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Die Texte unserer Radiosendungen in den Programmen des SWR können Sie nachlesen und für private Zwecke nutzen.
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06NOV2021
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Juden, Christen, Muslime, Buddhisten, Hinduisten – gehören die Religionen eigentlich zusammen? Georg Schwikart, evangelischer Theologe und freier Schriftsteller, formuliert seine Antwort mit einem Bild:

Gottes Haus hat viele Türen. Eine davon ist für Juden, eine andere für Christen, wieder eine andere Tür für Muslime; und es werden wohl noch mehr Türen in Gottes Haus führen. […] Von außen gibt es also mehrere Eingänge in dieses Haus.

Im Haus selber ist aber nur eine Tür: sie führt zum Festsaal von Gottes Herrlichkeit, in den einst alle Menschen gemeinsam hineingehen werden.

Georg Schwikart, Julia und Ibrahim. Christen und Muslime lernen einander kennen

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05NOV2021
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Jeder Mensch wird eines Tages sterben. Wie mit diesem Wissen umgehen? Die sechsfache Mutter und Lyrikerin Ursula Matenaer hält ihre Gedanken in einem Gebet fest. Sie sagt:

Mich trösten Abendlied und Morgenstern und […] Ringelblumen und Mohn - so viel die Vase fasst. Dennoch mein Gott, der Weg, den Du mir zugedacht und abgemessen hast, ist mir noch fern.

Gott, halte mich jetzt fest! Und lass die Hoffnung in mir ranken wie ein starkes Tau, an dem man höher steigen und mehr sehen kann: Du kannst mein Lachen nicht nur für diese kurzen Tage erschaffen haben […]Füge mich in Deine Pläne sanft hinein.
- Du allezeit mich Liebender – und lehre mich und lass mich spüren:
Hier wie dort bin ich in Gottes Hand!

Urslula Matenaer, In: Evangelisches Kirchengesangbuch.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34181
04NOV2021
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Die eigenen Eltern altern zu sehen, ist nicht immer leicht. Die 23-jährige Jamila hat sich mit dieser Thematik auseinandergesetzt und sagt:

Lange wollte ich nicht wahrhaben, dass meine Eltern altern. Weil ich aber weder die Zeit zurückdrehen noch anhalten kann, habe ich irgendwann beschlossen, zu akzeptieren, dass wir alle alt werden. Das klingt banal, aber wenn man sich diesen Gedanken immer wieder vor Augen hält, fällt auf, wie wichtig es ist, zu verinnerlichen, dass nichts selbstverständlich ist.
Ich habe dadurch gelernt – und lerne es immer noch – jeden Moment mit diesen geliebten Menschen zu schätzen. Ich freue mich, dass meine Eltern gesund sind und wir noch Zeit miteinander verbringen können. Warum sorgenvoll in die Zukunft blicken, wenn ich im Hier und Jetzt mit meinen Eltern glücklich sein kann?
Ich wünschte nur, es würde mir jeden Tag gelingen, so zu denken.“

Warum es so schwer ist, die eigenen Eltern altern zu sehen

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34180
03NOV2021
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Fröhlich sein und Gutes tun – das ist die Quintessenz des Lebens. In der biblischen Weisheit klingt das so:

Gott hat alles schön gemacht zu seiner Zeit. Auch hat er die Ewigkeit in das Herz der Menschen gelegt, ohne dass die Menschen herausfinden können, was Gott von Anfang bis Ende wirkt.  
Als ich das erkannte, merkte ich, dass es nichts Besseres gibt als fröhlich zu sein und Gutes zu tun in seinem Leben. Denn ein Mensch, der da isst und trinkt und hat guten Mut bei all seinem Mühen, das ist eine Gabe Gottes.

Prediger 3, 11-12

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34179
02NOV2021
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Hanna Veiler studiert Kunstgeschichte und Französisch an der Uni Tübingen und sie ist Jüdin. Wen das erstaunt, dem sagt sie:

"Hey, wir jungen Menschen sind da. Auch wenn Du noch nie etwas von uns gehört hast und dachtest, alle Juden in Deutschland sind orthodox und alt."


