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SWR4 Abendgedanken RP

Wir haben eine Reise nach Armenien gemacht, eine kleine Reisegruppe, die sich das fremde Land am Kaukasus mit seinen jahrhundertealten Kirchen und Klöstern anschauen wollte. Die deutschsprachige Reiseleiterin war stolz auf ihr Land und wollte uns alle Schätze von Kunst und Kultur nahebringen, Museen und Kirchen, Landschaften und die hohen Berge mit dem über 5000m hohen Ararat, an dem die Arche Noah, wie die Bibel erzählt, nach der Sintflut gelandet sein soll. Bis heute der Berg der Sehnsucht der Armenier..
In ihrer Begeisterung für dieses Land vergass die Reiseführerin manchmal, uns rechtzeitig mit Essen zu versorgen. Wir hielten dann am Strassenrand an und kauften Wasser und Brot, manchmal aber gab es nichtmal das und wir hatten  einen gewaltigen Hunger. Es war am letzten Tag, wieder ein großes Programm und das Mittagessen war auch mal wieder ausgefallen. Zum Nachmittag sollten wir zu  Bekannten zu einem kleinen Imbiss kommen. Als wir den mächtigen 12 stöckigen Plattenbau aus den fünfziger Jahren betraten, ging der Lift nicht, die Wohnung der Bekannten war im 8. Stock. Hungrig und müde quälten wir uns  die acht Stockwerke hoch. Als wir die Wohnung betraten, roch es köstlich. Das Wasser lief uns im Munde zusammen. Wir kamen ins Wohnzimmer, hier war ein festlicher Tisch gedeckt, über und über mit Speisen vollgestellt, Wassergläser, Weingläser. Wunderbar! Das also war der kleine Imbiss, zu dem wir eingeladen waren. Wir haben miteinander gegessen, wurden mehr als satt, wir haben getrunken, Toastreden ausgebracht, wir waren so richtig vergnügt nach den anstrengenden Tagen, ein krönender Abschluss der Reise. Ich war hungrig und ihr habt mir zu essen gegeben. Hat Jesus gesagt.  Was Ihr getan habt einem unter diesen meiner geringsten Schwestern und Brüder, das habt Ihr mir getan. Wie köstlich ist es, genug zu essen zu bekommen, wenn man Hunger hat. Und jetzt, wenn Gäste aus Armenien zu uns kommen, dann laden wir ein und teilen, oder wir spenden Geld für die Diakonie oder für „Brot für die Welt".  Wir freuen uns, wenn wir teilen und helfen können. Die Reise in das fremde Land war ein Segen.

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