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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Noch einen Monat genau, dann gibt's Ferien, am 2. Juli. Und auch ich starte dann gleich in den Urlaub, mit dem TGV Richtung Südfrankreich. Beim Gedanken daran geht's mir wie vielen, mit denen ich in diesen Tagen spreche: Einerseits freue ich mich schon riesig darauf. Andererseits kommt aber auch leichte Panik in mir auf. Denn bis zum 2. Juli ist noch so ungeheuer viel zu tun. Ob ich überhaupt alles fertigkriege? Ich habe mir für die nächsten vier Wochen vorgenommen: Ich werde nicht diese Panik in mir nähren, sondern die Vorfreude. Ich will nicht mit hechelnder Zunge am Urlaubsbeginn ankommen. K.o. oder krank. Es gibt ja sogar Leute, die in den ersten Ferientagen regelrecht zusammenbrechen. Ich hab mir vor allem zwei Sachen vorgenommen, damit das nicht passiert. Zum einen werde ich ab und zu einen Stopp einlegen und mir überlegen: Was muss ich als Nächstes tun und was ist wirklich wichtig? Panik kommt ja oft auf, weil ich den Überblick verliere. Jetzt am Wochenende zum Beispiel: Da werde ich mir die kommende Woche angucken und schauen: Was muss unbedingt fertig werden - was hat vielleicht doch noch Zeit? Oder: Bei welchem Termin muss ich doch nicht unbedingt dabei sein? Und das Zweite: Ich werde mir, komme was wolle, immer wieder Pausen gönnen. Ein kurzes  Durchschnaufen. Ich merke: Die brauche ich ja gerade in diesen Wochen, in denen ich schon urlaubsreif bin. Die müssen sein, gerade wenn ich denke: Ich habe überhaupt keine Zeit dafür. Ich muss dabei auch an eine Geschichte aus der Bibel denken. Da wird erzählt: Jesus hat seine Freunde losgeschickt unter die Leute, sie waren länger unterwegs und nun kommen sie zurück, voller Erlebnisse, aber auch ziemlich erledigt. Man könnte meinen, Jesus sagt vielleicht auch zu denen: „Keine Müdigkeit vortäuschen. Ihr müsst weiter missionieren, von euch hängt es ab, ob sich meine Botschaft verbreitet oder nicht." Aber er sagt etwas ganz anderes: „Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht ein wenig aus." (Mk 6,31) Die Botschaft werd ich mir zu Herzen nehmen. Nicht erst am 2. Juli, sondern auch schon in den nächsten Wochen und heute, am 2. Juni.

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