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SWR3 Gedanken

Für viele Gäste der Vesperkirche
ist es unerlässlich
dass sie im Januar hier für nur einen Euro
oder wenn es gar nicht anders geht auch für umme
essen können.
Unerlässlich weil dieser Monat für alle
Der kälteste ist und der längste, was das Geld angeht.
Weil man sparen kann an der Heizung zuhause
Und am Essen
Und dann kann einer leichter Schulden zurückzahlen
oder die Stromrechnung nun doch begleichen.
Und die Sperre wird endlich aufgehoben.
Aber für viele ist die Vesperkirche auch aus einem anderen Grund
wichtig:
„Seit zehn Jahren hat mir niemand mehr so zugehört wie sie jetzt,"
sagt eine Frau zu mir. „Niemand war so aufmerksam
und war ganz für mich da
und das inmitten von all dem Trubel hier..."
Nicht nur die Gäste auch die Helferinnen und Helfer
sind sonst oft alleine.
Zuhören gehört hier zur wichtigsten Aufgabe.
Ein offenes Ohr haben
Für Nöte und Sorgen von
denen, die sonst auf den Ämtern Schlange stehen
Wo alles schnell gehen muss
Ein offenes Ohr haben ist auch wichtig für die Helfer, die sonst allein zuhause sind und
deren Hilfe schon so lange keiner mehr in Anspruch nimmt.
Manchmal ist es, als würde sich die ganze Kirche
in ein großes Ohr verwandeln
einer weint und eine lacht endlich wieder
und selbst die garstige Frau
die vor lauter Enttäuschung und Wut
nur schimpfen und rummosern kann
entschuldigt sich als sie geht
und fragt ob sie trotzdem wieder kommen darf.

Gott höre meine Stimme!
Lass deine Ohren merken auf die Stimme meines Flehens!
(Ps 130, 2+5)

steht in der Bibel. So betet einer schon vor 3000 Jahren in einem Psalm.
Ein offenes Ohr finden ist damals wie heute
als würde Gott selber hinhören und sich zuwenden
egal wie arm oder reich.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=14601