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Josef hat sich den Arm gebrochen. Als ich die Krippenfigur ganz vorsichtig aus dem Karton hole, fällt es mir auf. Das muss wohl beim Einpacken nach dem letzten Weihnachtsfest passiert sein. Immer am Samstag vor dem ersten Advent holen wir die Kisten mit der Weihnachtsdeko aus dem Keller und fangen an, unsere Wohnung festlich zu schmücken. Die Lichterketten kommen als erstes an die Fenster, zusammen mit einigen Sternen, die jedes Jahr einen anderen Platz bekommen. So geht das den ganzen Tag. Hier noch eine Kugel und dort noch einen Tannenzweig. Und dann muss ja auch noch Josefs Arm repariert werden.
Nach dem Abendessen machen wir die erste Kerze an unserem Adventskranz an. Endlich ist sie da, diese besondere Zeit im Jahr, die mich immer wieder verzaubert. Wir sitzen noch eine ganze Weile zusammen und überlegen, welche Plätzchen wir in diesem Advent backen wollen und wen wir in diesem Jahr mit einem Geschenk auf keinen Fall vergessen dürfen. Und wir schreiben eine Liste mit Namen von Menschen auf, die von uns eine Weihnachtskarte bekommen sollen. Diese Liste hängen wir dann an unsere Küchentür, damit wir sie schnell ergänzen können, wenn uns noch ein Name einfällt.
In diesem Jahr beteiligen wir uns auch am Sternenfunkeln:
An jedem Abend treffen sich Leute von unserer Kirchengemeinde vor einem anderen Haus, an dem dann ein besonders geschmücktes Adventsfenster zu sehen ist. Wir singen miteinander und hören eine Geschichte. Danach gibt es selbstgebackene Plätzchen und Glühwein oder heißen Kakao. Es ist schön, mit anderen ins Gespräch zu kommen. Und nicht nur den Kindern ist eine besondere Vorfreude auf Weihnachten anzumerken.
Und das alles nur, weil vor 2000 Jahren ein Kind geboren ist. Ein Kind, in dem Gott uns Menschen nahe kommt. So glauben es Christen bis heute. Die Botschaft von allem lautet kurz und knackig: Mach's wie Gott: werde Mensch!

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Es gibt Tage, die sollen nicht sein. Es gibt Tage, die man am besten vergessen und ungeschehen machen möchte. Weil etwas Trauriges passiert ist oder jemand sehr verletzend war. Vielleicht kennen Sie auch solche Tage.
Dann möchte ich Ihnen diese Geschichte erzählen:
Ein weiser Mann lebte allein in einem alten Haus mitten in einem großen Garten. Eines Tages hört der Mann eine Stimme: „Geh und sammle bei den Menschen die Tage, die nicht sein sollen!"
Der Mann folgt der Stimme und lässt sich von den Winden in alle Himmelsrichtungen tragen. Überall hin, wo es Tage gab, die nicht sein sollten. Er sammelt die Tage, an denen Menschen ihr Liebstes verloren haben. Er sammelt Tage, an denen ein Mensch einfach unerträgliche Schmerzen aushalten musste. Er sammelt Tage ohne Trost und Tage des Zorns. Der Mann sammelt sie alle.
Dann lässt er sich von dem Wind zurück in seinen Garten bringen. Dort legt er die Tage wie Samen in die Erde. Dann fällt der Regen auf die Erde und als es Winter wird, bedeckt der Schnee alles.
Im nächsten Frühling wachsen aus diesen Samen Blumen, wunderschöne Blumen und Sträucher heran. Die Menschen kommen und bestaunen alles. So einen schönen Garten haben sie schon lange nicht mehr gesehen.
Mich hat diese Geschichte berührt. Weil sie so einen langen Atem kennt. Da hat jemand viel Geduld, da kann jemand warten. Und erlebt: aus dem Schlimmen kann was werden, nämlich etwas Gutes. Dietrich Bonhoeffer hat mal gesagt:
Gott kann aus allem, auch dem Schlimmsten etwas Gutes machen. Wenn er Menschen findet, die einen langen Atem haben und vertrauen können.

