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SWR3 Gedanken

„Krise ist ein produktiver Zustand, man muss ihm nur den Beigeschmack der Katastrophe nehmen.“ Ein sehr guter Spruch des Schriftstellers Max Frisch. Die Krise als Chance. Wenn man es schafft nicht immer oder gleich ins große schwarze Loch zu schauen. Es schafft zu erkennen, dass es oft auch einen Plan B oder C gibt. Und dass Krisen wirklich auch Chancen sein können. Das sagt schon die Herkunft des Wortes aus dem Griechischen. „Krinein“ heißt scheiden und entscheiden. Wenn also jemand oder etwas in die Krise kommt, dann gibt es meistens was zu klären, dann es ist oft eine Möglichkeit sich zu entwickeln oder zu befreien. Wenn die Kinder mal ein paar Fünfer hintereinander nach Hause bringen oder gar sitzen bleiben, dann heißt das nicht, dass gleich ihre ganze Zukunft verbaut ist. Dann zeigt das vielleicht, dass ihnen Anderes gerade wichtiger ist oder dass sie an Grenzen kommen oder Grenzen setzen. Hier nicht in Panik zu geraten hilft ihnen in ihrer Entwicklung sicher am meisten. Wie auch in einer Beziehung oder in der Ehe. Wenn es in der Beziehung mal kriselt, dann muss sie nicht gleich scheitern. Krisen zeigen an, dass etwas hakt, dass etwas verändert werden will, damit die Beziehung lebendig bleibt. Damit man sich weiter entwickeln kann, einzeln und auch als Paar. Wie auch im eigenen Leben. Wenn ich im Beruf unzufrieden bin oder in einer Lebensphase unglücklich, dann ist das zwar eine schwere Belastung, aber noch keine Katastrophe, sondern höchste Zeit meinen Beruf oder mein Leben kritisch anzuschauen. Das Gute und das Schlechte daran sehen. Mich für manche Dinge oder Menschen entscheiden und mich manchmal auch scheiden, von ihnen trennen. Gut ist, wenn ich darüber mit jemandem sprechen kann. Damit aus Krisen auch wirklich Chancen werden. Chancen mein Leben neu zu leben: bewusster, glücklicher und freier.

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