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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

„TONI, Du bist ein Fußballgott!"
Der  legendäre Radioreporter Herbert Zimmermann hat das ausgerufen, 1954 als sich das Wunder von Bern ereignet hat. Gegen Ungarn.
Einmalig, wie er die Dramaturgie des Endspiels vertont hat. Gänsehaut pur.
Nicht nur bei diesem Satz.
Zimmermanns ganzer Kommentar ist in die Fußballgeschichte eingegangen.
Und so ist es kein Wunder, dass auch in diesen Tagen der Europameisterschaft herausragende Fußballer wieder vergöttert werden.
Aber auch vom Fußballgott als solchem ist wieder die Rede. Vor allem dann, wenn er wieder einmal nicht auf der richtigen Seite gewesen ist.
Seltsam, dass vom Fußballgott scheinbar wird immer vor allem dann geredet wird, wenn es darum geht unerklärliche Niederlagen zu erklären.
Aber gibt es denn wirklich so einen Fußballgott?
So wie einen Wettergott womöglich?
Launisch, ungerecht, parteiisch, unfair?
Und wenn ja, auf wessen Seite sollte er dann stehen, wenn alle zu ihm beten?
Ich glaube, die Rede vom Fußballgott ist ziemlich haltlos gottlos. Und ich bin heilfroh, dass sich ein Fachmann erster Güte dieser Frage einmal angenommen hat.
Kein geringerer als der  Fritz Walter hat das für uns erledigt.
Posthum sozusagen.
Nach seinem Tod, bei der Trauerfeier auf dem Betzenberg ist das gewesen.
10 Jahre ist das her. Damals ließ er es uns ausrichten, dass erstens er selber niemals habe ein Fußballgott sein wollen und im Übrigen zweitens es nur einen Gott gäbe- und das wäre jedenfalls kein Fußballgott nur, sondern allemal mehr.
Fritz Walter sei Dank für diese Klarstellung!
Es gibt nur einen großen Gott, der Himmel und Erde gemacht hat!
Und der kümmert sich nicht nur um das Fußballspiel, sondern um alle Spiele des Lebens mit und ohne Ball, Sieg und Niederlage, Weiterkommen oder Ausscheiden, sollten Ihm weitgehend nicht in die Fußballschuhe geschoben werden, weil er keine anhat.
Wahrscheinlich jedenfalls.
(Denn einmal hat ja sogar ein fußballgöttlich spielender Maradona behauptet, sein im Grund ungültiges Tor wäre mit der Hand Gottes erzielt worden.
So als hätte höhere Gewalt den Erfolg gebracht und nicht die Raffinesse eines Genies.)
Dabei sollten wir wissen:
Der große Gott spielt in einer anderen Liga, als nur in unserer.
Trotzdem dürfen wir ihn, egal wie es ausgeht immer um seine Hilfe bitten.

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