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05DEZ2021
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Ist doch alles nicht so schlimm, jetzt jammere doch mal nicht so rum! Das hab ich neulich einem Freund gesagt. Er hat sich über alles Mögliche beschwert. Ich fand das irgendwie übertrieben. Im Nachhinein hab ich es aber bereut, dass ich ihn so direkt abgewürgt habe. Klar, manchmal beschweren sich Menschen über jede Kleinigkeit. Aber es gibt auch Klagen, die Ausdruck echter Not sind. Da sollte ich einfach erstmal zuhören und nicht urteilen. Ihre Ängste und Sorgen klagt auch das Volk der Israeliten in der Bibel. Darüber wird heute in den Evangelischen Kirche gepredigt. Die Israeliten haben alles verloren: ihre Heimat, ihren Tempel, ihr religiöses Zuhause. Sie klagen Gott an:

„Wo sind deine brennende Liebe und deine Macht? Wo ist deine Barmherzigkeit – wir merken nichts davon.“ (Jesaja 63,15)

Die Israeliten haben sich auf Gottes Hilfe verlassen und wurden enttäuscht. Anscheinend hört er Ihnen nicht zu. Er hat seine Macht nicht gezeigt; er war nicht barmherzig. Da hat man allen Grund zur Klage. Und anscheinend tut es den Israeliten gut, zu klagen. Sie werden wieder zuversichtlicher. Denn es heißt weiter:

„Keiner hat jemals einen Gott wie dich gesehen. Du tust denen Gutes, die auf dich hoffen. (Jesaja 64,3)

Die Israeliten sind sich sicher: Gott hört ihnen zu. Er wird sie irgendwann wieder gut behandeln. Sie dürfen nur die Hoffnung nicht verlieren. Ja, klagen und hoffen – das gehört bestenfalls zusammen. Weil die Klage dann erträglicher wird. Aber beides seine Berechtigung behält. Dass sich zur Klage die Hoffnung gesellt – Das wünsche ich mir auch für all jene, die heute in Not sind: Männer und Frauen, die auf der Intensivstation um ihr Leben ringen. Angehörige, die um ihre Liebsten bangen. Pfleger, die unter einem ausbeuterischen System und der Unvernunft mancher Menschen leiden. Sicher, es ist manchmal fas unmöglich in all der Not, die Hoffnung nicht zu verlieren. Aber ich glaube, es hilft, die eigene Hoffnung zu zeigen und zu teilen. Heute zünden wir schon zwei Kerzen am Adventskranz an. Für mich sind das Lichter der Hoffnung. Ich zünde sie auch für diejenigen an, die so viel klagen oder Not sehen, dass ihnen die Hoffnung ausgeht. Denn es sind zwar kleine Flammen. Aber sie leuchten hell. Sie vermehren sich von Woche zu Woche. Das lässt mich hoffen.

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19SEP2021
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A, B, C oder doch Antwort D? Eine Frage, vier mögliche Antworten: Und liegt man 15mal richtig, kann man damit bekanntermaßen im deutschen Fernsehen eine ganze Million gewinnen. Auf alle Fragen, die richtige Antwort haben. Das finde ich bewundernswert.

In meinem Alltag als Pfarrer begegnen mir auch viele Fragen. Da weiß ich aber leider nicht immer alles. Gerade bei Fragen, bei denen es die Erwartung gibt, dass ich das wissen sollte: Warum lässt Gott zu, dass Menschen leiden? Oder: Ist Gott nicht nur Einbildung? Da ringe ich meist nach Antworten, muss lange nachdenken oder kann nur vorsichtig antworten. Das Leben ist eben keine Quizz-Show.

Und auch wenn ich in die Bibel schaue, finde ich keine einfachen Antworten. Soll man das fragen also lassen? Nein, sagt zumindest die Bibel.

Gott ist freundlich zu dem, der auf ihn hofft, und dem Menschen, der nach ihm fragt (Klagelieder 3,25). Das steht in einem Gedicht aus der Bibel, über das heute in den evangelischen Kirchen gepredigt wird.

