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20NOV2021
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Der Autor Matt Haig hatte Depressionen. Dabei hat er gemerkt, wie wichtig es ist sich an schönen Dingen zu freuen. Für ihn sind das zum Beispiel:

„Sonnenaufgänge, Sonnenuntergänge, die zehntausend Sonnen und Welten, die nicht unsere sind, aber an unserem Nachthimmel strahlen. Bücher. Kaltes Bier. Frische Luft. Hunde. Pferde. Vergilbte Taschenbücher. Haut an Haut um ein Uhr früh. Lange, tiefe, bedeutungsvolle Küsse. Kurze, oberflächliche, höfliche Küsse. (Alle Küsse). […] Lachen. Ja. Lachen, bis es wehtut. Lachen, dass Du dich vorbeugen musst und der Bauch weh tut vor lauter Freude, vor lauter Befreiung, und dann richtest du dich stöhnend auf, holst tief Luft und siehst die Person an, die neben dir sitzt und sich über deine Freude freut.“

Matt Haig: Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34270
19NOV2021
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Auf was kommt es wirklich an? Darauf wirklich zu leben. Nichts bereuen zu müssen. Die Autorin Susanne Niemeyer formuliert das so:

„Und wenn morgen die Welt unterginge, dann möchte ich sagen können, danke, es hat gereicht. Ich habe jeden Apfel und jeden Hummer genossen und eins von beiden war immer da. […] Und wenn morgen die Welt unterginge, dann möchte ich sagen können, danke, ich habe geliebt. Mein Herz habe ich verschenkt, obwohl ich Angst hatte. Ich habe geküsst, auch, wenn zu arbeiten ergiebiger gewesen wäre, ich habe Münzen in Mützen geworfen und morgens im Bus gelächelt. […] Wenn morgen die Welt unterginge, dann möchte ich sagen können, danke, ich habe gelebt und die Lebensmittel nicht zu meiner Lebensmitte gemacht und mein Bankkonto nicht meine Freiheit bestimmen lassen.“

Susanne Niemeyer in: Susanne Niemeyer, Matthias Lemme, Brot und Liebe. Wie man Gott nach Hause holt

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34269
18NOV2021
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Es gibt viele Ideen davon, wie es nach dem Tod sein wird. In der Bibel wird eine davon beschrieben. Sie tröstet und macht Hoffnung:

„Ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen […] Gott wird bei ihnen wohnen und sie werden seine Völker sein. Gott selbst wird als ihr Gott bei ihnen sein. Er wird jede Träne abwischen von ihren Augen. Es wird keinen Tod und keine Trauer mehr geben, kein Klagegeschrei und keinen Schmerz. Denn was früher war, ist vergangen.“

Basibibel. Die Kompakte, Deutsche Bibelgesellschaft

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34268
17NOV2021
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Einzigartig hat Gott jeden Menschen gemacht. Daran dürfen wir die Menschen erinnern, die wir lieben. Nicht nur am Geburtstag. Lukas di Nunzio hat das in einem Lied so formuliert:

„[…] du bist einzigartig, jemand den ich ganz besonders mag
[…]
Du bist schon ein paar Jahre zu Gast auf dem Planet
Hast sicherlich bemerkt wie schnell sich diese Welt oft dreht
So ist es gut zu sehen, du bist von Gott geliebt
Dem der dein Leben hält, der dich bewahrt, dir Ruhe gibt

[…] Und so freu dich an den Jahren, leb bewusst den neuen Tag
Und genieße dieses Leben, ein Geschenk, das Gott dir gab“.


Lukas di Nunzio, Du hast heut Geburtstag

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34267
16NOV2021
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Der Autor Matt Haig hatte Depressionen. Er hat aufgeschrieben, was ihm geholfen hat ein neues Leben zu beginnen. Er rät Betroffenen:

„Genieß das Glück, wenn es da ist. [..] Sei sanft zu dir. Arbeite weniger. Schlafe mehr. [..] Egal wo du bist, egal wann, sieh dich nach etwas Schönem um. Ein Gesicht, eine Gedichtzeile, die Wolken vor dem Fenster, Graffiti, Windräder. Schönheit reinigt die Psyche. [..] Sei freundlich. [..] Zerbrich dir nicht den Kopf über Dinge, die wahrscheinlich sowieso nicht passieren werden.“

Matt Haig: Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34266
15NOV2021
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Wer positiv denkt, kann seinem ganzen Leben eine neue Richtung geben. Wie das funktionieren kann beschreibt Daniel Speck mit einer Geschichte:

