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DO IT YOURSELF. Selber machen. Nicht kaufen. Ich staune, wie groß der Trend derzeit wieder ist.
Auf unzähligen Blogs präsentieren Menschen zwischen Zwanzig und Vierzig im Internet die Produkte ihrer Bemühungen:
Bastelanleitungen für Papierflieger, selbstgehäkelte Pudelmützen, vegane Rezepte für Kinder oder Baupläne für Gartenhäuschen und Kindermöbel. Und sie machen Mut und sagen:
„Probier es aus. Vielleicht gelingt es dir nicht so ganz. Aber das macht nichts. Ein kleiner Fehler im Strickmuster gibt deinem Pullover erst seine Wertigkeit. Jetzt erst ist er original von dir!
In einem wissenschaftlichen Versuch hat man herausgefunden, dass das stimmt.
Man hat einigen Probanden kleine Schränkchen vorgestellt. Einmal als fertiges Produkt und einmal als Bausatz. Und dann ließ man sie den Bausatz zusammensetzen. Und am Ende hieß es dann:
Und wie viel kostet jetzt das Schränkchen?
Alle selbsgebauten Werkstücke wurden teurer eingestuft als die fertigen Möbel. Selbstgemachtes war ihnen mehr wert. Auch wenn es nicht perfekt war.
Es gibt einen Witz, den ich wunderbar finde. Weil er das Ganze auf den Punkt bringt. Der Physiker Altert Einstein wollte sein ganzes Leben wissen, was die Welt im Innersten zusammenhält. Wie alles angefangen hat. Die Weltformel also. Hat sie aber nicht gefunden. Als er starb, wollte er deshalb unbedingt bei Gott selbst vorstellig zu werden.
Im Himmel bekam er tatsächlich den ersehnten Gesprächstermin.
- Nun, mein Sohn?
- Mein Name ist Einstein.
- Ich weiß.
- Ich war auf der Suche nach der Weltformel.
- Ich weiß.
- Und nun möchte ich sie gerne sehen. Gott reicht ihm einen alten vergilbten Satz Papiere. Einstein ist ganz aufgeregt.
- Und das ist sie?
- Aber gewiss. Nimm dir Zeit.
Mit zitternden Fingern hält Einstein die Formel und beginnt sie zu studieren. Er liest und liest. Und rechnet und rechnet. Aber dann stammelt er: mein Gott, das kann nicht sein, das geht doch gar nicht. sie ist voller Fehler.
- Ich weiß. Deshalb hab ich sie auch so lieb, diese Welt.

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Wie, und du arbeitest immer noch? fragt mich einer der alten Mitschüler beim Klassentreffen. Auch jetzt, im Ruhestand? Predigt halten? Ja, sage ich. Mit großer Freude. Es macht mir ganz einfach Spaß.
Ich weiß, das können nicht viele von ihren beruflichen Tätigkeiten sagen.
Da ist ja viel Stress und Druck und viele Dinge, die einfach getan werden müssen. Trotzdem finde ich wichtig, bei allem sich immer auch die Freude zu bewahren.
Wenn Kindern etwas Freude macht, gehen ihnen die Dinge spielerisch von der Hand. Ja, sie können ganz und gar in ihrer Arbeit versinken.
Da wollen sie unbedingt ein nicht ganz einfaches Legohaus bauen, oder ein Flugzeug basteln. Sie tun es einfach und drumherum gibt es nichts.
Sie sind nur mit ihrem Spiel beschäftigt, mit rotem Kopf und leuchtenden Augen.
In einer Studie hat man übrigens herausgefunden, dass auch wir Erwachsenen am kreativsten sind und am wirksamsten arbeiten, wenn wir in der Tätigkeit ganz aufgehen. Psychologen nennen das einen FLOW.
Und so einen FLOW gibt’s nur, wenn es Freude macht.
Zeit spielt keine Rolle mehr. Wie bei mir, wenn ich Predigt schreibe. Da bin ich ganz bei mir selbst und dem, was ich tue. Und bei der Freude am Tun. Natürlich geht es auch bei mir manchmal nicht ohne Druck. Der gehört dazu. Aber er darf nicht alles sein.
Wenn zum Beispiel ein Kind oder ein Jugendlicher über die Schule nur noch stöhnt, dann läuft was schief.
