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„Ich war's - Sieben Wochen ohne Ausreden", so heißt die neue Fastenaktion der Evangelischen Kirchen, die zurzeit läuft. Sie möchte anregen, zu überlegen, wie ich Verantwortung für mich selbst übernehmen kann. Wie ich der Wahrheit ins Auge blicken kann. Wie ich für die Folgen meines Tuns gerade stehen kann. Und wie ich so weiter leben kann, dass ich mir selber noch gerade in die Augen sehen kann.
Margot Käsmann, die ehemalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland und Bischöfin der Hannoverschen Landeskirche hat es vorgemacht, wie das gehen kann. Sie ist nach Ihrer Alkoholfahrt vor gut einem Jahr von allen ihren Ämtern zurück getreten.
Viele in der Ev. Kirche waren der Meinung, dass dies nicht nötig gewesen wäre. Wir sind eine Kirche der Gnade, sagten sie. Und das gelte auch für Bischöfinnen. Außerdem werde dadurch deutlich, dass Gott gerade mit den reumütigen Gestrauchelten wieder neu anfängt.
Margot Käsmann hat nicht versucht, sich rauszureden. Sie ist wahrhaftig mit ihren Fehlern umgegangen. Und gerade darum hätte sie bleiben können - meinen viele. Aber sie ist um ihrer Glaubwürdigkeit willen zurückgetreten.
Ein offener Umgang mit den eigenen Fehlern öffnet die Chance zu einem Neuanfang. Sobald ich etwas vertusche oder nur scheibchenweise die Wahrheit rauslasse, wird Misstrauen geweckt. Nach dem Motto: Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er mal die Wahrheit spricht.
Aber wenn ich zugebe, was ich falsch gemacht habe, dann gibt es gleich eine doppelte Chance: Ich selber kann mich ändern. Und die anderen gehen mit mir nachsichtig um.
Dies ist eine Form von Gnade, die ich brauche. Bekomme ich sie nicht, kann ich nicht leben. Dann kann ich mich nur noch in der Bedeutungslosigkeit verkriechen. Jesus gewährt mir diese Gnade. Er hat mein Versagen am Kreuz getragen. Darum fängt Gott neu mit mir an. Weil ich das weiß, kann ich sagen: "Ich war's", kann Verantwortung für mich übernehmen und neu anfangen.

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nach den tollen Tagen beginnt heute, mit dem Aschermittwoch die Fastenzeit. Die evangelischen Kirchen rufen von heute bis Ostern zur Aktion „7 Wochen ohne" auf. Ursprünglich war dabei die Idee, auf Genussmittel zu verzichten. Manche leben die nächsten 7 Wochen ohne Alkohol oder Nikotin, andere verzichten auf Süßigkeiten oder auf Fernsehen.
Dieses Jahr habe ich eine originelle Variante von „7 Wochen ohne" entdeckt. Auf unserem Büchertisch lag ein Kalender mit dem Titel „Ich war's - Sieben Wochen ohne Ausreden"
Heute steht auf dem Kalenderblatt die Geschichte vom Sündenfall aus der Bibel im 1. Buch Mose, Kapitel 3. Da geht es um Adam und Eva im Garten Eden. Gott hatte ihnen verboten, eine Frucht vom Baum der Erkenntnis zu essen. Sie aber ließen sich von der Schlange verführen, es doch zu tun. Als Gott das herauskriegt, fängt der Verschiebebahnhof an: Adam sagt, Eva hätte ihm eine Frucht gegeben. Und Eva sagt, die Schlange hätte sie dazu verführt.
„Ich war's nicht", sagen beide. Und verschieben damit die Schuld auf andere. Warum tun wir Menschen das so gerne? Warum verweisen wir unsere Schuld auf andere? Vielleicht weil wir den Vorwurf etwas falsch gemacht zu haben so schlecht aushalten können? Er macht uns ein schlechtes Gewissen. Wäre es nicht viel besser, wir würden gleich sagen: Ich war's?
Als Schüler in der 10. Klasse habe ich im Sommer mal Krampen aus dem Fenster geschossen. Direkt vor die Wohnung unseres Schulhausmeisters, die unter unserem Klassenzimmer lag. Als der strenge Konrektor in die Klasse kam und fragte wer es war, traute ich mich erst nicht, es zuzugeben. Als er dann der ganzen Klasse Strafe androhte, richteten sich alle Blicke auf mich. Zur Strafe musste ich 14 Tage lang nach Schulschluss den Schulhof sauber machen. Wenn ich gleich gesagt hätte „Ich war's" dann hätte ich nur eine Woche Strafe gekriegt. Die Wahrheit verschweigen macht es oft noch schlimmer als wenn man gleich zu dem steht, was man getan hat.
Darum will ich in den kommenden Wochen bei dieser Fastenaktion „Sieben Wochen ohne Ausreden" mitmachen. Ich hoffe, dann lebt es sich mit einem leichteren Gewissen.

