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SWR3 Gedanken

Es ist als ob die Götter vom Olymp herunter sprechen und ihre Blitze die abschießen würden, wenn die Rating-Agenturen mal wieder ihre Bewertungen abgeben. Da scheint es zu donnern in der Finanzwelt und zu krachen im Gebälk ganzer Staaten. In welcher Welt leben wir eigentlich? In einer Welt in der das Geld ein Tauschmittel für einen so gerechten wie messbaren Umgang der Menschen ist? In der die Menschen das Geld, den Markt oder die Finanzwelt beherrschen oder in einer Welt, die vom Geld und von der Finanzwelt beherrscht wird? Wenn ich mir diese Welt so anschaue, wohl leider letzteres. Wenn Milliarden von Geldströmen in Sekundenschnelle virtuell um den Erdball jagen. Wenn auf die Pleite von Banken, Firmen oder ganzen Staaten gewettet und damit um noch mehr Geld gezockt wird. Oder wenn auf Lebensmittel spekuliert wird, wodurch die Superreichen noch super reicher werden und die Armen noch mehr Hunger leiden oder gar sterben. Oder wenn ich auf Europa schaue: ist es allein das Geld, das Europa zusammenhält oder auseinander brechen lässt? Geld kennt keine Solidarität und keine Rücksicht. Geld ist kalt und tot. Und nur so warm und lebendig wie es eingesetzt wird. Europa muss eine Wertegemeinschaft werden und nicht nur eine „Knetegemeinschaft". Eine Weltregion, in der Werte wie Solidarität, die Unterstützung der Schwachen durch die Starken und kultureller Austausch wichtig sind. Und nicht nur Schulden, Wertpapiere oder Eurobonds. Aber das passiert nur, wenn nicht das Geld über die Menschen herrscht, sondern die Menschen über das Geld.

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