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Sendetext von Samstag, 31. Juli 2010
Autor: Ilka Sobottke, Mannheim, Evangelische Kirche
Die Aufgabe der Kirche ist es gerade jetzt mehr denn je darüber zu reden was es bedeutet, wenn Arme immer ärmer werden und Reiche immer Reiche. Was es bedeutet, wenn inzwischen mehr als 20 Prozent der Bevölkerung in Deutschland zu den Armen gerechnet werden.
Und was es bedeutet, dass der Anteil von Familien also von Kindern an den Armen besonders hoch ist.
Und dass zugleich, der Anteil der Reichen auch dauernd ansteigt und inzwischen bereits ebenfalls mehr als zwanzig Prozent der Bevölkerung ausmacht. Denn das heißt, dass die so genannte soziale Mitte der Gesellschaft nur noch aus wenig mehr als fünfzig Prozent besteht.
Und die am Rand bald genauso viele sind wie die in der Mitte.
Das wiederum führt dazu, dass die einen die in der Mitte stehen dauernd in Angst leben abzustürzen, dahin wo Menschen in Armut leben und dass andere dauernd damit beschäftig sind zu versuchen hochzukommen dahin wo die Reichen sind...
Immer seltener hingegen gelingt es Leuten aus dem sozialen Aus von Hartz IV und Arbeitslosigkeit wieder heraus zu kommen.
Meistens auch nicht deren Kindern.
Denn keiner kann mit Hartz IV all das garantieren, was ein Kind inzwischen braucht, um die Schule gut abzuschließen.
Sozialer Frieden kann so nicht wachsen.
Und die Sparpläne der Regierung manifestieren diese Entwicklungen in katastrophaler Weise. Warum tritt nicht einmal einer aus dieser Regierung zurück, weil so dramatisch gespart wird bei den Armen und Schwachen, das wäre ein Grund, den könnte ich verstehen. Und warum wird immer bei den Armen gespart?
Wie könnte das anders gehen? So viele Projekte gibt es für Menschen in Armut. Auch in unserer Gemeinde- mit Gerechtigkeit hat das aber noch lange nichts zu tun. Aber genau darum geht es. Gerechtigkeit ist doch keine Horrorvision, sondern die einzige Chance Frieden, sozialen Frieden zu bewahren.
Arme soll es bei euch überhaupt nicht geben, heißt es schon im Alten Testament, nur dann werdet ihr in Frieden leben.