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Anstöße SWR1 RP / Morgengruß SWR4 RP

Optimisten leben länger und führen ein gesünderes Leben - so jedenfalls das Ergebnis eines Leitartikels in einer großen Zeitschrift. Und ihre Gründe leuchten ein: Da ein Optimist Hoffnung für die Zukunft hat, versucht er heute alles zu tun, um diese Zukunft genießen zu können. Er geht die anstehenden Aufgaben an, er geht zum Arzt und hält sich an dessen Ratschläge. Und wenn es mal nicht so läuft, steckt er den Kopf nicht in den Sand, sondern sagt sich: „Es kann nur besser werden", und macht weiter. Und so kommt es wohl, dass Optimisten gesünder und damit auch länger leben.
Nur einen Nachteil hat diese Haltung. Optimisten verschließen manchmal einfach ihre Augen, wenn sich Dinge verändern. Sie halten an ihren Ideen fest, weil sie eine rosarote Brille aufhaben. So haben zum Beispiel optimistische Firmengründer oft doppelt so viele Schulden wie pessimistische Chefs. Optimisten haben also auch ihre Achillesferse.
Eine Antwort bleiben die Forscher jedoch schuldig. Die Antwort auf die Frage, wie man Optimist wird. Woher ein Optimist seine Hoffnung nimmt.
Als Optimist wird man wohl geboren, vielleicht auch ein bisschen erzogen. Da kann man wenig dran ändern, so die Untersuchung. Das aber ist - offen gesagt - für mich ziemlich pessimistisch.
Ich meine, Optimismus kann man lernen. Und Gott hilft dabei. Gott selber ist nämlich ein Optimist. Er hat eine große Vision, dass die Welt heil werden kann und - ja einfach optimal. Und wie das geht, erfahren wir in den Geschichten von Jesus Christus. Was er gesagt, wie er gelebt hat. Wenn wir uns die einmal näher anschauen, können wir Hoffnung lernen, oder besser: von seinem Optimismus angesteckt und inspiriert werden.
Das Wunderbare an Jesu Optimismus ist: er kommt ohne die Farbe Rosarot aus. Jesus sieht die Welt ganz nüchtern. Er erinnert uns im Johannesevangelium daran: In der Welt habt ihr Angst - Sorgen und Ängste gehören zum Leben dazu, doch Gott hat diese Ängste überwunden, d.h. Sorgen und Ängste werden einmal ein Ende haben.
Jesus ist ja auferstanden. Und er lebt in unserem Optimismus weiter und ist uns darin zugleich weit voraus. Vielleicht könnte man Jesu Optimismus so zusammenfassen: Am Ende wird alles gut. Und wenn es noch nicht gut ist, dann ist es auch nicht das Ende.

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