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SWR3 Gedanken

Eine Besonderheit im Trierer Dom ist die große Orgel.
Riesengroß hängt sie links oben an der nördlichen Außenwand.
Zwanzig Meter Abstand zwischen dem Spieltisch,
an dem der Organist die Klavier-Tasten und das Basspedal bearbeitet
und dem Altar unten auf seiner Insel.
Keine Sichtverbindung nach unten; denn er sitzt mitten im Instrument.

Vor drei Wochen hat er ein besonders wunderbares Konzert gegeben. 
Drei Gitarristen und eine Gitarristin unten auf der Altarinsel
haben gemeinsam Musik gemacht mit ihm
hoch oben versteckt in seiner Schwalbennest-Orgel.

Naja – manchmal haben sie sich einfach nur abgewechselt;
unten spielte das Gitarren-Quartett,
oben hatte die Orgel Pause oder umgekehrt: das ist ja leicht vorstellbar.
Aber gemeinsam, im gleichen Takt und Tempo
und in der Lautstärke aufeinander abgestimmt,
ohne dass die riesige Orgel die doch eher dezenten Gitarrenklänge platt macht!?
Da war man doch skeptisch gewesen, als musikalischer Laie.
Es hat funktioniert; mehr noch: es hat das Publikum offenbar fasziniert.

Schon klar:
Der Domorganist hört die Gitarrenklänge über Mikrofon und Kopfhörer –
und per Video sieht er,
wie der Gitarrist zum Einsatz nickt oder Tempowechsel andeutet.
Und die vier Musiker unten haben die Orgelklänge
sowieso immer um sich herum – wie das Publikum auch…

Und trotzdem war es ein bisschen wie ein Wunder;
es war, wie wenn Himmel und Erde zusammenklingen
und das Publikum mitreißen.

Ich habe an dem Abend gehört und gefühlt,
dass Himmel und Erde zusammengehören und zusammenklingen.
Gottes Liebe verbindet den Himmel und die Erde;
oben und unten fallen zusammen.
Das ist ganz große Musik – gemeinsam gespielt.

Und es ist mehr, viel mehr: Es ist tatsächlich so!

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