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SWR3 Gedanken

Es kostet bestimmt ein bisschen mehr Überwindung heute
als früher schon:
Auf die Straße gehen, den Glauben demonstrieren,
sich mit der Kirche solidarisieren –
Fronleichnams-Prozession in diesen Tagen der Krise?
Wo so viel Kritik und Häme sich sammelt.
Wo so viele Menschen fragen: Was, du bist noch katholisch!?

Egal, ob es eine Prozession über Straßen und Plätze ist;
oder ob es eine „Sitz-Prozession“ wird,
wie auf der kleinen Plaza vor unserer Trierer Pfarrkirche:
Es ist jedenfalls auch ein gemeinsames öffentliches Bekenntnis.
Die Kirche ist ja – wenn es gut läuft –
die Gemeinschaft der Menschen, die den Glauben miteinander teilen;
die tragen die vielen Zweifel der anderen auch mit,
die schieben den individuellen Glauben manchmal sogar vorwärts.
Wenn es gut läuft…

Aber offensichtlich läuft im Moment einiges weniger gut.
Trotz Papst Franziskus und der neuen Stimmung, die er verbreitet.
Die öffentliche Kritik wegen Verbrechen und Übergriffen
in früheren Jahren ist weniger geworden, aber immer noch dran;
Geldverschwendung von Kirchenleuten,
während die meisten Pfarreien weniger Finanzen
und weniger Personal haben, als sie eigentlich brauchen:
Das hebt die Stimmung auch nicht gerade.

Kirchliche Höhenflüge, hat der Trierer Bischof Stephan gesagt,
verbieten sich zur Zeit – ein bisschen wie bei dichtem Nebel über dem Land.

Kirche unter Sichtflugbedingungen –
Solidarität und Zusammengehörigkeit
unter christlichen Geschwistern zu zeigen in dieser Lage:
Ja, das ist schwierig.
Aber es bleibt  möglich und notwendig, weiterhin.
Sicher werden weniger Katholiken zur Jesus-Demo kommen als früher.
Aber sie sind unterwegs und sie wissen: wir sind ja nicht allein,
sondern unterwegs mit Jesus Christus in uns drin
und sichtbar unsichtbar in einem kleinen Stückchen Brot.

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