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Wie kann ich in einer Phase des Leids wieder Freude empfinden? Freude, die weiter reicht, als ein trotziges „ „Es muss halt weiter gehen!". Freud und Leid liegen ja manchmal ganz nah beieinander. Relativ harmlos ist es noch für jemanden, der gestern noch auf einer Faschingsparty gewesen ist, auf dem Rückweg umgeknickt ist und sich den Knöchel verstaucht hat. Manchmal kommt's aber auch richtig schlimm. Ein halbes Jahr, nachdem unser Sohn geboren wurde, starb meine Mutter. Freude und Leid, die einen für länger begleiten.
„In dir ist Freude in allem Leide", singt ein altes Kirchenlied. Mir war das Lied nie so ganz sympathisch. Auch wenn es in beschwingtem Dreivierteltakt daher kommt. Ich fand das immer ein bisschen viel verlangt. Freude im Leid empfinden! Geht das überhaupt? Haben nicht die Tränen und die Trauer im Leid erstmal Vorrang und ihr Recht? Ja, das haben sie. Aber wer sich nicht im Leid einrichten will, braucht den Blick nach vorn. Ich glaube sogar: Wer nicht im Lied versinken will, braucht den Blick nach oben. Der muss den  Kopf wieder heben. „In dir ist Freude in allem Leide", heißt es. Und der „dir" ist Jesus Christus. Der Sohn Gottes, der auch Leid erlebt hat, und der deshalb unser menschliches Leid verstehen kann. Im Leid ist es  gut, wenn ich jemanden neben mir habe, der nicht von oben herab tröstet. Sondern der sich mit mir auf eine Stufe stellt und der mir hilft, wieder aufzuschauen.
In den Psalmen drückt der Beter das so aus:
„Ich freue mich und bin fröhlich über deine Güte, dass du mein Elend ansiehst und nimmst dich meiner an in Not". Ps 31,8

Da geht der Blick nach oben, weil Gott ihm mit konkreter Hilfe aus der Not hilft. Das braucht man im Leid ja auch: Dass einem jemand ganz praktisch hilft. Nachdem meine Mutter gestorben war, haben viele Freunde meinen Vater besucht. Sie haben ihn in seiner Einsamkeit aufgefangen. Gott begegnet uns ganz oft im anderen, hilfreichen Menschen.
Und vielen, die traurig sind, begegnet Gott auch in der Stille: Die Elenden ... freuen sich, und die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben. Ps 69,33. Menschen suchen Gott in der Stille, im Gottesdienst, im Gebet. Und ganz allmählich merken sie, wie sie das Leid nicht mehr so bedrängt. Wie es nicht mehr ihr Leben beherrscht. Die Hoffnung drängt sich wieder in den Vordergrund. Sie beginnen wieder nach vorne zu schauen. Und so langsam macht sich auch die Freude wieder breit.

