Woche vom 17.12.2006 bis 23.12.2006 

Von Jutta Wellhöner, Offenburg, Evangelische Kirche
Weihnachtsvorbereitungen am 3. Advent mit Johannes dem Täufer
Sonntag, 17. Dezember 2006
Teil 1
Mitten in den Endspurt für die Weihnachtsvorbereitungen platzt er herein: Johannes der Täufer!
Er ist so etwas wie der „Schutzpatron“ des Dritten Advent.
Ich möchte Ihnen von Johannes dem Täufer erzählen, weil ich glaube, dass er uns auch heute noch viel dazu zu sagen hat, wie wir uns sinnvoll auf das bevorstehende Weihnachtsfest vorbereiten können.
Johannes wird in der Bibel als der „Vorläufer“ und der „Wegbereiter“ von Jesus geschildert.
Er steht am Jordan und predigt „die Taufe zur Vergebung der Sünden“.
Wenn ich ihn mir da so vorstelle, den Propheten in seinem Gewand aus rauer Kamel-Wolle, wild und zerzaust vom langen einsamen Leben in der Wüste, dann passt dieser Johannes für mein Empfinden so überhaupt nicht in unsere beschauliche Adventszeit hinein.
Und wenn ich dann noch höre, was Johannes zu sagen hatte!
Er hat gewettert und geschimpft und seine Zuhörer sogar „Schlangenbrut“ genannt!
Das klang schon ein bisschen anders als die freundlichen Grußworte, die wir privat und geschäftlich so vor dem Fest austauschen. Statt mit Dankeschöns fürs alte und guten Wünschen fürs neue Jahr kam Johannes mit knallharter Kritik.
Trotzdem: die Leute liefen ihm in Scharen zu! Als hätten sie nur darauf gewartet: Dass jemand mit der Faust auf den Tisch haut und klipp und klar sagt: So geht das nicht weiter. Immer noch mehr und immer noch schneller und immer noch eins drauf – ob im Job oder im Konsum. Wo soll das noch hinführen, wie ihr mit eurer Umwelt umgeht? Oder wie ihr zappt und surft, ohne all die vielen Eindrücke überhaupt verarbeiten zu können?
Wie würde ich reagieren, wenn heute einer so redet? Grad in einer Zeit, wo immer mehr Angebote, aber auch immer mehr Anforderungen an uns gerichtet sind, ist es doch eigentlich wichtig zu fragen: Wo liegen meine Prioritäten? Wie muss ich meinen Alltag ausrichten, dass mich seine Anforderungen nicht auffressen? Wo muss ich abspecken und kürzer treten? Und wo mich aufraffen und den inneren Schweinehund überwinden? Und - wo etwas bescheidener werden mit meinen Ansprüchen?
Ich glaube, dass da ein Umdenken nicht nur Not tut.
Sondern dass es auch gut tut.
So hat auch Johannes damals seine herbe Kritik gemeint.
„Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden. Und was krumm ist, soll gerade werden und was uneben ist, soll ebener Weg werden.“ Hat er gesagt.
Das hört sich für mich so an als wollte er damit sagen:
„Ihr werdet euch noch wundern, was alles möglich ist, wenn ihr umkehrt und euer Leben verändert. Das berühmte „Geht nicht!“ gibt´s nicht. Zumindest dann, wenn ihr euch auf Gott einlasst. Kein Berg, vor dem ihr steht, ist so hoch, dass er nicht mit Gottes Kraft erklommen werden könnte. Und kein Chaos ist so groß, dass Gott nicht Ordnung darin schaffen könnte.“
Wenn das so ist! Dann kann´s ja losgehen! Auch in die nächste Woche vor dem Fest!
Teil 2
Die Weihnachtsvorbereitungen laufen auf Hochtouren – auch bei uns daheim.
Da werden lange Einkaufslisten abgearbeitet und vorgekocht und die letzten Grußkärtchen geschrieben. Und manchmal geht’s da schon ziemlich hektisch zu.
Egal! Ich finde das jedenfalls schön, wenn Weihnachten die ganze Familie zusammen kommt und man den Menschen, die einem wichtig sind, eine kleine Freude machen kann.
