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SWR3 Gedanken

„Ramazan Bayraminiz mübarek olsun" Das heißt: „Ein gesegnetes Ramadanfest" und man sagt es, so habe ich gelernt bei türkischen Muslimen am Ende des Ramadan. Heute ist Ende des Ramadan und jetzt feiern meine türkischen Freunde.
Denn es war mal wieder ein anspruchsvoller Ramadan, weil er mitten in den Sommer fiel. Da sind die Tage lang. Und als Muslim fastet man am Tag. Wenn die Sonne untergeht, finden sich die Familien zusammen und essen miteinander.
Fasten soll einen ja wieder auf den Boden der Tatsachen zurück bringen. Das Fasten soll zur Zucht des ganzen Lebens führen. Vielleicht anders formuliert: Dass man sich zurücknimmt, um Gott Platz einzuräumen.
Ich finde, das passt gut zu einem Vers aus der Bibel, der mir wichtig ist. In dieser Woche ist er bei uns in der Kirche so etwas wie ein Motto: Gott widersteht den Hochmütigen, aber den Demütigen gibt er Gnade. (1. Petr. 5,5)
Sich zurücknehmen, sich nicht so wichtig nehmen, das ist im Islam und im Christentum eine Tugend. Das haben gläubige Muslime in der ganzen Welt in den letzten dreißig Tagen eingeübt. Und diese Übung - das wissen Muslime wie Christen - trägt auch ein Versprechen in sich: Dass man mehr vom Leben hat, wenn man es bewusster angeht. Und dem, was Gott zu sagen hat, wieder mehr Platz im Leben einräumt. Und dann auch ganz bewusst das Schöne des Lebens feiert. Deshalbwünsche ich allen meinen muslimeischen Freunden heute ein gesegnetes Ramadanfest . „Ramazan Bayraminiz mübarek olsun"

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