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Viel Spaß! Das wünsche ich anderen, wenn sie ein schönes Ereignis vor sich haben. Wenn sie in ein Konzert gehen oder ins Kino oder in ein Wellnessbad. Oder wie heute, wenn sie zu einer Faschingsparty eingeladen sind. Vielleicht gucken Sie ja heute abend „Karneval in Köln" im Ersten oder wenn Sie's lieber aus'm Ländle mögen „Bütt an Bord" im SWR-Fernsehen. Das sind Sendungen, die sind immer für einen Lacher gut. Oder auch mehrere.
Menschen, die ein Spässle machen aber auch vertragen können, sind mir gleich sympatisch. Wer auch mal über sich selber lachen kann, nimmt sich nicht so bierernst und ist oft eine Frohnatur. Menschen, die Spaß haben im Leben, leben leichter. Solange sie es nicht auf Kosten anderer tun. Ich mag das, wenn mir einer wünscht: „Viel Spaß!" Ich liebe Spaß. Aber noch mehr liebe ich Freude. Freude geht für mich tiefer. Spaß ist für mich eher oberflächlich. Klar kann das Leben nicht immer nur Tiefgang haben. "M'r schwätzt viel, wenn der Tag lang ist." Ich auch. Aber Menschen, die bei jeder Gelegenheit einen flotten Spruch auf den Lippen  haben, gehen mir mit der Zeit auf den Zeiger. „Haben die denn nicht mehr auf Lager?" denke ich dann.
Freude geht für mich tiefer, weil sie länger anhält. Und weil sie immer wieder aufleuchtet. Als unsere Söhne geboren wurden, war das zum Beispiel so. Da sind mir vor Freude die Tränen über die Backen gelaufen, als die Hebamme sie auf den Bauch meiner Frau legte. Wie oft habe ich mich seitdem schon über unsere Söhne gefreut?!
Ich freue mich ganz oft über neu Geschaffenes - wie bei der Geburt unserer Söhne. Oder etwas, was neu anfängt - wie eine aufflammende Liebe, die ich beobachte. Ich finde, die Wunder der Schöpfung sind ganz oft Anlass zur Freude. Wenn ich auf einem Berg stehe, und bei klarer Sicht die vielen Berggipfel um mich herum genieße oder den Blick in die Täler. Dann vermischt sich die Freude mit einem Gefühl von Erhabenheit. Für mich als Nordlicht stellt sich das gleiche Gefühl aber auch im Urlaub an der Nordsee ein, wenn das Meer gegen den Strand rauscht.
So wunderbar ist die Schöpfung, dass alles Geschaffene sich darüber freuen soll, heißt es in den Psalmen der Bibel:

Der Himmel soll sich freuen, die Erde soll jauchzen,
das Meer soll tosen mit allem, was darin lebt!
Der Ackerboden soll fröhlich sein samt allem, was darauf wächst; alle Bäume im Wald sollen jubeln!
(Psalm 96,11f - Gute Nachricht Bibel)

Also - wenn der heutige Abend mit viel Spaß vorbei ist, und Sie wollen es mal wieder ein bisschen tiefgründiger: Dann gehen Sie raus in die Natur, in Ihren Garten, auf eine Wanderung oder eine Spaziergang. Und dann wünsche ich ihnen: Viel Freude!

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Wie will ich einmal sein, wenn ich alt werde? Welche Grundhaltungen und Verhaltensweisen sollen mich dann prägen? Mein Vater, der nun auch schon eine Weile im Ruhestand ist, schickt zu dieser Frage gerne das Gebet einer Äbtissin an seiner Freunde. Dieses Gebet wird Teresa von Avila zugeschrieben, die im 16. Jahrhundert gelebt hat. Aber ich finde, es hat auch heute noch seine Gültigkeit. Sie hat folgendes geschrieben: „Herr, du weißt, dass ich altere und bald alt sein werde. Bewahre mich davor, schwatzhaft zu werden, und besonders vor der fatalen Gewohnheit, bei jeder Gelegenheit und über jedes Thema mitreden zu wollen. Befreie mich von der Einbildung, ich müsse anderer Leute Angelegenheiten in Ordnung bringen. Bei meinem ungeheuren Schatz an Erfahrungen und Weisheit ist's freilich ein Jammer, nicht jedermann daran teilnehmen zu lassen.
„Du weißt, Herr, am Ende brauche ich ein paar Freunde. Ich wage nicht, dich um die Fähigkeit zu bitten, die Klagen meiner Mitmenschen über ihre Leiden mit nie versagender Teilnahme anzuhören. Hilf mir nur, sie mit Geduld zu ertragen, und versiegle meinen Mund, wenn es sich um meine eigenen Kümmernisse und Gebrechen handelt. Sie nehmen zu mit den Jahren, und meine Neigung, sie aufzuzählen, wächst mit ihnen.
Ich will dich auch nicht um ein besseres Gedächtnis bitten, nur um etwas mehr Demut und weniger Selbstsicherheit, wenn meine Erinnerungen nicht mehr mit der anderer übereinstimmt. Schenke mir die wichtige Einsicht, dass ich mich gelegentlich irren kann.
Hilf mir, einigermaßen milde zu bleiben. Ich habe nicht den Ehrgeiz, eine Heilige zu werden. Mit manchen von ihnen ist es so schwer auszukommen. Aber ein scharfes altes Weib ist eins der Meisterwerke des Teufels.
Mache mich teilnehmend, aber nicht sentimental, hilfsbereit, aber nicht aufdringlich. Gewähre mir, dass ich Gutes finde, wo ich es nicht vermutet habe, und Talente bei Leuten, denen ich es nicht zugetraut hätte. Und schenke mir, Herr, die Liebenswürdigkeit, es ihnen zu sagen. Amen"
So möchte ich auch mal sein, wenn ich alt werde. Am besten, ich fange heute schon an, zu üben.

