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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Es geht nicht um Gewinn, es geht um Solidarität. So funktioniert der Faire Handel. Seine Produkte kann man in den Weltläden in vielen deutschen Städten kaufen. Zum Beispiel Bananen. Meistens wachsen sie auf riesigen Plantagen. Auf ihnen schuften Menschen für Löhne, die oft nicht einmal zum Essen reichen. Im Fairen Handel ist das anders. Die Bananen kommen nicht von Plantagen, sondern von kleinen Feldern. Dort leben Kleinbauern mit ihren Familien. Die Löhne sind so, dass die Familien davon leben und die Kinder die Schule besuchen können. Im Fairen Handel hat das seit Jahrzehnten Tradition - konkrete Solidarität zwischen Menschen hier in Deutschland und in den Ländern des Südens. Eine Solidarität, die auch dramatische Situationen übersteht. So wie vor zwei Jahren. Eine Bananenlieferung der Kleinbauern kam in Deutschland an und musste komplett vernichtet werden. Der Grund: Spuren eines Pestizids waren festgestellt worden. Der Grenzwert war leicht überschritten. Nicht gesundheitsschädlich, aber die Bananen durften nicht mehr verkauft werden. Ein Verlust von 260.000 Euro. Normalerweise ein Verlust für die Bauern. Die waren zwar nicht schuld an der Sache. Aber wenn die Ware nicht in Ordnung ist und nicht verkauft werden kann, gibt es kein Geld. Für das Fairhandelsunternehmen Banafair kam das überhaupt nicht in Frage. Banafair startete einen Aufruf: Leute, wir haben ein Riesenproblem. Eine Bananenlieferung kann nicht verkauft werden. Aber wir wollen die Kleinbauern nicht auf dem Schaden sitzen lassen. Wir brauchen dringend Eure Unterstützung! Und das Unglaubliche geschah: Weltläden und Privatpersonen in ganz Deutschland gaben Geld – die einen als Darlehen, die anderen als Spende. Innerhalb weniger Wochen kam fast die gesamte Summe zusammen - ein toller Akt der Solidarität!

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