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15JAN2022
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Es gibt eine Sache, da werde ich immer wieder komisch angeschaut. Nämlich dann, wenn ich sage, dass ich kein Auto besitze, und zwar aus Prinzip. Meine Antwort wird zwar toleriert, aber die Augen meines Gegenübers verraten mir dann meistens doch, dass dem nicht ganz so ist.

Und ich kann es ja auch verstehen, dass es schwierig zu verstehen ist. Vor allem wenn ich dann noch sage, dass ich Autofahren eigentlich liebe. Aber ich habe für mich beschlossen, auf ein eigenes Auto zu verzichten. Aus mehreren Gründen.

Zum einen nervt mich das Parkplatzproblem in der Großstadt. Man findet nie einen, wenn man einen braucht. Als Fußgänger bin ich mit den Öffentlichen einfach schneller an meinem Ziel.

Und dann sehe ich an diesem Punkt auch nicht ein, dass ich nur für ein paar Minuten fahre, womöglich noch im Stau stehe und das Auto dann im Anschluss für eine wesentlich längere Zeit an einem Platz steht. Die Zeit, die ich im Auto verbringe, ist einfach viel zu gering, im Vergleich zu der Zeit, die es nur rumsteht. Für mich rechnet sich das nicht.

Ich bin deshalb im Team ÖPNV beziehungsweise mit dem Fahrrad unterwegs. Gut, ich habe jetzt auch den Vorteil, dass ich vieles fußläufig erreichen und erledigen kann. Und einen guten ÖPNV hat meine Stadt auch.

Wenn ich in meine Heimat, in den Schwarzwald fahre, sieht das schon anders aus, auf dem Land sind die Entfernungen einfach größer, da braucht man eine andere Mobilität. Verstehe ich. Wäre für mich aber immer noch kein Grund, mir ein eigenes anzuschaffen. Ich kann immer noch ein Auto ausleihen.

Mir geht es einfach bei der ganzen Thematik darum, gut hauszuhalten, mit den Dingen, die ich wirklich für mich brauche oder nicht. Es gibt vieles, was ich mir mit anderen teilen kann. Für mich ist die Welt ohnehin mehr als gut gefüllt, mit vielen Konsumgütern, die wir kaum oder gar nicht benötigen, wenn es auch anders geht. Tut mir leid, wenn das keine schönen Worte sind für das Land, in dem das „Heiligs Blechle“ beheimatet ist. Ich sehe das aber wirklich so, weil wir auf dieser einen Welt, die wir haben, gut haushalten sollten. Die ist mir nämlich heiliger als das Blechle.

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14JAN2022
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Vor einem Jahr habe ich eine Tochter zur Welt gebracht. Ein Ereignis, dass ich so nie vergessen werde. Es grenzt für mich an ein Wunder, wenn so ein kleiner Mensch geboren wird. Ich hab die Kleine zwar die ganzen Monate vorher in meinem Bauch gespürt, aber so ganz fassen konnte ich dann doch nicht, was da passiert. Bis zur Geburt, als wir uns dann das erste Mal gesehen und angefangen haben kennenzulernen.

Ich habe zwar zugesehen, wie mein Bauch wächst und gespürt, dass da was kommt. Aber eine Schwangere, die jetzt nur so vor Vorfreude strotzt, bin ich nicht gewesen. Wie denn auch? Ich hab ja nicht gewusst, wie es ist Mutter zu sein.

Mich hat es eher geärgert, wenn ich in Zeitschriften nur von glücklichen werdenden Eltern gelesen habe. Und es ist auch anstrengend gewesen, als mir in der Familie alle mitgeteilt haben, wie sehr sie sich aufs Kind freuen. Für schlechte Laune, Bedenken oder unangenehme Themen ist kein Platz gewesen. Es wurde erwartet, dass ich glücklich bin.