Gott ist gut zu dem, der nach im fragt... Über richtige Antworten steht hier auch nichts.
Aber ich finde diesen Blickwechsel hilfreich. Denn wer fragt, bekommt vielleicht nicht immer Antworten. Aber der tauscht sich mit anderen aus, diskutiert und denkt nach. Und ich glaube, das bringt einen weiter.

Wie ist es mit dem Leid? Was hat Gott damit zu tun? Ich glaube, dem kann man sich nur annähern, es umkreisen, gemeinsam nach Lösungen suchen. Eine klare, eindeutige Antwort gibt es da nicht. Und ich denke, das ist bei den meisten religiösen, aber auch gesellschaftlichen Fragen so.

Religiöse Fundamentalisten oder politische Populisten geben  ja oft einfache Antworten auf schwierige Fragen. Widerspruch wird grundsätzlich abgelehnt und alternative Antworten nicht zugelassen. Sie sortieren alles in ihr Weltbild ein. Das mag bei manchen Menschen verfangen, weil suggeriert wird, alles sei klar und eindeutig.

Ich denke aber, das sind eigentlich keine ernsthaften und zufriedenstellenden Antworten. Denn nur wer unterschiedliche Sichtweisen und verschieden Lösungsansätze zulässt, nimmt die Frage richtig ernst. Einfache Antworten werden einer komplexen Wirklichkeit nicht gerecht.  

A, B, C oder D – in eine Spielshow funktioniert das mit einer richtigen Antwort. Im echten Leben ist es komplizierter. Aber gerade deshalb denke ich müssen wir fragen und hinterfragen – und Antworten gemeinsam suchen.

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25JUL2021
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Ich verzeihe dir! Du bekommst eine zweite Chance. Das sind erlösende Worte. Das hört wahrscheinlich jeder gerne. Allerdings finde ich verzeihen gar nicht so leicht. Ich nehme mir oft vor nicht hartherzig zu sein. Wenn ich mich aber wirklich ungerecht behandelt oder hintergangen fühle, dann ist es mit meiner Großherzigkeit schnell vorbei. Da bin ich oft nachtragen oder mich rächen.

Dem anderen eine zweite Chance geben! Den Kreislauf von Streit und Gewalt beenden. Darüber wird heute in den evangelischen Kirchen gepredigt. Der Apostel Paulus schreibt in einem Brief darüber: Manche von euch haben früher schlecht gehandelt. Ihr habt gestohlen, geraubt und seid fremdgegangen. Aber ihr habt euch geändert. Jetzt gehört ihr zu Gott. Er hat euch verziehen. (1Kor 6,11).

Paulus macht deutlich: Gott straft die Fehler der Menschen nicht einfach ab. Stattdessen bekommen sie eine zweite Chance - und damit die Möglichkeit, es beim nächsten Mal besser zu machen.

Das bedingt sich: Die Menschen haben sich geändert, weil sie Gott vertraut haben. Und gleichzeitig konnte sie sich ändern, weil Gott auch ihnen neu vertraut hat. Aus einer kaputten Beziehung kann so etwas Neues entstehen.

Das hat mich an die Geschichte von Bert Trautmann erinnert. Er war Soldat in Hitlers Wehrmacht und kam während des 2. Weltkriegs in britische Kriegsgefangenschaft. Später hat er in England als Fußballtorwart Karriere gemacht. Erstaunlich! Denn anfangs schlug ihm Ablehnung entgegen. Viele Engländer wollten keinen Deutschen, keinen „Nazi“ im Tor sehen.

Ausgerechnet ein jüdischer Rabbi unterstütze Trautmann öffentlich. Er warb dafür den Deutschen nicht nach seiner Vergangenheit, nicht nach seiner Herkunft zu beurteilen, sondern nach seinem Verhalten im Hier und Heute. Er gab dem deutschen Torwart eine zweite Chance.

