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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Haben Sie schon mal darüber nachgedacht, was mit dem Wort „Barmherzigkeit" gemeint ist? Es ist ja eines der Wörter, die bei uns nicht gerade zum täglichen Sprachgebrauch gehören. In meinem Lexikon kann ich dazu finden, Barmherzigkeit sei „das Verhalten, sich des Leides anderer, vor allem fremder Menschen durch solidarische Hilfe anzunehmen." Heute ist zwar kein „Gedenktag der Barmherzigkeit" oder so etwas, aber der Gedenktag einer Person, der ein barmherziger Umgang der Menschen ein großes Anliegen gewesen sein muss - im Kalender steht heute der heilige Lukas.
Dieser Lukas ist bekannt als Verfasser des gleichnamigen Evangeliums in der Bibel, auch die Apostelgeschichte wurde von ihm geschrieben. Seiner Herkunft nach ist er vermutlich „Syrer aus Antiochien" und als Arzt tätig. Seit dem Jahr 50 begleitet er Paulus auf seinen Missionsreisen und auch während dessen römischer Gefangenschaft.
In seinem Evangelium stellt Lukas seinen Leserinnen und Lesern besonders die „barmherzige Liebe Gottes" vor Augen - eine Liebe zu allen Menschen, besonders zu denen, die in Not geraten sind und die am Rand der Gesellschaft leben. Barmherzigkeit ist immer wieder ein großes Thema bei ihm. So finden wir in seinem Evangelium die Gleichnisse vom „barmherzigen Samariter" und vom „barmherzigen Vater".
Zwischen der Lebenszeit von Lukas und uns liegen zwar knapp 2000 Jahre, aber aktuell scheint mir das Anliegen der Barmherzigkeit immer wieder zu sein - und viele von uns wissen, wie schwer es ist, barmherzig zu sein und den Kreislauf von Geben und Nehmen zu durchbrechen.

Ich wünsche uns allen, dass wir immer mehr zu barmherzigen Menschen werden, zu Frauen und Männern, die Barmherzigkeit üben, als Väter, als Mütter, als Kinder und Enkel, als Lehrer und Vorgesetzte.

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