Für so ein Verhalten gibt es sogar einen wissenschaftlichen Begriff. Er heißt: toxische Positivität. Gemeint ist, dass gutes Leben nur an positiven Gefühlen gemessen wird. Für mich ist das ein Unding. Als Mensch bestehe ich aus ganz vielen und unterschiedlichen Gefühlen. Und die können mal angenehm und mal weniger angenehm sein. Unangenehmes begleitet uns sogar schon von Geburt an, nicht umsonst kommen wir schreiend zur Welt. Wenn es so existentiell ist, warum sollten wir also das Mutter- oder Vaterwerden nur schönreden?

Dass ein kleines Wesen zur Welt kommt, ist das eine und dass damit ein Leben beginnt. Für mich, wie gesagt ein Wunder. Darüber kann ich mich freuen, ja.

Aber, dass für mein bisheriges Leben eine neue Rolle beginnt, ist das andere. Ich werde nicht als Mutter geboren. Deshalb darf ich am Anfang Fehler machen und ich darf auch Bedenken haben. Ich darf mich selbst in Frage stellen: Bin ich eine gute Mutter, nur weil ich jetzt nicht überschwänglich glücklich unterwegs bin? Es  dürfen auch andere Gefühle sein. Mutter- oder Vaterwerden ist eine neue Rolle, in die ich erst hineinwachsen darf, mit allem was dazugehört. Und das geht eben erst, wenn ich als Mutter mein Kind kennenlerne, nach der Geburt. Dafür braucht es Zeit und kann dann auch gut und schön werden.

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13JAN2022
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Fürs neue Jahr habe ich eine große Bitte: Hören Sie mehr zu! Denn ich kann es nicht mehr aushalten, wie einander nicht mehr zugehört wird. Ich erlebe, dass es fast nicht mehr möglich ist, Diskussionen miteinander zu führen. Statt echter Gespräche nehme ich viele Monologe wahr, die in Einbahnstraßen münden. Es wird nicht mehr zugehört und miteinander geredet.

Die letzten Talkshows, die ich gesehen haben, sind immer nach Schema F verlaufen: Eine Person sagt ihre Meinung, eine zweite vertritt die gegenteilige Position. Dann schießen sich die Person, die eigentlich durchs Gespräch führen soll und die erste Person auf die zweite ein. Und dann geschieht Folgendes: Beide Parteien verharren bis zum geht nicht mehr auf ihrer Seite. Schlimmstenfalls wird dem jeweils anderen bisweilen sogar die Kompetenz abgesprochen. Und ich als Zuschauerin habe das Gefühl, den Personen geht es gar nicht um ein Gespräch miteinander, sondern sie wollen nur sich und ihre Positionen vertreten. Mehr nicht. Ein tristes Bild. Weil scheinbar die eigene Meinung viel wichtiger ist, als die der anderen.

Für mich hat das nichts mehr mit Dialogführen zu tun. Was ich so sehr vermisse, ist: Dass wir uns zuhören, wenn wir diskutieren, dass wir aufeinander eingehen und versuchen uns die Position des anderen zu eigen zu machen, uns in den anderen hineindenken. Ich will verstehen, was der andere meint, um dann vielleicht auch gemeinsam ein Thema von allen Seiten zu beleuchten. Ich vermisse eine Art der Diskussion, in der es wirklich um die Sache geht.

Denn wenn ich eine Sache von allen Seiten gut beleuchtet habe, kann ich mir doch einen Standpunkt bilden, weil ich dann erst verstanden habe, worum es den anderen geht und was mir daran wichtig ist.

Der jüdische Religionsphilosoph Martin Buber wusste, dass man erst am Du zum Ich wird. Erst wenn ich mich mit meinem Gegenüber auseinandersetze, kann ich meinen eigenen Standpunkt finden.

Und das meint eben nicht, dass ich mein Gegenüber fertig machen und auseinandernehmen muss.