Ich kenne zwei Jugendliche, denen das so ging.
Einer von ihnen hat sich im Jugendkreis den anderen mit seinem Namen vorgestellt und hat dann gesagt: Ich bin ein schlechter Schüler. Und der Andere ging gegen den erklärten Willen seines Vaters von der Schule ab, ein Jahr vor dem Abitur. Die Familien waren in großer Sorge. Ob das mit denen gut geht? Ob aus ihnen noch irgendwas wird?
Der eine ist heute Karosseriebauer und der andere ist Tischler.
Sie haben einen Beruf gelernt, der ihren Fähigkeiten entsprochen hat und ihrem Talent gemäß war. Deshalb haben sie alles mit großer Freude gemacht.
Ich habe sie vor Kurzem wiedergetroffen.
Beide sind Meister geworden und haben strahlend von ihrem Beruf erzählt. Sie bilden Lehrlinge aus und geben ihnen ihre Freude am Handwerk weiter. Wunderbar.

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Ich fühle mich, als könnte ich Bäume ausreißen, heißt es heute in meinem Kalenderblatt.
Und weiter:
Also, kleine Bäume. Vielleicht Bambus. Oder Blumen. Na gut. Gras. Gras geht. Bäume ausreißen, Ich kann das!. Als Student, 1968, hab ich das auch gedacht. Die Welt retten. Zumindest umgestalten. Oder wenigstens: die Fehler der Alten nicht wiederholen. Aber das war gar nicht so einfach.
Bäume ausreißen. Na gut, kleine Bäume, Vielleicht Bambus. Na gut. Gras. Gras geht.
Einer, der so gedacht hat, ist vor kurzem gestorben.
Egon Bahr. 93 Jahre ist er alt geworden und rückblickend haben alle gesagt: der hat Bäume ausgerissen.
Damals aber hat man gar nicht gesehen, was er eigentlich gemacht hat, bei seinen Verhandlungen mit den Amerikanern, mit den Russen, mit der DDR.
Wie er um jede Formulierung gestritten und gekämpft hat in den Verträgen. Politik der kleinen Schritte nannte er sein Programm.
Und- er war überzeugt: Gespräche führen, miteinander reden, verhandeln, bringt Konfliktpartner einander näher.
Keine Bäume ausreisen. Aber Gras. Gras geht.
Dabei hat er nicht nur Freunde gefunden, er war auch angefeindet. Vaterlandsverräter haben manche ihn genannt.
Aber irgendwann musste nicht mehr verhandelt werden. Die Mauer, die Deutschland geteilt hat, ist gefallen. Als niemand noch ernstlich dran geglaubt hat.
Ich freue mich immer, wenn Leute Bäume ausreißen wollen. ‚Aber oft gehen große Bäume halt nicht. Aber es gibt ja auch noch kleine Bäume. Oder Gras. Gras geht.
Auch heute. Wenn pensionierte Lehrerinnen den Flüchtlingen deutsch beibringen, wenn Ärzte unentgeltlich sie medizinisch betreuen, wenn Ehrenamtliche sich um die kümmern, die in ihrer Nähe gestrandet sind, aus einem Kriegsland, dann reißen die alle keine Bäume aus. Sie beenden nicht den Krieg, vor dem die Menschen fliehen. Aber Gras. Gras geht.
Wenn Sie heute gern mal wieder Bäume ausreißen würden- lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn das nicht klappt. Nehmen Sie lieber kleine Bäume. Oder Gras. Gras geht.

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Heute werden in Rheinland-Pfalz viele Sechsjährige zum ersten Mal in die Schule gehen. Begleitet von den Eltern, den Großeltern, den Paten. Und vielleicht auch gesegnet in einem Gottesdienst.
Ein großer Schritt- nicht nur für kleine Menschen. Ab jetzt heißt es für die Eltern ständig: Kinder loslassen, eigene Wege gehen lassen. Neue Wege, Straße und Ampeln. Neue Gebäude, die Lehrer, die älteren Mitschüler. Was kommt da auf unsere Kinder zu?
Werden die das alles schaffen? Wie können Sie sich ihre kindliche Heiterkeit bewahren in diesem so genannten „Ernst des Lebens“. Worauf müssen die Eltern, die Großeltern am meisten achten?
