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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„Freut euch mit mir! Ich habe wiedergefunden, was ich verloren habe." 
Diese Sätze werden heute in den katholischen Gottesdiensten gleich mehrmals vorgelesen. Mal geht es um ein Schaf, das verloren geht und solange gesucht wird, bis es wieder gefunden ist.
Dann geht es um ein verlorenes Geldstück. Wer sucht da nicht eifrig, um es wieder zu finden?
Und weiter erzählt die Bibelstelle von einem Vater, zu dem der eigene Sohn wieder zurückkehrt. Der Vater sagt: „Mein Sohn war verloren und ist wiedergefunden." Deshalb freut er sich riesig und feiert ein Fest.
Ja, das kann ich gut nachvollziehen.

Denn verlieren, was mir gehört oder mir anvertraut ist, tut weh und macht traurig. Ganz besonders wenn es um wertvolle Gegenstände, anvertraute Tiere oder sogar um Menschen geht.
Das will ich nicht wahrhaben und setze alles in Bewegung, um das Verlorene, um das, was zu mir gehört, wieder zu finden. So wie der Hirte das Schaf oder die Frau ihr Geldstück. Beim Vater sehe ich das etwas anders. Er lässt den Sohn ziehen und hält aus, dass er weg ist, um eigene Erfahrungen zu sammeln, seinen eigenen Weg zu gehen. Der Vater wartet bis der Sohn zurückkehrt. Freiwillig und gern und bestimmt auch verändert. So kommen sie wieder zusammen und finden sich neu.   

Klar, dass dann die Freude groß ist! Wenn ich finde, was ich verloren habe, freue ich mich auch riesig.

Die biblischen Geschichten machen mir aber auch deutlich, wie sehr das Gefundene zum Geschenk wird. Ich sehe das, was ich gefunden habe, ganz neu. Wie wertvoll es für mich ist, wie einzigartig. Und klar wird mir auch, dass es mir nicht selbstverständlich gehört. Ich entdecke, was ich finde, neu wie ein Geschenk.

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