Sondern es meint, dass ich mich wirklich auf das Du einlasse und eben seine Ansichten mit meinen abgleiche. Auch mal geduldig rückfrage, z.B. „Wie meinst du das?“ Es geht eben nicht darum, mit einer vorgefertigten Meinung in die Diskussion zu gehen, sondern durch das Gespräch zu einer eigenen Meinung zu kommen.  

Und wenn ich das wirklich mache, dann kann ich auch etwas für mich gewinnen. Und dann entsteht ein echter Dialog. Dann ist es kein Gegeneinander, sondern ein Miteinander. Und das beginnt eben immer … mit dem Hören.

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12JAN2022
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Erst schaut sie mich mit großen Augen an, und dann lächelt sie. Sie nimmt das Spielzeug, hält es mir entgegen und brabbelt drauf los, meine kleine Tochter.

Durch sie erlebe ich meine Welt anders. Denn zum ersten Mal bin ich in meinem Leben für einen anderen Menschen verantwortlich, weil er selbst noch viel zu klein für diese Welt ist und Hilfe braucht. Bei jedem Schritt und Tritt begleite ich meine Tochter und sorge für sie. Etwas worüber ich mir nie Gedanken gemacht habe, als ich noch kein Kind hatte. Weil es da mehr um mich ging. Aber jetzt habe ich eben die Welt einer Mutter betreten und merke, was es bedeutet.

Und das ist genau der Punkt, der mir am meisten Sorgen bereitet. Denn noch reicht uns beiden eine einfache Kindersprache aus, um miteinander zu kommunizieren und die Welt kennenzulernen. Noch.

Aber was, wenn sie zu fragen beginnt: „Warum ist das so?“ Wenn auf jede Antwort, die ich gebe, ein erneutes „Warum“ kommt? Auf vieles werde ich ihr eine Antwort geben können.

Aber sie könnte mich ja auch zum Umweltschutz, zum Konsumverhalten oder zu Gesundheitsmasken fragen. Einfach weil sie diese Themen sehr wahrscheinlich betreffen werden und sie sie nicht versteht. Also warum es beispielsweise manche Tiere oder Wälder nicht mehr gibt, warum Klamotten haufenweise weggeworfen werden oder warum eine Pandemie so lange dauert.

Das sind Themen, bei denen ich das Gefühl nicht loswerde, dass wir da als Erwachsene aktuell viel mehr tun sollten. Und ich habe Angst, dass wir irgendwann feststellen, dass wir anders hätten handeln können, aber nichts unternommen haben. Und sowas wird mir dann schwer fallen meiner Tochter eines Tages erklären zu müssen.

Zum Glück können wir dieses Warum-Spiel noch nicht spielen, es noch hinauszögern. Aber ich bin mir sicher, der Zeitpunkt wird kommen. Und ich wünsche mir nur allzu sehr für meine Kleine und die anderen Kinder, dass sie nicht so viel von dem was wir nicht tun ausbaden müssen.

Dass wir als Erwachsene nicht nur an uns selbst denken, weil es nämlich auch noch ein nach uns gibt. Und dass wir, wo es uns möglich ist, unser Bestes tun und vorrausschauend für die Zukunft der Kinder handeln. Weil sie unsere Hilfe dafür brauchen.

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11JAN2022
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Ein Vormittag in der Arbeit, wie er voller nicht sein könnte. Eine Besprechung jagt die nächste und dazwischen verschicke ich noch diverse Emails. Mein Kopf signalisiert: Halt! Gönn mir und dir ne kurze Auszeit, sonst wird das heute nix mehr mit uns zwei! Recht hat er und deshalb reiße ich kurz die Fenster auf und erlebe einen ungewöhnlichen Pausenmoment.

Denn statt Baustellenlärm und dem Verkehr der Straße höre ich eine einzelne Trompete, ganz klar. Sie spielt Dietrich Bonhoeffers „Von guten Mächten treu und still umgeben“. Ansonsten ist nichts zu hören, als würde alles Mittagspause machen. Ich bekomme eine Gänsehaut.