Vor kurzem habe ich ein Foto von meiner Einschulung gefunden. Ist ja lange her. Da stehe ich zwischen meinen Klassenkameraden und -kameradinnen. In Lederhose und mit Schulranzen. Ohne Schultüte. Und gucke fröhlich in die Welt. Voller Erwartung. Sichtlich neugierig.
Und ich habe mich wieder an das Gefühl von damals erinnert: wie behütet ich war. Nein, meine Eltern haben mich nicht ständig beaufsichtigt. Ich war ein gänzlich freies Kind. Das ganze Dorf war mein Spielplatz, die Weinberge und der nahe Wald auch. Sie wussten nicht, wo ich gerade war. Aber sie haben mir vertraut und haben an mich geglaubt. Dass ich das schon schaffe. Und ich konnte immer kommen, wenn ich ein Problem gehabt habe. Diese Geborgenheit hat mich beflügelt und mir Mut gemacht. Damals. Heute machen sich junge Eltern viele Sorgen um ihre Kinder. Machen sich Sorgen, dass sie ja alles richtig machen.
Meine Erfahrung ist: es braucht gar nicht so viel. Man muss Kinder nicht ständig überwachen, man kann sie nicht vor verletzenden Erfahrungen bewahren. Und sollte es auch nicht. Das Wichtigste ist, dass sich die Kinder behütet fühlen.
Und das kommt, wenn man ihnen was zutraut und für sie da ist, wenn sie einen brauchen.
Jesus hat das sinngemäß so gesagt: Macht euch keine unnötigen Sorgen! Sorgt euch zuerst um das, was wirklich wichtig ist: Liebe, Vertrauen, Wertschätzen. Und alles andere wird euch zufallen.

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Nun sind sie vorbei, die Ferien. Jedenfalls in Rheinland Pfalz. Was war das schön, sich morgens im Bett noch mal rumzudrehn... aber das ist jetzt vorbei.
Schließlich müssen sich viele von uns ums Bruttosozialprodukt kümmern. Dafür sorgen, dass der Laden läuft.
Urlaub könnte ich auch hauptberuflich machen- steht heute auf meinem Kalenderblatt. Urlaub hauptberuflich- ich versteh das so: als „Urlaub in der Arbeit“. Mittendrin und zwischendurch. Eine Freundin hat dafür ein Bild. Sie spricht vom „Mokka zwischendurch“. Der tut nicht nur gut, der ist auch notwendig.
In der Bibel gibt es sogar eine Geschichte dazu.
Jesus ist in Bethanien und bei den Schwestern Martha und Maria zu Besuch.
Martha – ganz die Hausfrau- kümmert sich ums Essen, um den Staub auf seinen Kleidern und dass er sich hinlegen kann. Schließlich braucht er Erholung.
Maria, die Schwester, wuselt nicht herum und kümmert sich auch nicht um sein Wohl. Sie sitzt einfach nur zu Jesu Füßen und hört ihm zu. Martha bemerkt das natürlich.
Sie ärgert sich und meint, Jesus solle ihr mal Beine machen, damit sie mithilft. Aber Jesus bleibt ganz entspannt.
Martha, du machst dir viel Sorge und Mühe, sagt er. Aber es braucht auch das, was Maria tut. Sich hinsetzen, da sein, hinhören. Mach es nicht klein.
Ich meine, es tut nicht nur gut, es ist auch notwendig: mitten im Alltagsgewusel einfach mal dasitzen.
Da sein, hinhören, was wichtig ist und das Leben ausmacht. Sicher, das braucht auch ein paar Minuten. Wenn zum Beispiel die Kollegin in der Tür steht und was sagen will. Dann einfach da sein, hinhören. Das ist manchmal wichtiger als alles Gewusel. Und es kann für alle wie Urlaub sein. Mitten im Alltag.
Und belebend- wie eben ein „Mokka zwischendurch“.

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„Bäume wachsen nicht in den Himmel“, sagt ein Sprichwort.
Nein, das tun sie in der Tat nicht.
Sie wachsen so lange, wie es ihnen von der Natur, dem Schöpfer vorgegeben ist.
Sie tragen Frucht.