Trotzdem möchte ich mir zwischendurch immer wieder klar machen, dass wir ja in einer Woche eigentlich den Geburtstag von Jesus feiern.
Und das bedeutet wohl noch mal ganz eigene Vorbereitungen.
So hat das auch Johannes der Täufer gesehen.
„Bereitet dem Herrn den Weg!“ hat er den Leuten zugerufen, die in Scharen zu ihm an den Jordan gezogen sind. Und dann hat er ihnen eine Predigt gehalten, die sich gewaschen hat. Von wegen „Liebe Gemeinde!“ „Ihr seid Heuchler und falsche Fuffziger!“ hat Johannes gewettert. „Was bildet ihr euch darauf ein, dass ihr Kinder Abrahams seid. Bleibt mir weg damit! Die Axt ist schon an diese Wurzeln gelegt, auf die ihr so stolz seid!“
Richtig zornig ist der Johannes damals geworden, als er sah, wie hohl und leer die Traditionen und die überkommenen Werte geworden waren. Und ich heute denke dabei an unsere Traditionen, an unsere überkommenen Werte, an das, was mich in meiner Kultur geprägt hat und was mir auch sehr lieb und wert ist.
Was würde Johannes wohl dazu sagen? Vielleicht würde er ungefähr so reden:
„Weihnachten feiert ihr? Weihnachten ist mehr als Gänsebraten und „O Tannenbaum“!
Mit euren Familien wollt ihr euch am Fest treffen. Prima, macht da nur! Aber tut ihr auch was dafür, dass die Familie kein Auslaufmodell wird? Dass junge Leute Lust dazu haben, eine Familie zu gründen? Lasst ihr euch das auch was kosten? Und seid ihr selber ein Vorbild?
Ihr macht euch Geschenke und lasst euch euren Gatten und das Patenkind richtig was kosten. Das ehrt euch. Aber verschenkt ihr auch ein offenes Ohr? Oder euer Vertrauen? Oder verschenkt ihr etwas von eurer Zeit, die zu euerem knappsten Gut geworden ist?“
Ganz schön kritische Fragen höre ich da bei Johannes dem Täufer heraus. Doch mir scheint: es sind wohl Fragen, die nötig sind, damit bei uns wirklich Weihnachten wird. Damit Gott zur Welt kommen kann.
Johannes hat sich nichts sehnlicher gewünscht. Aber seine Predigt von damals redet auch uns heute ins Gewissen: Ihr müsst euch umdrehen und die Blickrichtung verändern. Ihr müsst auch manchen kritischen Fragen stellen. Nicht nur gucken: Was kriegen wir hin? Sondern wo kommt Gott bei uns zum Zuge? Dann wird es richtig Weihnachten werden!
Ich wünsche Ihnen jedenfalls schon jetzt ein richtig schönes, gelungenes Weihnachtsfest! Und bis dahin: kommen Sie gut durch die neue Woche!
Mitten in den Endspurt für die Weihnachtsvorbereitungen platzt er herein: Johannes der Täufer!
Er ist so etwas wie der „Schutzpatron“ des Dritten Advent.
Ich möchte Ihnen von Johannes dem Täufer erzählen, weil ich glaube, dass er uns auch heute noch viel dazu zu sagen hat, wie wir uns sinnvoll auf das bevorstehende Weihnachtsfest vorbereiten können.
Johannes wird in der Bibel als der „Vorläufer“ und der „Wegbereiter“ von Jesus geschildert.
Er steht am Jordan und predigt „die Taufe zur Vergebung der Sünden“.
Wenn ich ihn mir da so vorstelle, den Propheten in seinem Gewand aus rauer Kamel-Wolle, wild und zerzaust vom langen einsamen Leben in der Wüste, dann passt dieser Johannes für mein Empfinden so überhaupt nicht in unsere beschauliche Adventszeit hinein.
Und wenn ich dann noch höre, was Johannes zu sagen hatte!
Er hat gewettert und geschimpft und seine Zuhörer sogar „Schlangenbrut“ genannt!