„Zwei Kaufleute kamen in ein fremdes Land, um dort Schuhe zu verkaufen. Beide hatten einen großen Koffer voller Schuhe dabei. Der eine rief am ersten Tag seine Frau an und sagte entsetzt: „Hier tragen die Menschen überhaupt keine Schuhe! Niemand versteht mich! Gleich morgen komme ich zurück!“ Der zweite rief seine Frau an und sagte: „Stell dir vor, was für ein Glück! Hier hat noch niemand Schuhe! Ich werde Tausende verkaufen!“

Daniel Speck, Piccola Sicilia

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34265
14NOV2021
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Wer gelassen durchs Leben geht, erspart sich so manchen Ärger. Papst Johannes XXIII. hat formuliert, wie man das in kleinen Schritten umsetzen kann. Ein Ratschlag heißt:

„Heute, nur heute werde ich in der Gewissheit glücklich sein, dass ich für das Glück geschaffen bin – nicht nur für die andere, sondern auch für diese Welt.“

Papst Johannes XXIII., in: Glauben, das ist die Heiterkeit, die von Gott kommt. Die Geheimnisse der Gelassenheit

https://www.kirche-im-swr.de/?m=34264
28AUG2021
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„Danke, ich kann nicht klagen“ sagen wir Europäer. Viel schöner formulieren es die Zulu, findet der Massai Ole Morompi Ronkei:

„Bei einem der größten – und stolzesten – Völker Südafrikas, den Zulu, gibt es keinen Begriff, der dem westlichen „Danke“ exakt entspricht. Man antwortet auf Nachfrage „Siyabong-ga!“, was wörtlich, „wir sind gesegnet“ bedeutet. Darin enthalten ist die Denkvoraussetzung, dass niemand ganz alleine „seines Glückes Schmied“ ist, wie ein deutsches Sprichwort sagt, sondern wir immer angewiesen bleiben auf die Hilfe Gottes und anderer Menschen. Das ist einem in der umgangssprachlichen Alltagspraxis nicht jedes Mal bewusst, aber „Siyabong-ga, wir sind gesegnet“ finde ich trotzdem schöner, als wenn ich in Europa höre „danke, ich kann nicht klagen“.“

Ole Morompi Ronkei, Itemagotenke, in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33795
27AUG2021
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Wie begegnen sich zwei in Kenia? Der Massai Ole Morompi Ronkei findet, man kann da von seiner Kultur viel lernen:

„Treffen sich zwei erwachsene Massai-Männer fragt man zuerst: „Wie geht’s deinen Kühen?“ „Sie lächeln.“ [..] „Und was machen die Kinder?“ „Niemand ist stolzer als ich auf meine.“ [..]„Und deine Frau…“ „…versorgt mich, wie es keine Mutter besser könnte.“ „Gott segnet dein Business?“ „Es brummt, sage ich dir, es brummt.“

Der Wahrheitsgehalt all dieser Sätze ist nicht höher als der einer Bankberatung vor dem Crash 2008, aber das macht nichts. Mit der Wahrheit werden wir später rausrücken. Unsere Nöte und Sorgen werden wir erst teilen, wenn ein Konsens über elementare Grundsätze des Lebens hergestellt wurde: dass wir eigentlich dankbar sein können. Dass es schön ist zu leben. Dass der heutige Tag Freude machen wird.“

Ole Morompi Ronkei, Itemagotenke, in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33794
26AUG2021
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Wofür haben wir einen Blick? Das, was wir in den Blick nehmen, das prägt unser Leben. Das Schlechte wie das Gute. Der Theologe Rainer Haak hat sich deswegen entschieden:

„Ich will mir nicht einreden lassen, dass immer mehr Menschen nur an sich selbst denken. Ich will keine Berichte sammeln über Hass und Streit, zwischen wem auch immer. Das ist nicht mein Blick.
Ich bin froh, dass ich so viele liebevolle Menschen kenne. Ich will mir nicht einreden lassen, dass die Menschen seit Jahren immer unfreundlicher werden. Ich will nicht das Negative suchen. Das ist nicht mein Blick. Ich bin froh, dass ich so viele freundliche Menschen kenne. […] Ich will mir nicht einreden lassen, dass es Menschen gibt, die weniger wert sind als andere. Ich will nicht einteilen in gut und schlecht, in brauchbar und unbrauchbar, in wertvoll und wertlos. Das ist nicht mein Blick. Ich bin froh, dass ich nur wertvolle Menschen kenne.“

Rainer Haak, Das ist nicht mein Blick, in: Andreas Malessa (Hg.), Für dich! Ein Dankeschön an Lieblingsmenschen und Alltagshelden, 2021 by edition chrismon.

https://www.kirche-im-swr.de/?m=33793