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Meine Omi wird heute 90 Jahre alt. Ein mehr als biblisches Alter. In Psalm 90 steht über das Lebensalter. „Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn's hoch kommt, so sind's achtzig Jahre, und was daran köstlich scheint, ist doch nur Mühe und Kummer gewesen.". Ein bisschen was davon spiegelt sich in ihrem Leben wieder. Sie wurde mit 20 Jahren schon Witwe. Ihr Mann ist beim Russlandfeldzug vor Moskau gefallen. Da war ihre gemeinsame Tochter  - meine spätere Mutter - 2 Jahre alt. Über 40 Jahre hat sie als Sekretärin gearbeitet. So hat sie sich und ihre Tochter durchgebracht. Dann, mit Mitte sechzig erfuhr sie neu die Liebe des Alters und hat noch mal geheiratet. In der Zeit ihrer Ehe starb ihre einzige Tochter mit 56 an Krebs. Das hat sie schwer mitgenommen. Und auch ihr 2. Mann ist nach 13 Jahren Ehe gestorben. Nun lebt sie in einer Kleinstadt in Rheinland-Pfalz mit einem netten Freundeskreis. Aufgrund des Alters wird ihr Freundeskreis immer kleiner. Und auch die Beschwerden des Alters nehmen zu. Sie kann schlechter hören und nicht mehr so gut sehen. Aber sie ist noch geistig fit und kann sich mit Hilfe ihrer Nachbarschaft noch selbst in ihrer Wohnung versorgen. Trotzdem kommt sie sich manchmal nicht nur allein sonder auch einsam vor.
Darum versuchen wir als Enkelkinder mit ihr immer wieder zu telefonieren oder sie zu besuchen.
Was mich an meiner Omi beeindruckt sind zwei Dinge: Zum einen, wie wichtig ihr die Fürsorge für ihre Familie ist. Sie interessiert sich für unser Ergehen und für das, was wir so machen. Und ihr ist es sehr wichtig, dass auch jeder zu Weihnachten und zum Geburtstag sein Geschenk bekommt.
Zum anderen beeindruckt mich, dass sie trotzdem dass sie zwei Ehemänner und ihre Tochter überlebt hat, sie ihr Gottvertrauen nicht verloren hat. Meine Omi ist keine große Kirchgängerin gewesen. Aber sie liest jeden morgen einen Zettel mit einer Kurzandacht von ihrem christlichen Abreißkalender. Und sie betet - für uns als Familie und so manches andere. Außerdem: Sie strahlt eine gewisse Gelassenheit aus. „Mühe und Kummer", das ist gewiss eine Erfahrung die sie mit vielen Menschen ihrer Generation teilt.
Ich weiß nicht, was mein Leben mir noch an Mühe und Kummer bereit hält. Aber ich wünsche mir, dass ich auch mit diesem Gottvertrauen und dieser Gelassenheit alt werden kann.

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Meine Omi wird morgen 90 Jahre alt. 2052 wird es bei mir auch soweit sein - wenn ich dann noch lebe. Dann wird es außer mir noch rund 10 Millionen weitere über 80-Jährige geben - sagt das Statistische Bundesamt. Heute sind es noch 4 Millionen. Das heißt, wenn die statistische Prognose Recht behält, dann rollt eine gewaltige Alterswelle auf uns zu. Und ich werde mittendrin mitrollen.
Die Frage ist, wie wollen wir mit den immer mehr werdenden alten Menschen umgehen?
Zum einen betrifft das natürlich die Frage der Pflege. Ich weiß, dass viele Familien versuchen, das so weit wie möglich selber zu tun. Ich weiß auch aus Erfahrung in unserer eigenen Familie, wie schwierig das dann werden kann. Wenn alte Leute mürrisch werden oder vergesslich. „Du warst auch schon lange nicht mehr da", heißt es dann, obwohl man sie letzte Woche erst besucht hat.
Irgendwann werden mobile soziale Dienste in Anspruch genommen. Und wenn es gar nicht mehr zu Hause geht, kommt eine stationäre Pflege in Frage. Wozu hat man schließlich die Pflegeversicherung?
Den Umgang mit den alten Menschen betrifft zum anderen aber auch unsere Haltung. Wie wir ihnen begegnen. Sind sie uns eine schier unerträgliche Last? Oder sind sie uns eine Mühe, die wir gern auf uns nehmen? Wohl wissend, das wir selber einmal alt werden und womöglich auf Hilfe von anderen angewiesen sind.
Das 4. Gebot fordert uns auf Vater und Mutter zu ehren. Wohlgemerkt: zu „ehren", nicht zu „lieben". Ehren ist eine Haltung der Hochachtung vor der Weisheit und Lebenserfahrung der Alten. Die Verheißung, die uns das 4. Gebot dafür mitgibt, lautet „Wenn du das tust, wirst du lange leben, und es wird dir gutgehen in dem Land, das der HERR, dein Gott, dir gibt."
Das heißt, wenn ich heute meine alt werdenden Eltern ehre, dann wir es mir selber gut gehen. Denn so wie es in den Wald hinein ruft, so schallt es heraus. Wenn ich zu ihnen freundlich bin, werden sie es - hoffentlich - auch zu mir sein. Wenn sie vergesslich werden und ich ihnen helfe, wird mir - hoffentlich - auch geholfen. Wenn ich sie so gut wie möglich ins Leben einbeziehe, werden das - hoffentlich - auch meine Kinder mit mir tun. Und - hoffentlich - nicht erst dann , wenn ich 90 bin.