Mein Büro liegt gegenüber von einem Friedhof. Es ist also nichts Ungewöhnliches für mich, einen Posaunenchor oder Glockengeläut zu hören. Auch sehe ich öfters schwarzgekleidete Menschen, die Blumen in der Hand halten. Das passiert manchmal sogar mehrmals in der Woche, dass mich der Tod durch den Arbeitsalltag begleitet. Aber diese eine Trompete in der sonstigen Stille hat mich innerlich angehalten und auf Pause gedrückt.

Ich summe die Melodie mit und überlege, wann habe ich das letzte Mal dieses Lied gehört und bei wem? Ich weiß es nicht mehr. Vielleicht als meine Großeltern gestorben sind?

Und ich schaue rüber zum Friedhof. Ich sehe Menschen, die loslassen, die um einen lieben Menschen trauern. Die deshalb jetzt eine große Pause in ihrem Leben erfahren werden. Zwangsläufig.

Und ich sehe auf der anderen Straßenseite Kollegen, die von der Mittagspause zurückkommen und Autos, die an dem ganzen Geschehen vorrüberfahren. Als wäre nichts passiert. Leben und Tod sind da ganz dicht beieinander.

Meine nächste Konferenz beginnt gleich. Aber ich komme nicht ganz los von diesem Moment. Weil ich mich verbunden fühle mit dem, was ich da sehe. Mit den Menschen auf dem Friedhof, die trauern. Ich kenne es.

Ich spüre bei all dem: Mein Leben ist endlich. Noch bin ich auf dieser Seite, bin mitten im Leben bei der Arbeit. Aber da ist eben auch die andere Seite, der Tod. Diese Seite wird durchlässiger, wenn ich eine Pause mache und hinhöre. Wenn ich jede einzelne Note höre, die die Trompete spielt. Und diese Seite hilft mir dann wieder mich auf die lebendige Seite zu konzentrieren.

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10JAN2022
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Wenn ich morgens durch die Tageszeitung blättere und bei den Todesanzeigen ankomme, entdecke ich da manchmal ein Symbol. Einen Kreis mit einem Punkt darin. Für mich ist das ein Hinweis, dass ein Pfadfinder verstorben ist. Denn als alte Pfadfinderin kenne ich das Symbol nur zu gut. Es ist ein Wegzeichen und bedeutet: „Ich habe meine Aufgabe erfüllt und bin nach Hause gegangen.“ Früher haben wir den Kreis mit dem Punkt beim Schnitzeljagd-Spielen verwendet. Wenn ich das Zeichen jetzt aber in der Zeitung oder auch online sehe, dann sehe ich, wofür es noch steht: Für Pfadfinder, die ihre Aufgabe im Leben erfüllt haben.

Als Pfadfinderin habe ich einmal das Versprechen abgelegt, mein Bestes zu tun, die Welt ein wenig besser zu verlassen, als ich sie vorgefunden habe. Eine Mammut-Aufgabe und klar, ich weiß nicht, ob ich es schaffen werde. Aber ich arbeite daran, immer und immer wieder. Ob ich die Welt dann auch wirklich verbessert verlasse, das können später nur andere sagen.

Und das sehe ich eben, wenn ich den Kreis mit dem Punkt entdecke. Da ist nicht nur jemand gestorben, sondern da hat auch jemand seine Aufgabe erfüllt. Sie oder er hat die Welt ein Stückchen besser gemacht. Für Pfadfinder heißt das nicht nur, dass sich da jemand stark für die Natur eingesetzt hat und mit ihr besonders schonend umgegangen ist. „Ein Stückchen besser gemacht“ kann auch bedeuten, dass sich da jemand besonders für Andere eingesetzt hat. Damit z.B. auch Kinder im Rollstuhl auf ein Zeltlager fahren können.