Und werden dann irgendwann einmal knorrig und alt.
Ein Mensch gleicht einem Baum, so heißt es im ersten Psalm der Bibel.
Und es ist wie beim Baum: Hauptsache, er steht auf gutem Grund und nah am Wasser, damit er wachsen und Früchte bringen kann.
Dann geht’s dem Baum gut und uns auch.
Dann sind wir biegsam in der Jugend, man kann uns erziehen, so wie die Obstbauern das Spalierobst ziehen.
Und was für eine Freude, wenn so ein Bäumchen zum ersten Mal so richtig blüht und duftet und vielversprechende Fruchtansätze trägt.
Und dann trägt der Baum Früchte, wie wir meist im Sommer oder im Herbst des Lebens. Es sind ganz verschiedene Früchte. Einzigartige.
Ich muss mich nur mal in meinem direkten Umkreis umschauen. Was für eine Fülle an Früchten und Talenten.
Die einen können mit den Händen Wunderbares zusammenbauen, die anderen machen Musik, oder unterrichten die Kinder so, dass die ganz fasziniert dabei sind, Und dann gibt’s welche, die können einfach nur gut zuhören. Und haben dabei hilfreiche Ideen.
Und das alles darf und soll sich entwickeln, zum Tragen kommen, wachsen.
Bis ins hohe Alter hinein ist das möglich, dass der Mensch wie ein Baum Früchte trägt.
Ich kenne einen alten Rockmusiker, der rockt eine betreute Grundschule, indem er mit den ganz Kleinen singt und Gitarre spielt, was den Kindern einen Riesenspaß macht.
Bäume wachsen von innen nach außen.
Das siehst du an den Jahresringen. Jeder Ring steht für ein Jahr, und wie der Baum mit Wind und Regen und Hitze fertiggeworden ist.
In uns Menschen schlummert auch ein Schatz an Erfahrung und Lebensweisheit. Die kann man zwar unter der faltigen Rinde nicht sehen, trotzdem ist er da.
Auch wenn ich inzwischen älter und auch ein bisschen knorrig geworden bin, gebe ich diesen Schatz gerne weiter. Und Sie wahrscheinlich auch. Bäume wachsen nicht in den Himmel, sagt das Sprichwort. Nein, das tun sie in der Tat nicht.
Sie wachsen so lange, wie es ihnen von der Natur, dem Schöpfer vorgegeben ist. Sie tragen Früchte- bis ins hohe Alter.
Und sie können das auch. Hauptsache, sie stehen auf gutem Grund. Und immer nah am Wasser. An der Quelle des Lebens. Immer in Wurzelweite zu Gott. Meint der Beter des ersten Psalms. So hat Gott uns gemeint.

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Sind Sie ein Vor-Sorger? Oder lassen Sie die Sorgen Sorgen sein?
Gehen Sie am Beginn der Winterzeit zur Grippeimpfung, damit sie die Welle gut überstehen? Oder sagen Sie: Es wird schon gut gehen?
Wenn ich meiner Frau mit meinen Sorgen und meinen Ängsten komme, dann sagt sie oft: Das seh´n wir dann. Kommt Zeit, kommt Rat. So ähnlich, stelle ich mir vor, ist Jesus mit den Sorgen umgegangen.
Nicht naiv. Aber auch nicht ständig mit den Sorgen beschäftigt. Seht die Vögel unter dem Himmel, hat er gesagt. Die säen nicht, sie ernten nicht und unser himmlischer Vater ernährt sie doch.
Mit den Vögeln haben wir etwas gemeinsam. Wir habens nun mal nicht im Griff. Nicht alles jedenfalls. Auch wenn wir uns gegen alles Mögliche versichern:
Haftpflichtversicherung, Unfallversicherung, Krankenversicherung, Brandversicherung, Rentenversicherung, wir haben es trotzdem nicht im Griff.
Es kann trotzdem alles Mögliche passieren. Wir können uns nicht gegen die Gier mancher Reicher versichern. Nicht gegen den Terror verblendeter IS –Milizen.
Nicht gegen Selbstmordattentäter. Wenn aber so etwas Schlimmes passiert, dann stehen wir einfach zur Seite, helfen die Last zu ertragen.
Dann ist die Zeit, um zu raten und zu tun.