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Wie kann ich Gott begegnen? Manche Menschen denken, sie müssten sich auf die Suche nach Gott machen, um ihn zu finden. Das ist natürlich auch o.k, denn ich meine schon, dass in uns eine Sehnsucht nach Gott, nach unserem Schöpfer, nach unserer Herkunft angelegt ist. Und Gott sagt ja auch in der Bibel: Wenn ihr mich von ganzem Herzen suchen werdet, dann will ich mich von euch finden lassen. (Jeremia 29,13f)
Aber meine Erfahrung ist, dass die Hauptbewegung bei der Begegnung von Gott und mir von ihm ausgeht. Er sucht nach mir und möchte mich berühren. So, wie er in der Bibel einen Mose gesucht und berührt hat
Aber weil wir unterschiedliche Menschen sind, berührt er uns auch auf unterschiedliche Weise. Eine dieser Zugangsweisen Gottes zu uns läuft über das Gefühl. Ich habe das zu verschiedenen Gelegenheiten erlebt. Zuletzt beim Gospelkirchentag in Karlsruhe vor ein paar Wochen. Da habe ich bei vielen Gospelchören gespürt, mit welcher Leidenschaft, Professionalität und Ehrlichkeit sie singen. Und plötzlich fing mein Herz an, mitzuschwingen. Es zog so eine fröhliche Leichtigkeit ein. Meine Füße konnten nicht anders als mitzuwippen. Und mein Mund hat die Lieder mitgesungen, die er kannte.
Meine Gefühle werden ganz oft durch Musik berührt. Das kann aber auch bei Jazz sein oder bei Klassik wie z.B. dem große Halleluja aus Händels „Messias", oder dem Schluss-Chor aus Haydns „Schöpfung".
Die Musik bringt etwas in mir zum Klingen. Und oft habe ich den Eindruck, dass auch Gott mich durch Musik berührt. Manchmal hat mich Gott auch schon in meinem Gefühl berührt, indem er mich zum Weinen gebracht hat - mal bei einem Vortrag, mal bei einem Abendmahl, mal bei Fotos in einer Power-Point-Präsentation. Oder er hat mich angerührt, wenn ich sehr traurig war.
Meine Erfahrung ist, Gott berührt unser Gefühl dort, wo wir empfänglich sind.
Wenn Sie also ein Gefühlstyp sind, dann spüren Sie doch einfach mal hin, ob da nicht Gott in Ihrem Gefühl etwas zum Klingen bringt! Sei es Freude oder Trost oder Verliebtsein oder was auch immer.
Ich bin überzeugt, er kann sich Ihnen zeigen.