Wenn Pfadfinder unterwegs sind, dann sind sie das gemeinsam und füreinander. Aber nicht nur für sich, sondern auch für andere. Insbesondere auch für die Menschen, die Unterstützung und Hilfe benötigen, weil sie sonst von der Gesellschaft ausgeschlossen werden. Und Pfadfinder setzen sich für einen sorgsamen Umgang mit der Schöpfung ein.

Und wenn ich jetzt an das Schnitzeljagdspielen zurückdenke, da haben wir früher selbst entschieden, wann die Aufgabe erledigt war und das Zeichen gesetzt. Beim Tod setzen das Zeichen andere Pfadfinder für einen. Wir selbst entscheiden nicht, wann die Aufgabe erfüllt ist. Aber ich kann versuchen, mein Bestes zu geben. Auch wer kein Pfadfinder gewesen ist, kann das versuchen. Weil es unsere Welt und wir als Gesellschaft verdienen, dass wir gegenseitig auf uns achten. Und wenn dann einmal meine Aufgabe im Leben erfüllt ist, kann ich gut nach Hause gehen. Dafür steht der Kreis mit dem Punkt darin.

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09JAN2022
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Der Zug knattert durch malerische Herbstwälder und ich träume vor mich hin. Ich bin mit dem Rucksack durch Rumänien unterwegs und plötzlich fällt mir ein, dass ich gar nicht weiß, wie ich vom Bahnhof zu meiner Unterkunft komme. Normalerweise habe ich gerne alles gut vorbereitet. Aber jetzt sitze ich im Zug in einem Land, dessen Sprache ich nicht spreche und die meisten Leute auch kein Englisch. Ich fühl mich unwohl, weil ich einfach nicht weiß, wie es jetzt weitergeht. Mir bleibt nichts anderes übrig als auf die Leute um mich herum einzureden, in der Hoffnung, dass mich irgendjemand versteht.

Und ich hab Glück: Ein junges Pärchen spricht Englisch und meint, ich solle ihnen folgen. Und dann geht alles super fix: Die beiden kaufen ein Ticket für mich und wir nehmen den Bus, laufen links, laufen rechts, und so weiter. Nach 20 Minuten stehen wir direkt vor meiner Unterkunft. Ich bin sprachlos, vor allem, weil ich am Anfang das Gefühl hatte, dass die beiden in eine ganz andere Richtung müssen und sie sich jetzt extra Zeit für mich genommen haben. Wie selbstlos!

Und als ich ihnen das Geld für mein Ticket geben will, lehnen sie es winkend ab: „Ist doch selbstverständlich, du bist Gast in unserem Land! In deinem Land würdest du das auch für uns tun.“

Mit so einer Antwort hatte ich nicht gerechnet. Weil, würde ich das wirklich tun? Bis jetzt habe ich das nämlich noch nicht gemacht.

Klar, ich bin auch schon nach dem Weg gefragt worden und hab den dann auch erklärt. Aber mitgelaufen oder ein Ticket bezahlt hab ich noch nie. Das ist auch mehr, als ich von den beiden erwartet hatte. Die beiden haben ihre eigenen Pläne umgestellt und sich um mich, eine Fremde, gekümmert. Dafür bin ich ihnen sehr dankbar, denn es war ein wunderbares Gefühl so umsorgt zu werden und zu wissen, ich bin nicht aufgeschmissen. Da ist jemand, der meint es gut mit mir. Jetzt geht es weiter.  

Deshalb will ich meinem Nächsten auch freundlich helfen. Mich und das was ich gerade tun wollte, etwas zurückstellen, um nach dem Anderen zu schauen, weil sie oder er sonst aufgeschmissen ist. Und weil es mir selbst in so einer Situation auch gut tut, dass man sich um mich kümmert. Und ich würde sogar behaupten, wenn das mehr Menschen so selbstverständlich handhaben, wie das Pärchen in Rumänien, dann würde das uns allen gut tun.

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