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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Skypen kann ich jetzt. Ich bin ganz stolz. Die Kinder haben es uns installiert und wir haben es jetzt ausprobiert. Eine tolle Sache. Beim ersten Gespräch mit meinem Sohn, war mir noch so, als spräche ich mit dem Mann im Mond. Aber inzwischen geht es wunderbar. Und wenn man so weit voneinander weg ist und sich nicht einfach mal auf einen Sonntagnachmittagskaffee treffen kann, dann ist das  prima. So weit und doch so nah zu sein. Aber die Erfindung ist ja gar nicht so neu, denke ich. Der liebe Gott skypt ja schon lange. Er will von Anfang an in Kontakt kommen mit seinen Menschen, sendet Boten und Botschaften. Und er wartet auf Antwort, sagt in der Bibel: Meldet euch doch, ruft mich doch an in der Not. Ich will für euch da sein. Die Verbindung steht. Beten ist wie skypen, nur noch schneller, noch näher, noch weiter, himmelweit und erdennah zugleich. Beten verbindet doppelt. Mit Gott und mit den Menschen. Wenn ich mich in die Nähe der Menschen bete, die ich lieb habe und um die ich mir Sorgen mache, dann bin ich verbunden, augenblicklich über jede Distanz hinweg. Wenn wir beten, dann pflegen wir unsere Verbindungen liebevoll, gottvoll sogar. Wir bringen zusammen, was zusammen gehört: Die Menschen, die zu uns gehören und Gott, dem wir alle gehören. Und wenn zwischendurch auch einmal Funkstille herrscht. Gott ist und bleibt auf Rufweite und hört jedes kleine Stoßgebet. Und das kann schon so viel helfen und entlasten und trösten. Und wo manchmal Distanz unsere Seelen frösteln lässt, da kann wieder aufgewärmt werden  was erkaltet ist. Fernwärme ist auch Wärme. Mein Sohn meint, wir tun am besten Beides: Beten und Skypen.

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