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SWR2 Wort zum Tag

Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber wurde 1887 in Wien geboren. 1965 ist er in Jerusalem gestorben. Mit seinen Gedanken und Anregungen ist er für viele lebendig bis heute. „In ihm fand ich einen, der" den eigenen Glauben „auf eine solche Weise lebte und verwirklichte, dass man durch alle Türen ins Vertraute kam." - so schrieb der Schriftsteller Albrecht Goes einmal über Martin Buber. Durch unterschiedliche Türen und Zugänge ins Vertraute kommen. Damit ist das angesprochen, was den Dialog der Weltanschauungen und Religionen so kostbar macht. Wer sich auf den jüdischen Philosophen und Theologen Martin Buber einlässt, der kann das Vertraute in anderer Gestalt und mit neuen Augen sehen lernen. Buber führt ihn zu dem eigenen hin, gleich, woher er kommt. Bubers Leser lernen sich im anderen selber besser zu verstehen.

Martin Buber erläutert die Gründe für seine Offenheit so: „Mit jedem Menschen ist etwas Neues in die Welt gesetzt, was es noch nicht gegeben hat. ... Das Einzige und Einmalige ist es, was jedem vor allem auszubilden und ins Werk zu setzen aufgetragen ist. ... Alle Menschen haben Zugang zu Gott, aber jeder und jede einen anderen. ... Gott sagt nicht: „Das ist ein Weg zu mir, das aber nicht", sondern er sagt: „alles, was du tust, kann ein Weg zu mir sein, wenn du es nur so tust", wie es dir und keinem anderen entspricht. ... „In jedermann ist etwas Kostbares, das in keinem andern ist." (16ff)

Martin Buber erzählt einmal, wie ein Rabbi von seinem Schüler gebeten wird: „Weise mir einen allgemeinen Weg zum Dienst Gottes". Der Rabbi antwortet: „Es geht nicht an, dem Menschen zu sagen, welchen Weg er gehen soll. ... Jedermann soll wohl achten, zu welchem Weg ihn sein Herz zieht, und dann soll er sich diesen mit ganzer  Kraft wählen."

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