Hanna Veiler, Titel: Ich bin Jüdin. Porträt einer jüdischen Studentin

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34178
01NOV2021
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Das Heilige findet sich mitten im Alltag und Profanen. Davon ist der Theologe Paul Tillich überzeugt. Er erklärt das In- und Miteinander so:

Das Profane und das Heilige können nicht voneinander getrennt werden. Das Profane kann der Träger des Heiligen werden und das Göttliche kann in ihm deutlich werden. Nichts ist […] unabänderlich profan. Alles hat die Dimension der Tiefe, und in dem Augenblick, in dem diese Dimension sich zeigt, zeigt sich auch das Heilige.

Paul Tillich, "Systematische Theologie", Band l

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34177
31OKT2021
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Heute ist Reformationstag. Er erinnert daran, dass Martin Luther vor über 500 Jahren seine Meinung vom freien Glauben auch vor dem Kaiser fest vertreten hat. Eckart von Hirschhausen würdigt dabei besonders drei Punkte. Er sagt:

Martin Luther hat uns immer noch viel zu sagen. [Für mich ist davon besonders wichtig:]
Rede verständlich, trau dich, deine Meinung zu sagen und stelle Dinge infrage –diese Freiheit brauchen wir heute genauso wie damals.

Eckart von Hirschhausen, Warum ich dabei bin

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34176
31JUL2021
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Mit heiterer Gelassenheit das Leben leben – das ist leider oft alles andere als einfach. Die Pfarrerin Hannelore Frank hat für sich erkannt:

„Für mein Leben möchte ich gern fröhlich, heiter und gelassen sein.
Nicht nur für mich allein, sondern auch um andere Menschen anzustecken.
[…] Aber ich weiß, dass ich’s nicht von selber kann.
Dass Fröhlichkeit, die durchhalten und ansteckend wirken soll, […] eine Gottesgabe ist.
Genauer gesagt: eine Sache der bewussten Gotteskenntnis und der Zustimmung zu dem, was Gott mit mir vorhat; Ob ich’s nun verstehe oder nicht.
Für mich ist das ein Grund zum Fröhlichsein, dass Gott heute und immer für mich da ist.
Ich bin fröhlich, weil ich Hoffnung habe.“

Hannelore Frank (1927-1973), Evangelisches Kirchengesangbuch. Ausgabe für die Landeskirche in Württemberg.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33588
30JUL2021
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Lieblingsmenschen – was macht sie so besonders? Der Schweizer Heilpädagoge Max Feigenwinter meint:

„Es ist ein grosses Geschenk, mit Menschen zusammen zu sein, die nicht darauf aus sind, immer mehr zu haben, sondern unterwegs sind zu sich selbst;
Menschen, die das Wesentliche suchen, entfalten wollen, was angelegt ist;
die aufeinander hören und voneinander lernen wollen;
die aufeinander zugehen und für Mitmenschen einstehen;
die ihre Gefühle zeigen und so Offenheit ermöglichen;
die herzhaft lachen können und Trauer verstehen;
die Herausforderungen annehmen und an ihnen wachsen;
die das Leben geniessen und für jeden Tag dankbar sind.
Menschen, die wissen, dass sie ihrem Leben nicht mehr Tage, aber ihren Tagen mehr Leben geben können.

Max Feigenwinter, Ein großes Geschenk, https://www.maxfeigenwinter.com/gedichte/leben-gestalten/leben-unterwegs-mit-andern

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33587
29JUL2021
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Den heutigen Tag zu einem besonderen Tag machen. Der Schriftsteller Paul Coelho ist ideenreich und sagt:

"Heute wäre ein guter Tag, um etwas Außergewöhnliches zu tun.
Zum Beispiel auf dem Weg zur Arbeit auf der Straße tanzen. […]
Ein Instrument kaufen, das wir schon immer spielen wollten […].
Dem Chef gegenüber eine Idee vorbringen, mit der wir uns vielleicht lächerlich machen, an die wir jedoch glauben.  […]
Wir können den Tag auch dazu benutzen, um alte Wunden zu lecken, die immer noch wehtun. Wir können aber auch jemanden anrufen, den nie wieder anzurufen wir uns geschworen haben - obwohl wir uns über eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter riesig gefreut hätten."

Paul Coelho, Aus der Reihe tanzen, in: Unterwegs. Der Wanderer. Gesammelte Geschichten ausgewählt von Anna von Planta.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33586