Und Trautmann nutze sie; er wurde später für seine Verdienste um das deutsch-britische Verhältnis ausgezeichnet. Möglich wurde das, weil der Rabbi ihm neu vertraute. Angesichts der Verbrechen, die Deutsche an Juden verübt haben, finde ich das so kurz nach dem 2. Weltkrieg fast unglaublich. Ich denke, so etwas kann man nicht verlangen. Man kann es auch nicht erzwingen. Aber die Geschichte zeigt mir: Wenn jemand die Kraft findet zu verzeihen, kann etwas Wunderbares entstehen.

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09MAI2021
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Gibt es Menschen, die Gott bevorzugt? Oft höre ich: Vor Gott sind alle gleich. Aber jahrhundertelang galten zum Beispiel Geistliche oder sehr fromme Menschen als von Gott besonders geliebt. Eine ordentliche intakte Familie, in der sonntags alle zusammen brav in die Kirche gehen, gilt manchen heute als christliches Ideal. Sind sie Gott besonders nahe? Eine Erzählung aus der Bibel, über die heute in den evangelischen Kirchen gepredigt wird, stellt klar, für welche Menschen Gott sich besonders interessiert: 

6 Er hilft dem Armen und erhört das Gebet des Unterdrückten. 17 Er verachtet das Flehen der Waisen nicht noch die Witwe, wenn sie ihre Klage erhebt.

Es sind Menschen mit wenig Geld, Kinder ohne Eltern, Frauen ohne eigenes Einkommen, die für Gott besonders bedeutend sind. Der Text beschreibt das in einem Bild: Ihre Gebete dringen durch die Wolken, heißt es da. Also direkt zu Gott, so die Vorstellung.  

Ich finde das tröstlich. Dass Gott ganz besonders denen zuhört, die oft übersehen werden, die gesellschaftlich benachteiligt sind. Das sind heutzutage zum Beispiel Alleinerziehende, die kaum genug Geld haben, um ihre Familie zu versorgen. Das sind Erntehelfer ohne Krankenversicherung. Das sind Geflüchtete, die auf Schlauchbooten im Mittelmeer um ihr Leben fürchten. Auf sie gibt Gott besonders acht. Ich hoffe, dass gibt diesen Menschen auch selbst Zuversicht.

Bei Gottvertrauen und Trost allein sollte es aber nicht bleiben, finde ich. Ja, Gott hört die Armen und Benachteiligten, aber ich glaube, er braucht meine Mithilfe, um ihr Leben konkret zu verbessern.

Heute ist Europatag. Es wird daran erinnert, dass vor 71 Jahren politische Weichen für die Gründung der Europäischen Union gestellt wurden. Gerne wird betont, die EU sei eine Wertegemeinschaft. Das finde ich gut und wichtig. Aber es muss sich darin zeigen, wie wir zusammenleben und woran wir uns orientieren, wenn wir handeln. Ich möchte in dieses Europa christlichen Werte einbringen: Arme und Ausgegrenzte unterstützen, die der Bibeltext nennt. Mich dafür einsetzen, dass Menschen genug Geld haben, um am gesellschaftlichen und kulturellen Leben teilzunehmen. Dass wir Geflüchtete nach all unseren Möglichkeiten aufnehmen. Und ich glaube, wenn ich den Benachteiligten zuhöre und versuche sie zu unterstützen, dann komme ich auch Gott ganz nahe. Weil ich dann gemeinsam mit ihm am Werk bin.

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25APR2021
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Wie viele Götter kennen Sie? Für mich als Christ ist eigentlich klar: Es gibt nur einen Gott! Manche Gläubige verehren aber auch mehrere Götter. In der Antike war das noch weiter verbreitet. Aus meiner Schulzeit erinnere ich mich noch gut an die griechischen Götter: Hermes beschützt die Reisenden, Poseidon herrscht über das Meer. Dass es unterschiedliche Vorstellungen von Gott – oder eben Göttern –  gibt, macht deutlich: Wie ich die Welt und das Göttliche verstehe, kann für jemand anderen ganz fremd sein. Und umgekehrt!

