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Anstöße SWR1 BW / Morgengedanken SWR4 BW

Das ist wieder mal typisch"  - entfährt es mir hin und wieder: in bestimmten Situationen im Straßenverkehr, bei manchen Verhaltensweisen von Bekannten, beim Erleben bestimmter Berufsgruppen. „Das ist wieder mal typisch" - weil sich gewisse Vorurteile immer wieder bestätigen; zumindest scheint es so. Dies typische Verhalten kennzeichnet den anderen. Ich erkenne ihn als zu dieser oder jener Gruppe zugehörig. Das erleichtert, zugegeben, meine Sicht der Dinge. Ich brauch nicht mehr so genau hinschauen, schon gar nicht zu differenzieren. Ob das dann immer berechtigt ist, und ob der andere das auch so sieht, bleibt dahingestellt. Manche geben sich auch bewusst als zu einer Gruppe gehörig zu erkennen. Das fängt schon mit Äußerlichkeiten an, wie T-Shirt, Fan-Schal, Anzug oder Automarke - und das wird bestätigt und verstärkt durch bestimmtes Auftreten und Verhalten. Sofort wird erkennbar: der oder die gehört dazu! Gilt das auch für Christen? Sind sie von vorn herein als solche erkennbar? Ich wünsch mir das schon, dass auch hier durch Reden und Handeln deutlich wird: der oder die gehört dazu, weil sich zeigt: der lebt, was er glaubt; die orientiert sich an dem, was in der Bibel steht; der strahlt Hoffnung aus, weil er sein Leben in Gott verankert weiß. Ich fände es gut, wenn Glaube an Gott solch konkrete Auswirkungen haben würde, und nicht versteckt und im geheimen praktiziert würde. Dann könnte man nämlich zurückfragen, warum jemand so lebt. Dann könnte man sehen, was es bringt und welche Auswirkungen das hat, mit Gott zu leben. Dann wüsste man, wen man fragen kann, weil er eine Antwort weiß. Dann könnte man überlegen, ob man nicht auch dazugehören will, weil sich das als eine Möglichkeit fürs eigene Leben anbietet. In der Zeit der ersten christlichen Gemeinden war das der Fall. Da sprach sich herum, was Glauben ausmacht, weil man die Auswirkungen sah. Da half man sich gegenseitig, ließ keinen hängen, kümmerte sich um Nachbarn und setzte sich ein zum Wohl der Menschen. Das gab den Gemeinden ihre Ausstrahlungskraft und war anziehend. Da konnte man einfach „sehen" wer Christ war. Ich wünsch mir das für mich, dass man erkennt, dass ich Christ bin und als solcher lebe. „Das ist wieder mal typisch", soll auch für mein Leben gelten - und das nicht abwertend und abstoßend, sondern nachahmungswert.

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