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SWR4 Abendgedanken BW

Wer halsstarrig ist, der wird keine Ruhe in seinem Herzen haben. So heißt die Losung der Herrnhuter Brüdergemeine für den heutigen Tag. (Habakuk 2,4)
Ruhe im Herzen, tja das wäre was. Ich muss zugeben, dass ich die nicht immer habe. Ich bin manchmal innerlich eher unruhig. Fühle mich zuweilen getrieben. Vielleicht hängt das damit zusammen, dass ich bestimmte Ziele erreichen will. Und ich werde ungeduldig, wenn ich die nicht erreiche. Oder wenn die Schritte darauf zu für meine Begriffe viel zu langsam gegangen werden. Aber ist das schon halsstarrig? Ein „Sturkopp" zu sein, wie man das in Westfalen sagt, wo ich aufgewachsen bin?
Aber Ruhe im Herzen, ja das hätte ich schon gerne. Der Bibelvers empfiehlt auch, wie ich die kriegen kann: der Gerechte aber wird aus Glauben leben fährt er fort.
Ruhe im Herzen bekomme ich, wenn ich glaube. Wenn ich Gott vertraue. Warum?
Als Christ glaube ich, dass Gott diese Welt geschaffen hat. Ich glaube auch, dass er mich geschaffen hat und mit mir alle anderen Menschen. Die Bibel sagt mir auch, dass Gott in der Ewigkeit zuhause ist. Das bedeutet, dass er Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in eins sehen kann. Er kennt also mein früheres Leben. Er weiß, wie es mir jetzt geht. Und er hat auch schon meine Zukunft vor Augen. Und - er ist mir stets nahe. Er ist bei mir. Wenn ich mir das vergegenwärtige, dann kann ich innerlich ruhiger werden. Denn Gott ist immer schon da, wo ich erst noch hinkomme. Und zwar sowohl örtlich als auch zeitlich. Gott weiß um meine Ziele. Er kann mit seinem Überblick beurteilen ob es klug ist sie zu verfolgen oder sinnlos. Wenn sie falsch sind, kann er meine Einstellung ändern. Mir meine Starrköpfigkeit umdrehen. Mich offen machen für Neues. Wenn die Ziele gut sind, wird er mir helfen, sie zu erreichen. Er wird den Boden bereiten, dass gute Wege dahin beschritten werden können. Wenn ich glaube, dass Gott mit im Spiel ist, dann kann ich gelassener sein, weil ich weiß, dass er alles zum Guten führt. Egal ob das bedeutet, dass ich mich verändern muss oder ob ich beharrlich an dem bleiben kann, was ich als zielführend erkannt habe. Als „unruhiger Geist" versuche ich, mir das immer wieder einmal vor Augen zu führen. Und dann, mache ich die Erfahrung, stellt sich auch eine Ruhe im Herzen ein.

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