Jesus sagt:
Gott ernährt doch auch die Vögel unter dem Himmel.
Und ihr seid ihm viel mehr wert als die Vögel.
Habt Vertrauen.
Dass Rat kommt zur rechten Zeit, wenn er gebraucht wird.
Dass Wunden heilen.
Dass Lösungen sich ergeben.
Jesus meint, dass unsere Sorgen in einem viel größeren Zusammenhang stehen.
Was sind meine Sorgen im Vergleich zu dem, was Andere erleiden und erdulden, was sie durchstehen müssen?
Ich habe das immer wieder erlebt, dass meine Sorgen und Ängste, mein Päckchen kleiner wurde, wenn ich mit anderen Menschen geredet , von ihren Sorgen gehört habe.
Also: Mach dir keine unnötigen Sorgen. Das sehen wir dann, sagt meine Frau. Kommt Zeit, kommt Rat. Ich wünsche Ihnen einen sorgenfreien Tag und ein ebensolches Wochenende.

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dann um Wind beten.
Der Johann, rheinhessisch Hannes, braucht Geld. Viel Geld. Und so geht er zur Kirche und betet: Herr, schenke mir einen Lotteriegewinn.
Immer wieder betet er so. Aber er gewinnt nichts.
Schließlich, hört er beim Beten eine tiefe, laute Stimme: Johann, gib mir eine Chance, kauf dir ein Los! Vielleicht kennen Sie diesen alten Witz.
Man könnte es auch so sagen: Machen wir es doch Gott ein  bisschen leichter, uns zu helfen.
Erst Segel setzen, dann um Wind beten!
Für mich hat das ganz praktische, handfeste Konsequenzen.
Wenn du möchtest, dass deine Kinder zu guten Menschen heranwachsen, dann lebe ihnen vor, was in deinen Augen gut heißt.
Und vor allem sorge für gute Schulen!
Und erzähle ihnen von dem Vater im Himmel, der sie hält und trägt.
Und dann bitte Gott, dass er sie behütet.
Wenn du willst, dass der Golfstrom auch in hundert Jahren noch Mitteleuropa erwärmt und unsere Nachkommen nicht in einer neuen Eiszeit leben müssen, dann überdenke den Gebrauch von Auto, Flugzeug und sonstiger Energie.
Und dann bitte Gott, die Erde zu bewahren.
Erst Segel setzen, dann um Wind beten!
Wir Menschen haben ja nicht nur das Segeln erfunden, wir fliegen sogar durch den Weltraum, so klug und erfindungsreich sind wir.
Aber wir sind eben auch:
Fehlbar, streitbar, selbstbezogen, bequem, eigensinnig und machtbesessen.
Also müssen wir darum bitten, dass Gott seinen guten Geist schickt.
Der weht ja bekanntlich, wo er will, nicht wo wir wollen.
Gottes Geist lässt große Flügel wachsen.
Auch da,  wo wir uns schwach fühlen, sozusagen mit viel zu kleinem Segel.
Und er beschert manchen mächtigen Segeln eine Flaute – zum Segen aller.
Gottes Geist macht, dass wir andere Segel setzen:
Vergeben, neu beginnen, aus Fehlern lernen.
Wir sind ja Gottes Kinder.
Und können mit ihm auch so reden:
Vater unser im Himmel
Dein Reich komme
Dein Wille geschehe
Gib uns zu essen
Lass uns Vergebung üben
Lass uns nicht alles Machbare durchsetzen
Wir setzen die Segel, wir bitten dich, Gott, um den richtigen Wind, deinen guten Geist!
Ich wünsche Ihnen ein guten Tag.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19687

Für Viele, vor allem berufstätige Leute, ist ein Leben ohne Smartphone undenkbar. Weil viele Absprachen und Termine gar nicht anders möglich sind als mit einem mobilen Internet in der Tasche.
Aber Smartphones können auch zur Landplage werden. Vor allem dann, wenn sie verhindern, dass man ganz normal miteinander redet. Es war vor ein paar Tagen in Berlin. Und ich hatte mich verlaufen.
Wie komme ich jetzt zum Tauentzien? frage ich einen jungen Mann. Er schaut erstaunt von seinem Smartphone hoch. Sie wollen zum Tauentzien? Schauen Sie in Ihr Smartphone!
