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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Wie geht es weiter mit unserem Geld? Darüber wird heute um 10 Uhr das Bundesverfassungsgericht urteilen. Beteiligen wir uns an einem gemeinsamen europäischen Schuldenschirm, dem ESM oder nicht? Und wenn ja, wie?
Wirtschafts- und Finanzexperten haben bis zuletzt kontrovers diskutiert. Dass jetzt nicht sie, sondern Juristen entscheiden, finde ich bemerkenswert. Das heißt ja doch: hier geht es nicht nur um Sachfragen, hier geht es auch um Wertentscheidungen. Aus welchem Geist heraus wollen wir handeln?
Was hat oberste Priorität: unseren Wohlstand sichern -  oder die europäische Gemeinschaft zusammenhalten?
Viele haben Angst, dass dieser Schuldenschirm Armut und Unglück über uns bringen wird. Dass die Griechen sozusagen unsere Renten verprassen. Ich weiß nicht, ob das stimmt. Viele sagen das. Warum das aber trotzdem kein Grund zur Panik ist, erzählt die Bibel.
Zum Beispiel in der Geschichte von jener Massenveranstaltung, in der tausende von Leuten zusammengekommen sind.
Vor lauter singen, feiern und Reden hören haben sie gar nicht gemerkt, dass es Abend ist. Zu spät, um noch nach Hause zu kommen. Hier auf dem freien Feld gibt's aber nichts zu essen. Niemand hat an ein Catering gedacht, nicht mal die Veranstalter. Tausende von Leuten, hungrig, durstig und gereizt, das gibt eine Massenpanik, sagen sie.
Aber da tritt einer auf die Bühne, nimmt ein Brot, schaut in den Himmel, bittet Gott um seinen Segen und bricht es auseinander. Dann sagt er den Leuten, dass es davon nur 5 Stück gibt und dass sie das bitte teilen sollen. Und was passiert? Alle werden satt. Warum das so ist, erzählt die Geschichte nicht. Aber mir fallen tausend Gründe ein und sie lassen sich so zusammenfassen:
Nicht nur Gier ist ansteckend. Großzügigkeit ist es auch. Mit Gottes Segen breitet sich dieser Geist der Großzügigkeit massenhaft aus. Und für jeden ist es eine Lust, dabei zu sein und zu begreifen: Nur Teilen macht wirklich reich- auch beziehungsreich. Miteinander Teilen macht reich und satt, auch wenn es nur wenig gibt. Diesen Reichtum wünsche ich uns- wie immer es in Sachen Euro weitergeht.

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