Diese Erfahrung macht auch Paulus. Über eine Rede von ihm wird heute in den evangelischen Kirchen gepredigt. In der Bibel wird berichtet, dass er in Athen unterwegs war. Dort verehren sie andere Götter als er selbst. Paulus schaut sich das alles an und inspiziert die religiösen Orte. Und dann beginnt er den Athenern von seinem Gott zu erzählen.

Dabei wertet er die Götter der Athener nicht ab. Aber er argumentiert für den Gott, den er kennt und verehrt. Berichtet, wie er sein Leben positiv beeinflusst.

Ich finde das ein gutes Vorbild: die Sicht des anderen erstmal wahr- und ernstnehmen. Allein in Deutschland haben wir ja ganz unterschiedliche Religionen. Und es gibt Menschen, die glauben gar nicht an Gott. Aber alle eint: Sie haben ein bestimmtes Weltbild, ein bestimmtes Verständnis des eigenen Lebens.

Und ich glaube, wenn man gemeinsam in einer Gesellschaft lebt ist es wichtig, dass ich zumindest versuche zu verstehen, wie der andere die Welt sieht; und Gemeinsamkeiten suche. Aber auch für mich selbst ist es wichtig. Wenn ich nur mit Menschen spreche, die dasselbe glauben wie ich, werde ich immer nur bestätigt. Wenn ich mich aber mir Andersdenkende austausche, bin ich gezwungen mich selbst zu hinterfragen. Ich denke, das hilft auch das Eigene besser zu verstehen.

Ich glaube an den Gott, von dem Paulus erzählt. Warum? Ganz kurz: Weil er ein Gott des Lebens ist. Gott hat alles geschaffen sagt Paulus. Auch mich. Er will, dass ich und alles um mich herum blüht, lebt, gut versorgt ist. Mich beruhigt und entspannt dieser Glaube. Weil ich nicht für alles selbst sorgen kann und muss. Und ich kann mit dem, was ich glaube ganz entspannt Kontakt zu denen suchen, die anders denken und glauben. So können Beziehungen wachsen – über religiöse Grenzen hinweg.  

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Mütend. Der Begriff kam vor einigen Wochen auf, um den Gemütszustand vieler Menschen zu beschreiben. Mütend. Müde und wütend zugleich.

Seit über einem Jahr plagt uns das Virus. Ich bin auch müde von den ganzen Einschränkungen. Was fehlt, sind die schönen, spaßigen, befreiten Momente, die den Alltagstrott durchbrechen. Wütend macht mich, dass ich selber so wenig gegen das Virus machen und manche Entscheidungen anderer einfach nicht nachvollziehen kann.

Mütend waren denke ich, auch die Freunde Jesu nach seinem Tod. Ihr Traum von einem besseren Leben ist geplatzt. In der Geschichte, über die heute in den evangelischen Kirchen gepredigt wird, wird erzählt, wie es dennoch weitergegangen ist.    

Einige Fischer, die mit Jesus unterwegs waren, sind an den See Genezareth zurückgegangen. Dort begegnet ihnen ein Mann. Er sagt zu Ihnen: Werft das Netz aus, dann werdet ihr etwas fangen (Joh 21,6). Als sie das Netz wieder einholen, ist es randvoll. Abends sitzen sie zusammen am Lagerfeuer, unterhalten sich und essen gemeinsam den gegrillten Fisch. Ich stell mir das herrlich vor: Ein lauer Sommerabend, grillen mit Freunden. Und nach dem guten Essen und ein, zwei Bier fühl ich mich einfach gut: Ich fühl mich frei, sorglos, alles ist leicht. Angst, Wut, Zweifel sind in diesem Moment ganz weit weg. Das Leben ist so, wie es sein soll.