Ich bin ganz perplex, stammle, dass ich keins hätte, worauf er – schon wieder mit seinem Display beschäftigt – brummelt, ich solle mir halt eins besorgen. Wie läufst du durch die Welt? Was von dem, was dich umgibt, nimmst du wahr? Wie begegnest du den Menschen um dich herum? Wann schaust du aufs Smartphone und wann den Anderen in die Augen?
Das muss man ja erst mal lernen, wenn man so ein Ding besitzt und auch benutzt.
Bei einem Konzert stand ich mit Tausenden von Fans und hörte wunderbare Musik: Eric Clapton.
Ich war ganz Auge und Ohr.
Und um mich herum eine große Gruppe von Jugendlichen.
Jeder hielt sein Smartphone in die Höhe und nahm das Konzert auf.
Und dabei waren sie vor allem mit der Technik beschäftigt, alberten herum und haben gar nicht gemerkt, dass sie ein Erlebnis konserviert haben, das sie gar nicht richtig mitbekommen haben.
Warum ist das mit dem Hinschauen, dem Hinhören, dem Wahrnehmen so wichtig?
Weil ich nur dann meine Umwelt oder mein Gegenüber ganz wahrnehme, mit allen Sinnen, mit allem, was ich fühle.
Weil nur so Wunder passieren können.
Jesus zu Beispiel. Immer schaut er genau hin, hört zu, fragt nach. Nimmt sich Zeit für den Menschen ihm gegenüber. Und schon passiert ein Wunder. Jemand kann wieder sehen, hören, laufen. Seine Welt neu begreifen. Leben bricht auf. Lassen Sie sich doch einfach überraschen – von Menschen, von Musik, vom Leben. Mit dem Smartphone in seiner Hülle. Auszeiten für Wunder.
Ich wünsche Ihnen einen unerwartet guten Tag.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=19686

Alle Menschen haben Angst. Und die Deutschen, so sagt man, haben besonders viel Angst – German-Angst, sagt man in Europa. Sorgen, die einen nicht schlafen lassen. Dass man in Geldnot gerät. Oder zum Pflegefall wird. Dass unsre jungen Leute arbeitslos werden. Und natürlich ist da die Angst vor den unheilbaren Krankheiten.
Jetzt gibt es Smartphones, die spielerisch damit umgehen. Zum Beispiel mit einer App, die „Worry-Box“ heißt. Nur ein Klick -- und du bist sie los, die Angst. Wie? Ganz einfach.
Zum Beispiel mit den „Relax-Melodies“
Entspannungs-Melodien.
Bei Schlaflosigkeit kann man sich einen Entspannungsklang zusammenstellen. Man kann auf das Bild einer Regenwolke drücken – und schon prasselt  es ganz entspannend.
Vögel zwitschern ins Ohr oder der Ozean rauscht. Ich habs mal ausprobiert. Es klingt wirklich ganz schön. Aber meine Angst ging trotzdem nicht weg.
Sie hat sich mitten ins Vogelgezwitscher gesetzt und mir tief in die Augen geschaut.
Vielleicht bin ich ja hoffnungslos altmodisch. Aber ich ziehe da eine andere Methode vor. Eine die vielfach erprobt ist.
Zum Beispiel: Du lädst deine beste Freundin zum Kaffee ein, und ihr redet.
Sie hört dir zu und du ihr.
Und ihr stellt fest, dass es die gleichen Ängste sind, die euch im Griff haben.
Und ihr schaut euch tief in die Augen. Dann hat die Angst nicht mehr viel Platz – in Herz und Sinn. So funktioniert das alte Modell Trösten.
Ich trage deine Last und du trägst meine. Und die Ängste, die sich nicht wegtrösten lassen? Ich kenne dafür ein großes Trostbuch. Im Alten Testament.
Die Psalmen.
In einem heißt es:
HERR, du erforschst mich und kennst mich.
Ich sitze oder stehe, so weißt du es, du verstehst meine Gedanken von ferne.
Ich gehe oder liege, so bist du um mich und siehst alle meine Wege....
Von allen Seiten umgibst du mich und hältst deine Hand über mir.
Psalm 139
Ich wünsche Ihnen einen guten Tag

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