchern ausgepackt waren, hat er seine Großmutter plötzlich gefragt: „Oma, bekomme ich auch noch ein Geschenk aus deinem Mund?“. Und auf die erstaunte Nachfrage der Oma hat er erläutert: „Na, eine Geschichte!“ Und natürlich haben sich die beiden etwas später gemütlich aufs Sofa gesetzt und die Oma hat eine ihrer selbst erfundenen Geschichten erzählt.
Ich glaube, das war für beide ein besonders schönes Geschenk…
Unsere Weihnachtsgeschenke sind inzwischen wohl alle übergeben. Gott sei Dank, sagt vielleicht der eine oder die andere von Ihnen. In den Kirchen geht es morgen trotzdem noch einmal ums Schenken. Um den Ursprung des weihnachtlichen Schenkens sogar. Um die drei Weisen aus dem Morgenland, die, vom Stern geführt, zum Jesuskind finden, und ihm ihre Gaben bringen – Gold, Weihrauch und Myrrhe. So erzählt es der Evangelist Matthäus. In Spanien sind es deshalb auch die drei Weisen, die den Kindern die Geschenke bringen – am 6. Januar.
„Ein Geschenk aus deinem Mund“ – seit unser Sohn diesen einigermaßen poetischen Begriff erfunden hat, geht er mir nicht mehr aus dem Kopf. Ob ich wohl auch „Geschenke aus meinem Mund“ verschenken kann – auch wenn ich nicht so gut im Geschichten-Erfinden bin? Ab und zu zumindest? Vielleicht einfach ein freundliches oder aufheiterndes Wort für jemanden, der es gerade gebrauchen kann. Ein Kompliment. Oder eine Anregung zum Nachdenken. Oder auch ein Wort zum Tag, das Mut macht und gut tut?
Ich würde es gerne versuchen. Und mir auch öfter ein solche Wort-Geschenke machen lassen:  Mal wieder ins Theater gehen, mir etwas vorlesen oder erzählen lassen: eine gute Geschichte – eine neue oder vielleicht auch eine ganz alte, so wie die von den drei Weisen, ihren Geschenken und ihrer Sternstunde beim Jesuskind. Und ich möchte mir auch immer mal wieder einen Segen zusprechen lassen. Denn so ein Segen – das ist auch ein echtes Wort-Geschenk, glaube ich. So wie dieser:
Geht in der Kraft, die euch gegeben ist,
geht einfach, geht leichtfüßig, geht zart,
und haltet Ausschau nach der Liebe.
Gottes Geist geleite euch.

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