Das erleben auch die Freunde Jesu an diesem Abend. Und in dieser Situation erkennen sie in dem anfangs fremden Mann den auferstandenen Christus. Dadurch, dass genug für alle da ist; durch das gemeinsame Essen. Sie erkennen an diesem Abend: Christus lebt. Sie sind nun nicht mehr mütend, sie können hoffen.

Mir zeigt das: Christus kommt zu den Trostlosen und Traurigen. Die Begegnung mit ihm verändert; sie schenkt Hoffnung und Freude. Deshalb erkenne ich in Momenten der Unbeschwertheit, der Sorglosigkeit, der Hoffnung begegnet uns der auferstandene Christus.

Ja, und auch wenn diese Gefühle und Erfahrungen gerade oft überlagert werden, bin ich mir sicher: Hoffnung ist in der Welt. Leichtigkeit wird zurückkommen. Denn der Auferstandene begegnet uns Menschen immer wieder. Vielleicht schon heute in einem zufälligen Erlebnis. Vielleicht an einem lauen Sommerabend, wenn die Kontaktbeschränkungen gelockert sind. Wahrscheinlich ganz unerwartet, wie damals am See Genezareth.

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31JAN2021
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Geduld. Die brauchen wir gerade. Ich finde, die Pandemie hat die ganze Gesellschaft in eine Wartestellung versetzt: Wir versuchen den Alltag so gut es geht zu meistern, aber eigentlich warten wir darauf, dass sich die Umstände endlich bessern. Gerade warten viele drauf, dass sie geimpft werden und so hoffentlich wieder ein „normales“ Leben möglich wird. Wann das sein wird? – das weiß keiner so genau. Ich merke: die Ungewissheit, das Warten macht mich mürbe! Ich kann jeden verstehen, dem die Geduld ausgeht.

Geduld – das haben auch die Menschen gebraucht, an die sich der 2. Petrusbrief aus der Bibel richtet. Über einen Abschnitt daraus wird heute in den evangelischen Gottesdiensten gepredigt. Die Menschen, für die der Brief bestimmt war, haben Jesus nicht mehr selbst gekannt. Aber sie haben darauf gehofft, dass er nicht für immer tot ist und sie ihn irgendwann selbst sehen können. So wurde es ihnen zumindest versprochen.

Aber sie haben erlebt: Jesus ist nicht wiedergekommen. Und die Menschen haben sich gefragt: Sind die Erzählungen über Jesus nicht doch Fake News?

Deshalb erzählt der Brief mit einer Geschichte: Jesus ist Gottes Sohn. Das haben die Menschen erlebt, die ihn gekannt haben. (2. Petr. 1,16-21)

Ob das das Warten der Menschen erträglicher gemacht hat? Ob sie die Geschichte überhaupt geglaubt haben? Ja, wann ist eigentlich etwas glaubwürdig?

Klar, das Einfachste ist, ich bin selbst dabei. Oder ich bin mir sicher: Der Erzähler hat alles miterlebt. Ich habe z. B noch keinen Intensivpfleger gehört, der die Gefahr von Corona ernsthaft bestreitet. Deshalb kann ich die Leugner auch nicht verstehen. Es gibt genug Bilder und Berichte, die ihnen wiedersprechen.

Ich glaube auch den Menschen, die einräumen, dass sie nicht auf alles eine Antwort haben. Wissenschaftlern zum Beispiel, die wichtige Erkenntnisse liefern, aber auch zugeben, wenn sie etwas nicht wissen. Und ich glaube den Menschen, die auch mal mit etwas herausrücken, was ihnen vielleicht schaden könnte.

Die Menschen damals habe dem Briefschreiber vertraut. Sie haben an ihrem Glauben festgehalten und die Geschichten über Jesus ernstgenommen. So konnten sie zuversichtlich leben. und tun, was für den Alltag nötig war. Ihre Geduld war nicht umsonst.

Ich übe mich auch weiterhin in Geduld. Und auch wenn langes Warten an den Nerven zehrt, hilft es mir, auf das zu schauen, was in Zukunft Gutes kommen wird. Wann auch immer das sein wird. Es erleichtert mir das Warten.

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