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Sie haben sich wieder mal so richtig geärgert? Über die steigenden Strompreise zum Beispiel oder den verspäteten Zug? Sie möchten sich beschweren? Ihrem Ärger Luft machen? Und haben keinen, der sich zuständig fühlt? Dann hätte ich was für Sie: Singen Sie mit!
In Frankfurt gibt es einen ganz besonderen Chor. In dem treffen sich Leute, die aus ihren Beschwerden Lieder machen. Und die sich dann ihren Ärger von der Seele singen. Klingt ein bisschen verrückt. Aber auch interessant.
Kommen kann jeder zu den Chorproben. Am Anfang werden die Beschwerden gesammelt und der junge Chorleiter macht dann daraus ein Lied. Oder auch zwei, wenn es ganz besonders dicke kommt. Manchmal bringt auch jemand schon sein Beschwerde-Lied mit. Und dann wird drauf los gesungen. Nebenbei wird viel gelacht. Und auf einmal ist der Ärger über das Erlebte nicht mehr ganz so schlimm.
Eine Geschichte finde ich besonders lustig: Da kommt jemand, dem der Hund seines Nachbarn ziemlich auf die Nerven geht. Der bellt und knurrt nämlich den ganzen Tag, weil sein Herrchen aus dem Haus ist. Im Chor ist daraus dann ein Sängerwettstreit geworden: Wer bellt und knurrt am schönsten?
Wieder zu Hause ist der Hund für den Mann nicht mehr so schlimm. Immer wenn der Hund  nebenan bellt, singt und bellt und knurrt der Mann einfach mit und hat ganz viel Spaß dabei. Ein bisschen verrückt, aber auf jeden Fall besser, als sich immer nur zu ärgern. Vor allem, wenn man den Grund des Ärgers nicht ändern kann.
Die Idee mit dem Beschwerdechor ist so neu übrigens nicht. In der Bibel gibt es eine ganze Menge von solchen Beschwerdeliedern. Klagelieder heißen sie da. Menschen singen sich ihren Ärger von der Seele. Und am Ende geht es dabei meistens gut aus.

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Das Glas ist halb voll, sagen die Optimisten. Das Glas ist halb leer - jammern  die Pessimisten. Und natürlich sollen wir Optimisten sein und  immer schön positiv denken. Alles wird gut.
Ich finde das anmaßend. Als ob immer alles gut würde, wenn wir nur positiv denken. Der Heidelberger Psychologe Arnold Retzer hat in seinem neuesten Buch gezeigt: es gibt einen Zusammenhang zwischen dieser Haltung: Alles wird gut, wenn ich nur positiv denke - und den depressiven Erkrankungen in unserem Land.
Er meint: Es gibt bei uns zu viele Glücks-Gurus. Leute, die andere dazu verführen, ihre Depressionen, Ängste und Zweifel einfach wegzulächeln. Immer nur glücklich sein wollen, macht am Ende noch unglücklicher - das behauptet jedenfalls Arnold Retzer. Und seine Gründe finde ich einleuchtend.
Wer um jeden Preis positiv denken will, sagt er, hört auf zu denken, weil er sich jede kritische Sicht auf das, was nicht in Ordnung ist, verbietet. Und wer immer nur Erfolg haben will, verlernt es, mit Krisen und Niederlagen umzugehen.
Auch Gefühle wie Traurigkeit oder Angst können hilfreiche Gefühle sein, wenn es darum geht, im Leben etwas ändern zu müssen.
Mir haben diese Gedanken Mut gemacht. Ich darf auch unglücklich sein. Ich darf auch mal traurig sein und Angst haben. Und ich darf auch mal Fehler machen und versagen. Das alles sind Erfahrungen, die einem im Leben weiter bringen.
Selig sind die Traurigen, sagt Jesus einmal. Denn sie werden getröstet werden. Glücklich sind die, die auch Schwierigkeiten und traurige Erfahrungen nicht ausblenden. Glücklich sind, die sich ihren Ängsten stellen. Glücklich sind, die zu ihren Fehlern und Macken stehen. Sie werden die Erfahrung machen, dass gerade damit das Leben interessant wird.
Dieses Glück wünsche ich Ihnen heute.

