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SWR4 Abendgedanken

Wo findet man Halt in unsicheren Zeiten? Wenn man nicht weiß, wie es weitergehen soll und Schicksalsschläge einen ins Wanken bringen: was hält einen dann?
Im 62. Psalm der Bibel steht der Satz: „Gott ist mein Fels, meine Burg, meine Hilfe, mein Schutz, so dass ich nicht wanke.“ Der Fels ist ein stabiles und festes Fundament. Auf diesen Stein kann man bauen. So manche Burg wurde auf den Felsen gegründet. Der Fels hält das Bauwerk zusammen. Blitze, Platzregen und Sturm können dem nichts anhaben solange das Fundament hält. Niemand baut seine Burg oder sein Haus auf Sand. Wer das versucht, wird sein Unglück erleben.
Der Beter des 62. Psalms hat sich etwas dabei gedacht, wenn er sagt: Gott ist ein Stein, ein Fels, ein tragfähiges Fundament fürs Leben. Dafür steht dieses Bild. Wenn dunkle Wolken über dem Leben heraufziehen, wenn einem der Wind um die Ohren pfeift und alles, was bisher Sicherheit gab, sich auflöst in Angst und Sorge: Dann ist es wichtig, ein Fundament zu haben, das einen trägt und hält.
So hat es der junge Familienvater erfahren. Seine Frau lag schwer krank im Krankenhaus. Er kümmerte sich zuhause rührend um die drei Kinder. „Immer wenn ich dachte, ich schaffe das alles nicht, bekam ich von Gott Kraft zum Weitermachen.“
Zugegeben: Manchmal ist der Fels hart und unbequem. Nicht immer verstehe ich, was Gott tut und geschehen lässt. Aber er bietet sicheren Halt. Auf Felsen ist gut gebaut – insbesondere das Leben. Sein Leben auf Gott gründen. Gottvertrauen entwickeln: Wie man das macht? Vielleicht, indem man die Bibel in die Hand nimmt und den 62. Psalm im Stillen für sich liest – und das immer wieder einmal. Bis einem die Worte vertraut sind und man sich in ihnen bergen kann – wie in einer Burg. Das tut gut, gibt frische Kraft und neues Gottvertrauen. Gottvertrauen, das einen sagen lässt: „Gott ist mein Fels, meine Burg, meine Hilfe, mein Schutz, so dass ich nicht wanke.“

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