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Wie kann ich Gott erfahren? Oder andersrum gefragt: Wie begegnet mir Gott? Viele Leute suchen nach  ihm. Aber gerade dabei geht man leicht an ihm vorbei.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Gott nach mir sucht. Dass Gott die Initiative ergreift und mit mir in Beziehung kommen will. Mich berühren will. Und das sieht für jeden anders aus.
Ich glaube, weil Gott uns Menschen unterschiedlich geschaffen hat, geht er auch unterschiedliche Zugangswege zu uns. Einer davon ist z.B. über den Verstand.
Mir geht es z.B. so, dass Gott mir begegnet, wenn ich Bücher lese. Oft, wenn ich in der Bibel lese. Dann wird mir etwas über Gott klar. Dann beginnen die Worte lebendig zu werden. Weil sie etwas mit meinem Leben zu tun haben. Dann fällt mir etwas auf und beginne mehr von Gott zu verstehen. Oder von dem, wie er sich unser Leben vorgestellt hat. Oft sind es auch andere Bücher. Vor zwei, drei Jahren habe ich wieder mehr begonnen, Romane zu lesen. Und die müssen gar nicht mal unbedingt fromm sein, wie z.B. „Die Hütte", die ich gerade angefangen habe. Auch bei ganz normaler Belletristik geht es mir manchmal so, dass mir da plötzlich was von Gottes Wesen aufgeht.
Vor anderthalb Jahren habe ich mal eine Begegnung mit Gott bei einer Podiumsdiskussion gehabt. Da hat eine Kollegin ein paar kluge Dinge gesagt. Und ich hatte den Eindruck: Ja, durch sie hat mir Gott etwas deutlicher und klarer vor Augen gestellt.
Überhaupt, finde ich, sind Diskussionen oder Gespräche gute Möglichkeiten, dass Gott mir über den Verstand begegnet. Ich gehe oft ohne fertige Meinung in Diskussionen. Das heißt: meine Meinung entsteht, indem ich zuhöre und abwäge, sie mit eigenen Erfahrungen und Überlegungen in Verbindung bringe. Dann erst merke ich im Gespräch mit anderen, was ich wirklich dazu denke und gut und richtig finde. Und manchmal habe ich den Eindruck, dass Gott mir durch Gesprächbeiträge von anderen zu einer weisen Erkenntnis verhilft.
Wenn Sie eher ein Verstandestyp sind, dann hören Sie demnächst doch mal genauer hin, ob Sie Gott  nicht in einem Gespräch reden hören. Oder vielleicht springt Sie ja ein Satz oder eine Passage in einem Buch an.
Manchmal begegnet Gott einem über den Verstand. Oft im Gespräch mit anderen. Und der andere kann auch ein Buch sein oder eine Zeitung. Davon bin ich überzeugt.

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„Wie soll ich wissen, ob es Gott gibt. Ich habe ihn noch nie persönlich erfahren", hat mir vor ein paar Wochen jemand im Gespräch gesagt. „Er hat sich mir noch nicht gezeigt."
Ich kann mir vorstellen, dass es vielen ähnlich geht. Trotzdem glaube ich, dass Gott sich auf irgendeine Weise zu erkennen gibt. Nur so kann Glauben entstehen. Ich kann den Glauben in mir nicht selber machen. Ich bin überzeugt, der Glaube an Gott ist vor allem etwas, was von Gott selber ausgeht. Wenn jemand zum Glauben an Gott findet, dann bewirkt das Gott selbst.
Und weil wir Menschen unterschiedlich sind, ist meine Erfahrung, dass Gott auch unterschiedliche Zugangsweisen zu Menschen sucht.
Eine Art, sich Menschen zu zeigen ist zum Beispiel über die Sinne. Wenn ich an der Nordsee stehe und das weite, bewegte Meer sehe, die salzhaltige Luft rieche und der Wind meine Haare zerzaust, dann offenbart sich mir etwas von Gottes Schöpfung.
Einen ähnlichen Eindruck erleben Bergwanderer, wenn sie an einem herrlichen Tag neben einem Gipfelkreuz stehen und einen wunderbaren Blick auf die umliegenden Berge haben.
Wieder andere spüren etwas von Gottes Schöpfung, wenn sie im Wald spazieren gehen, die Vielfalt der Pflanzen bewundern, über das Moos streicheln, den würzige Tannenduft einatmen und ein leckeres Vesperbrot in der Pause essen.
Dies alles sind schöpferische Hinweise, die manche Menschen an Gott denken lassen und ihm gegenüber Dankbarkeit empfinden. Die Schönheit an Gottes Schöpfung kann ich mit meinen Sinnen wahrnehmen. Und wer ein feines Gespür dafür hat, kann in Ihnen Gott selbst entdecken.
Probieren Sie es doch mal aus, wenn Sie das nächste Mal auf einen Berg steigen, eine Waldwanderung machen oder im Meer schwimmen.
Vielleicht begegnen Sie ja dabei Gott!
Und wenn's nicht so ist, dann hat Gott bestimmt andere Zugangsweisen zu Ihnen als über die Sinne.

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