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Andrea treffe ich auf dem Friedhof. Andrea ist acht Jahre und vor ein paar Wochen ist ihre Mutter gestorben. Sie war an Krebs erkrankt. Nachmittags schaut Andrea manchmal nach dem Grab ihrer Mutter. Sie erzählt ihr das Neueste aus der Schule oder was sie gerade wieder mit ihren jüngeren Geschwistern erlebt hat. Andrea ist traurig, aber auch froh, mit ihrer Mutter weiter Kontakt zu haben und mit ihr zu reden. Sie weiß, sie kriegt keine Antwort mehr, dafür kann Mama aber auch nicht mehr mit ihr schimpfen.
Für das Grab hat sie ein Bild mit einem bunten Schmetterling gemalt. Meine Mama hat jetzt auch Flügel, davon ist Andrea überzeugt. So wie aus einer Raupe ein schöner Schmetterling wird, verwandelt sich auch der Mensch, wenn er tot ist. „Und meine Mama ist ein Schmetterling geworden und fliegt jetzt durch den Himmel. Können Schmetterlinge eigentlich singen? Mama hat immer gerne gesungen, wenn sie abends an meinem Bett gesessen hat. Auch dann, als sie schon ziemlich krank war. Manchmal hat sie dabei ein bisschen geweint. Dann hab ich sie in den Arm genommen. Und sie mich. Und es war wieder ein bisschen gut."
Was Andrea über den Schmetterling denkt, gefällt mir. Ich glaube auch daran, dass Menschen sich verwandeln, wenn sie gestorben sind. Sie sind nicht einfach tot. Dieses Bild vom Schmetterling hilft einem Kind wie Andrea, ein bisschen weniger traurig zu sein. Und es hilft, den Tod einmal anders zu sehen und begreifen zu lernen. Und mit einer gehörigen Portion Hoffnung vom Tod und unseren Toten zu reden. Und sie so in Erinnerung zu behalten.
Andrea schaut mich lächelnd an: „Weißt du, für mich und Papa ist es ganz schlimm, dass Mama nicht mehr da ist. Deshalb ist es doch schön, sich die Mama als einen Schmetterling vorzustellen. Ein Schmetterling, der im Himmel für die Engel singt."

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Peter Wilhelm lacht gerne. Dabei hat er fast jeden Tag mit dem Tod zu tun. Denn Peter Wilhelm ist Bestatter. Oft ist er der Erste, der zu den Angehörigen kommt und mit ihnen redet und sie tröstet. Peter Wilhelm hat keine Angst vor diesen Gesprächen. Keine Angst davor, dass Menschen vor ihm weinen und es fällt ihm auch nicht schwer, dann mal einen anderen in den Arm zu nehmen. Erst mal nichts sagen. Einfach nur da sein.
Als Bestatter hat er keine Angst vor dem Tod. Und vor den Toten erst recht nicht.
Aber es macht ihm Angst, dass heute der Tod und die Toten immer mehr verdrängt werden. Kaum einer, der noch über Nacht zuhause aufgebahrt wird, damit die Angehörigen sich wirklich in Ruhe verabschieden können. So wie es früher einmal üblich war: Noch einmal bei dem Verstorbenen sitzen. Und sich noch einmal die Geschichten erzählen, was Menschen alles zusammen erlebt haben. Auch diese Erinnerung hält uns die Verstorbenen lebendig.
Für den Bestatter Peter Wilhelm ist klar: der Tod gehört ins Leben, dann haben Menschen auch viel weniger Angst davor. Der Tod gehört ins Leben, weil niemand vor dem Tod davon laufen kann. Und wie wünscht sich der Bestatter seine eigene Beerdigung? „So wie man ein Fest feiert, wenn ein Kind zur Welt kommt, möchte auch ich einen würdigen, festlichen Abschied. Zeit gehört dazu, auch die richtigen Worte. Und ein liebevoller Ort, an dem sich meine Angehörigen an mich erinnern". Das kann ein besonderer Platz in der Wohnung sein, mit einem Bild und einer Kerze. Oder eben das Grab auf dem Friedhof. Wichtig ist für den Bestatter, dass die Toten auch im Tod einen würdigen Platz bekommen. Und ihre Namen nicht vergessen werden.
Peter Wilhelm hat keine Angst vor dem Tod. „Ich weiß nicht, was danach kommt und ich will es auch nicht wissen. Was ändert das?", sagt er mit einem Lächeln. „Ich will leben und nicht vergessen werden. Von den Menschen nicht - und von Gott auch nicht."

