Woche vom 03.07.2011 bis 09.07.2011 

Von Dan Peter, Gomaringen, Evangelische Kirche
Jeder ist herzlich eingeladen
Sonntag, 03. Juli 2011
Der Prinz findet seine große Liebe. Eigentlich ist sie bürgerlich, aber er wählt sie trotzdem zur Braut, macht sie zu seiner Prinzessin. Fast wie im Märchen. Das berührt die Herzen. Millionen - weltweit - lassen mitten am Tag alles stehen, um ja nichts vom großen Fest zu verpassen. Dabei sind sie nur Zaungäste der Feier. Sie können nur am Bildschirm zuschauen wie William und Kate oder Albert von Monaco und seine Charlene sich ihr Ja-Wort schenken.
Königshochzeiten waren immer schon etwas Besonderes. Auch zurzeit von Jesus. Ausgiebig und mit hunderten von Gästen wurden sie gefeiert. Sie überboten alle anderen Feierlichkeiten. Die Eingeladenen wurden aufs Beste bewirtet, oft auch noch reich beschenkt. Sie tauchten in eine andere, bessere, sorglose und glückliche Welt ein. Und Jesus hat gesagt: so wird die neue Welt Gottes sein. Das Leben - ein Fest. Keine Sorgen, keine Tränen, dafür große Freude. Lebensfreude pur.
Dazu lädt Gott seine Menschen ein: zu neuem Leben, das von Gottvertrauen getragen und von Freude bestimmt ist. Alle, die auf ihn vertrauen, sollen so leben können. Was aber, wenn die Menschen sich völlig widersinnig verhalten und sich gegenüber Gottes Angebot unmöglich benehmen? Jesus hat einmal die Geschichte von einer Hochzeit erzählt, zu der zunächst keiner kommen wollte. Dies ist seine Geschichte:
Der König lädt zur Hochzeit seines Sohnes ein, aber keiner will kommen. Ganz im Gegenteil, obwohl der König mit dem Besten vom Besten aufwartet, gehen die Eingeladenen lieber ihren Alltagsgeschäften nach. Da wird der König zornig, weil er merkt, dass die geladenen Gäste sein Angebot nicht zu schätzen wissen. Wie kann man so kurzsichtig an der Chance seines Lebens vorbei gehen?
Aber der König hat eine gute Idee. Er weist seine Diener und Boten an, die Nächstbesten einfach von der Straße weg einzuladen, alle, die normalerweise höchstens Zaungäste gewesen wären. Es werden also die eingeladen, die nur vor den Bildschirmen das bedeutende Fest bewundern könnten und nie eine Chance hätten, dabei zu sein.
Jesus sagt: So ist Gott. Er lädt alle Menschen ein, egal wer sie sind oder was sie in der Vergangenheit gedacht oder getan haben, egal wie sie aussehen, woher sie kommen, egal auch ob sie jünger oder älter sind. Jeder ist herzlich eingeladen. Sie können und dürfen auf ihn vertrauen. Sie sollen spüren, wie gut es tut, mit Gottvertrauen zu leben. Dann kann man an seinen guten Gaben und seinem Segens teilhaben.
Gott kennt nur ein Ziel, dass möglichst alle dabei sind. Dass sie nicht mehr nur von Ferne sehen oder hören, wie andere feiern und es gut haben. Sie dürfen persönlich dabei sein.
Eine Königshochzeit wird gefeiert und es werden die Menschen von der Straße eingeladen. Sie sollen nicht mehr Zaungäste sein, sondern richtig mitfeiern bei dem großen Fest. Die neue Welt, die Welt, wie Gott sie haben will, ist nicht nur für Promis und Funktionäre.
Diese Geschichte hat Jesus erzählt, um auf das Reich Gottes hinzuweisen. Das Gleichnis soll Gottes außergewöhnlich großzügiges Angebot verdeutlichen.
Aber die Erzählung von Jesus ging noch weiter. Der König will seinen Gästen eine besondere Ehre erweisen. Keiner soll sich seiner abgetragenen oder zerrissenen Kleidung schämen müssen. Deshalb schenkt er allen seinen Gästen auch noch festliche Gewänder. Er selbst sorgt für ihre Würde. Er adelt sie durch angemessene Festkleidung und stellt sie damit gleich mit sich.
Aber wieder passiert etwas vollkommen Widersinniges. Ein Gast meint, er hätte das nicht nötig. Er verweigert das Geschenk. Er zieht sich nicht um, sondern setzt sich mit seinen abgetragenen und stinkenden Fetzen an den Tisch. Warum tun Menschen so etwas? Warum trennen sie sich nicht von dem, was hier unangemessen und störend ist? Es wäre doch kein Tausch zu ihrem Nachteil. Die Fetzen würden quasi tausendfach ersetzt. Warum wollen sie sich einfach nicht ändern und schließen sich quasi selbst aus? In der Geschichte wird der Mann von der Tafel entfernt. Er hat all das Schöne gesehen. Aber davon hat er nichts. Ganz im Gegenteil. Draußen ist es für ihn nun erst recht trist und grau und dunkel und kalt.
Jesus sprach damit auch eine deutliche Warnung aus: Viele sind eingeladen, aber manche wollen sich nicht ändern. Das ist eigentlich total widersinnig. Ihr Stolz und unbegründetes Misstrauen hindert sie, das beste Geschenk ihres Lebens anzunehmen.
Dabei bietet Gott noch mehr an, als in diesem Hochzeitsgleichnis deutlich wird. In anderen Gleichnissen erzählt Jesus, dass Gott jeden Einzelnen voller Liebe und Vertrauen in die Arme schließen will, als ob er oder sie der Mittelpunkt des Festes wäre. Wer Gottes Einladung folgt, kann neu anfangen zu leben und spürt Gottes Begleitung.
Manchmal denke ich: Eine tiefe Sehnsucht davon liegt bereits in vielen Herzen. Vielleicht zieht diese Ahnung vom Heil Gottes so viele Menschen vor die Bildschirme, wenn irgendwo eine Königshochzeit gefeiert wird.
Wenn Sie wieder einmal zuschauen, dann denken Sie daran: Zu Gottes Fest sind auch Sie eingeladen. Davon braucht man nicht nur zu träumen. Dazu kann man still ja sagen und es für sich gelten lassen. Das kann man sich sozusagen anziehen, wie ein Festgewand fürs Leben und die Ewigkeit.
Das wünsche ich Ihnen. Und einen gesegneten Sonntag.



