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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Ich kanns nicht immer glauben, wenn mir jemand erzählt, was Gott Großartiges für ihn gemacht hat. Oder, dass Gott  ihm ständig irgendwelche Zeichen schickt. Da hab ich dann schon so meine Zweifel.

Andererseits: Dass es immer nur Zufall war oder Glückssache, wenn etwas ungewöhnlich Gutes passiert - das leuchtet mir auch nicht ein. Zum Beispiel bin ich einmal mit dem Auto nicht die übliche Strecke gefahren, sondern den Umweg über die Autobahn. Ohne dass es dafür einen Grund gegeben hätte.  Als ich dann auf die Autobahn aufgefahren bin, hab ich im Radio gehört: auf der anderen Strecke ist ein Falschfahrer unterwegs. Und dass es schon ein paar Unfälle gegeben hat.

Ich war erleichtert und dankbar, dass ich ausnahmsweise einen anderen Weg genommen hatte. Und ich hab spontan gedacht: Da hat mich Gott bewahrt. Da hab ich in Gedanken zu Gott gesagt: Danke. Für mich war klar: Das war kein Zufall. Obwohl man das sicher auch so sehen könnte. Und außerdem hat es ja Unfälle gegeben. Auch wenn niemand ums Leben gekommen ist. Bloß mir ist nichts passiert.

Hat Gott die anderen Leute dann nicht beschützt? Oder war gerade das sein Schutz, dass nichts Schlimmeres passiert ist? Und wenn jemand tödlich verunglückt wäre? Hätte Gott den dann nicht beschützt? Schwer zu sagen.

Trotzdem war ich mir damals sicher: Diesmal wars kein Zufall, nicht einfach nur Glück gehabt. Und ich hab ich wirklich gestaunt.  Jetzt denke ich: wenn man etwas Ungewöhnliches erlebt und darüber so richtig staunt – dann ist der Gedanke an Gott oft nicht mehr weit. Oder zumindest daran, dass es da noch mehr gibt.

Und ehrlich gesagt: Wenn mir so etwas Besonderes passiert, dann möchte ich auch gerne jemandem Danke sagen. Gott danke zu sagen, gibt vielleicht auch mehr Zuversicht. So wie in einer Geschichte in der Bibel. Jesus hat einen Mann geheilt, aber der hat es erst unterwegs gemerkt. Da hat er umgedreht und sich bedankt. Und Jesus hat zu ihm gesagt: Dein Glaube hat dir geholfen.

Sich bedanken lässt die Zuversicht wachsen. So verstehe ich das. Denn dann wird mir bewusst, dass Gott mich nicht vergisst. Dass er auch in Krisenzeiten ein Auge auf mich hat. Und das hilft mir entspannter zu leben.

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