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SWR3 Worte

Eine e-mail ist schnell geschrieben. Man kann mit ihr so leicht betrügen.
Es gibt uns alle nur einmal auf der Welt, aber man kann zehn, hundert, tausend e-Mail Adressen haben, tausend Pseudonyme. Man kann sich im Netz neue Identitäten ausdenken, lügen, mit Leuten diskutieren, die vielleicht auch alle lügen. Jeder fühlt sich hinter seinem Bildschirm in Sicherheit, keiner geht ein Risiko ein.
Man sagt, was man denkt, was man fühlt, was man mag, was man nicht mag: Farben, Blumen, Tiere, Sänger, Schauspieler; beschreibt das wirklich, wer wir sind? Aber man braucht keine Beziehung einzugehen. Es sitzt einem niemand gegenüber, keiner kann einem in die Augen schauen, um herauszufinden, ob man lügt oder die Wahrheit sagt.
Gegenüber ist nur der Bildschirm. Ein Spiegel.

Valerie Zenatti: Leihst du mir deinen Blick? Eine Freundschaft zwischen Jerusalem und Gaza.

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