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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Ich bin  ein Camper. Wie Vater Abraham. Der war ja auch ganz viel mit Zelt und seiner Sarah unterwegs. Hat unter freiem Himmel sein Lager aufgeschlagen, die Sterne gezählt und die Engel Gottes kommen und gehen sehen. Die Bibel weiß viel davon zu erzählen. Ich auch. Kaum angekommen auf dem Campingplatz diesen Sommer, völlig erschöpft von der langen Reise, sind sie angeströmt von allen Seiten, die Engel, aber ohne Flügel. Dafür mit viel Geschick. Sie halfen unaufdringlich aber auch unbändig zugleich beim Abhängen, Schieben, Aufbauen, Festhalten, Gestänge zusammenstecken, Heringe in den Boden schlagen. Im Nu ist alles festgezurrt und aufgespannt. So schnell habe ich mit meiner Sarah gar nicht kucken können. „So was geht nicht ganz alleine!“ hat einer noch laut gesagt, als sie nach getaner Tat einfach wieder abgezogen sind in alle Richtungen, um uns danach 2 Wochen lang zwar freundlich zu grüßen aber nicht zu behelligen. Seitdem glaube ich wieder an den Weltfrieden. Ein bisschen jedenfalls. Weil eines fest steht: Begabt sind wir dafür, das Talent zum friedlichen Miteinander haben wir in ausreichendem Maße. Wir könnten uns wirklich wesentlich mehr gut als wehtun beim Sterne zählen Menschenskind. Es hat einen großen Charme, das gegenseige Helfen. Wir tun das ja auch oft innerhalb der Familie oder des Freundeskreises. Aber es geht auch im Umgang mit ganz Fremden. Und da wird es erst recht nochmal so schön. Jesus hat einmal gesagt: Wenn ihr zu euren Brüdern freundlich seid, was tut ihr da Besonderes? (Mt.5,47) Vielleicht sollten die  Menschen  öfter zelten gehen, wie Vater Abraham und ich. Da kann man das üben, was nicht ganz alleine geht.

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