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Usain Bolt ist in London mal wieder allen davon gelaufen. Unglaublich, wie schnell dieser Mann ist. Und mit welcher Leichtigkeit und Freude er seine Siege wie ein Kind feiern kann. Es macht Spaß, ihm dabei zuzuschauen und fast schon kriege ich ein bisschen Lust, es auch mal wieder zu versuchen. Nein, keinen 100-m-Lauf. Das wäre alles andere als olympiareif. Aber nach einer anstrengenden Woche, an der Zielgerade heute einfach mal die Arme in die Höhe reißen, einen Luftsprung machen und sich dabei ein bisschen wie ein Olympiasieger fühlen - das wär doch was.
Sind Sie auch in dieser Woche allen davongelaufen? Dann gönnen Sie sich doch diesen Luftsprung und ein erholsames Wochenende. Freuen Sie sich über das, was Sie geschafft haben, auch dann, wenn Sie nicht als erster im Ziel angekommen sind. Vielleicht gelingt es Ihnen ja wirklich, ein paar Gänge runterzuschalten. Mal wieder einen langen Spaziergang unternehmen - zum Beispiel. Oder sich ein ruhiges Plätzchen suchen, einfach dasitzen und nichts tun. Oder Sie telefonieren mal wieder mit ihrer besten Freundin, mit der sie einfach mal zwischendurch so herrlich lachen können. Überhaupt ist Humor ein wichtiges Lebenselixier, mit dem wir unsere 100-Meter-Läufe im Leben und andere schwierige Zeiten meistern können. Und nach anstrengenden Zeiten verleiht uns das Lachen mit anderen wieder Kraft und Flügel für die nächsten Schritte.
Eigentlich könnten Sie das doch heute genauso sagen wie ein 100-Meter-Läufer:
Ich hab meinen Lauf durch diese Woche geschafft. Manches fiel mir leicht und ich bin anderen davon gelaufen, aber es gab auch Situationen, in denen ich zurück gefallen bin. Ich habe es aber geschafft und bin heute angekommen.
Ich wünsche Ihnen, dass Sie sich wie ein Olympiasieger fühlen können. Freuen Sie sich wie ein Usain Bolt. Dann kriegen Sie auch neue Kraft für das, was nächste Woche wieder ansteht, wenn es heißt: Auf die Plätze, fertig, los!

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Für Rahim Schmidt gehört der Islam nicht zu Deutschland. Das sagt einer, der selber Moslem ist, zwei Doktortitel hat und für die Grünen im rheinland-pfälzischen Landtag sitzt. Rahim Schmidt ist mit einer Christin verheiratet und lebt gerne hier. Für ihn ist das mit der Integration eine klare Sache: „Es macht keinen Sinn, in ein anderes Land zu gehen und alles Alte aus seinem Koffer auszupacken. Viel spannender ist es zu schauen und zu erleben, was die Deutschen in ihren Koffern haben: Demokratie und Zuverlässigkeit, Kunst und Kultur und ihre Liebe zum Wein". Rahim Schmidt lacht, als er das sagt. Den Glauben vergleicht er mit einer Liebesbeziehung zwischen uns Menschen und Gott. Darin sind sich alle Religionen gleich und deshalb sollte es auch keinen Streit der Religionen geben. Das verträgt sich nicht mit der Liebe. Viel wichtiger ist es, dass Christen, Muslime und Juden sich gemeinsam für die Menschenrechte einsetzen. Gemeinsam für den Frieden und gemeinsam gegen Rechts auf die Straße gehen. Er möchte die Menschen zum Nachdenken bringen. Religion ist für ihn nicht selbstverständlich. Wir dürfen uns an sie nicht gewöhnen, denn dann verliert sie ihre Bedeutung. Deshalb ist er als Moslem auch gegen die Einführung eines islamischen Religionsunterrichtes. Statt Religion sollen die Kinder lieber Ethik und Philosophie lernen. Für Rahim Schmidt ist es eben wichtig, ein guter Mensch zu werden.
Hier möchte ich Rahim Schmidt gerne widersprechen. Ich finde es wichtig, dass auch in unseren Schulen unsere Kinder und Jugendliche Religion kennenlernen und sich damit auseinandersetzen. Nicht als ein notwendiges Gedankenspiel, sondern als eine Einladung, das Leben nach bestimmten Werten zu gestalten. Miteinander und nicht gegeneinander. Im Religionsunterricht können sie lernen, Verschiedenheit nicht als fremd, sondern als Bereicherung zu erleben.
Ich bin dafür, dass Menschen, die unterschiedlich glauben, genau darüber ins Gespräch kommen. In den Schulen können sie das lernen und einüben, damit auch im Alltag das Miteinander gelingen kann.

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„Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit" Dieser Satz ist legendär. Er stammt von einem eher bescheidenen Mann, Neill Armstrong. Er hat als erster Mensch seinen Fuß auf den Mond gesetzt. Dieses Ereignis gehört zu meinen frühesten Kindheitserinnerungen.
Vor ein paar Tagen ist der erste Mann im Mond im Alter von 82 Jahren gestorben. Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Schritt für die Menschheit? Ja, die Welt hat sich seit diesem Satz vor 43 Jahren verändert. Wir sind seitdem unzählige Male ins Weltall geflogen. Haben neue Sterne entdeckt und erkunden gerade mit dem Roboter Curiosity, ob es auf dem Mars schon einmal Leben gegeben hat. Faszinierende Wissenschaft, keine Frage.
Dennoch frage ich mich: warum haben wir es mit unseren technischen Möglichkeiten nicht geschafft, genug Lebensmittel anzubauen, damit kein Mensch mehr Hunger leiden muss. Oder warum gibt es immer noch Kriege? Der Spaziergang auf dem Mond hat uns in dieser Hinsicht nicht wirklich schlauer gemacht. Auch nicht menschlicher.
In einem Gebet der Bibel heißt es: Wenn ich Mond und Sterne sehe und alles, was Gott gemacht hat: Was ist der Mensch? Ja, was sind wir?
Die Bibel antwortet darauf: Wir Menschen haben einen Auftrag. Gott hat uns den Auftrag gegeben, auf der Erde mitzuhelfen, dass Menschen Schritte aufeinander zu machen können. Dass Menschen wieder miteinander reden anstatt sich anzuschweigen. Und dass Menschen über die Grenzen von Kultur und Religion hinweg gemeinsam nach Lösungen suchen, wenn wir nicht mehr weiter wissen. Und dieses große Programm beginnt immer mit einem ersten, kleinen Schritt. Ich wünsche Ihnen heute so einen kleinen Schritt auf einen anderen Menschen zu. Und das Tollste ist: Für diesen Schritt brauchen Sie noch nicht einmal zum Mond zu fliegen.

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Wie stellen Sie sich das Paradies vor? Wie ein Schlaraffenland, in dem es alles gibt - und das umsonst? Oder wie ein Land, in dem die Menschen nicht arbeiten müssen und doch alles zum Leben haben? Mein Paradies steht vor meiner Haustür. Es ist eine kleine Holzbank, auf der gerade einmal zwei Menschen bequem Platz haben. Hier sitze ich manchmal alleine und schaue in die weite Landschaft vor meinem Haus. Lasse nach einem anstrengenden Arbeitstag einfach meine Gedanken mit den Wolken ziehen. Einige davon haben mich tagsüber ganz schön beschäftigt. Ich möchte sie nicht mit in die Nacht nehmen und stelle mir vor, wie sie es sich auf einer Wolke bequem machen und einfach davon ziehen. Eine Vorstellung, die mich unheimlich beruhigt und entspannt.
Manchmal sitze ich hier auch mit einem Kollegen und wir reden über Gott und die Welt. Wir tauschen uns über unsere Arbeit aus. Ja, auf dieser Holzbank sind schon die schönsten Ideen geboren worden. Wie zum Beispiel das Dankeschön-Fest für alle, die bei uns mitmachen. Oder der Gottesdienst für Verliebte.
Und dann gibt es Abende, da sitze ich hier mit meinem Sohn, der bald 18 wird. Er erzählt mir von seinen Plänen für die Zukunft und fragt auch danach, wie das bei mir damals war. Mädchengeschichten bekomme ich zu hören und wir besprechen die aktuellen Fußballergebnisse. Oder er erklärt mir eines seiner neuen Computerspiele. Dabei lachen wir viel und sind uns als Vater und Sohn ganz nahe. Und vergessen darüber völlig die Zeit.
Das Paradies ist nicht weit weg, sondern gleich nebenan. Das ist meine Erfahrung. Das Paradies ist dort, wo ich zur Ruhe komme, wo ich anderen und mir nahe komme. Es ist da, wo neue Ideen geboren werden und wo die Zeit stehen bleibt.
So ein Paradies gleich nebenan wünsche ich auch Ihnen heute.

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