Das klang schon ein bisschen anders als die freundlichen Grußworte, die wir privat und geschäftlich so vor dem Fest austauschen. Statt mit Dankeschöns fürs alte und guten Wünschen fürs neue Jahr kam Johannes mit knallharter Kritik.
Trotzdem: die Leute liefen ihm in Scharen zu! Als hätten sie nur darauf gewartet: Dass jemand mit der Faust auf den Tisch haut und klipp und klar sagt: So geht das nicht weiter. Immer noch mehr und immer noch schneller und immer noch eins drauf – ob im Job oder im Konsum. Wo soll das noch hinführen, wie ihr mit eurer Umwelt umgeht? Oder wie ihr zappt und surft, ohne all die vielen Eindrücke überhaupt verarbeiten zu können?
Wie würde ich reagieren, wenn heute einer so redet? Grad in einer Zeit, wo immer mehr Angebote, aber auch immer mehr Anforderungen an uns gerichtet sind, ist es doch eigentlich wichtig zu fragen: Wo liegen meine Prioritäten? Wie muss ich meinen Alltag ausrichten, dass mich seine Anforderungen nicht auffressen? Wo muss ich abspecken und kürzer treten? Und wo mich aufraffen und den inneren Schweinehund überwinden? Und - wo etwas bescheidener werden mit meinen Ansprüchen?
Ich glaube, dass da ein Umdenken nicht nur Not tut.
Sondern dass es auch gut tut.
So hat auch Johannes damals seine herbe Kritik gemeint.
„Alle Täler sollen erhöht werden, und alle Berge und Hügel sollen erniedrigt werden. Und was krumm ist, soll gerade werden und was uneben ist, soll ebener Weg werden.“ Hat er gesagt.
Das hört sich für mich so an als wollte er damit sagen:
„Ihr werdet euch noch wundern, was alles möglich ist, wenn ihr umkehrt und euer Leben verändert. Das berühmte „Geht nicht!“ gibt´s nicht. Zumindest dann, wenn ihr euch auf Gott einlasst. Kein Berg, vor dem ihr steht, ist so hoch, dass er nicht mit Gottes Kraft erklommen werden könnte. Und kein Chaos ist so groß, dass Gott nicht Ordnung darin schaffen könnte.“
Wenn das so ist! Dann kann´s ja losgehen! Auch in die nächste Woche vor dem Fest!
Teil 2
Die Weihnachtsvorbereitungen laufen auf Hochtouren – auch bei uns daheim.
Da werden lange Einkaufslisten abgearbeitet und vorgekocht und die letzten Grußkärtchen geschrieben. Und manchmal geht’s da schon ziemlich hektisch zu.
Egal! Ich finde das jedenfalls schön, wenn Weihnachten die ganze Familie zusammen kommt und man den Menschen, die einem wichtig sind, eine kleine Freude machen kann.
Trotzdem möchte ich mir zwischendurch immer wieder klar machen, dass wir ja in einer Woche eigentlich den Geburtstag von Jesus feiern.
Und das bedeutet wohl noch mal ganz eigene Vorbereitungen.
So hat das auch Johannes der Täufer gesehen.
„Bereitet dem Herrn den Weg!“ hat er den Leuten zugerufen, die in Scharen zu ihm an den Jordan gezogen sind. Und dann hat er ihnen eine Predigt gehalten, die sich gewaschen hat. Von wegen „Liebe Gemeinde!“ „Ihr seid Heuchler und falsche Fuffziger!“ hat Johannes gewettert. „Was bildet ihr euch darauf ein, dass ihr Kinder Abrahams seid. Bleibt mir weg damit! Die Axt ist schon an diese Wurzeln gelegt, auf die ihr so stolz seid!“
Richtig zornig ist der Johannes damals geworden, als er sah, wie hohl und leer die Traditionen und die überkommenen Werte geworden waren. Und ich heute denke dabei an unsere Traditionen, an unsere überkommenen Werte, an das, was mich in meiner Kultur geprägt hat und was mir auch sehr lieb und wert ist.
Was würde Johannes wohl dazu sagen? Vielleicht würde er ungefähr so reden:
„Weihnachten feiert ihr? Weihnachten ist mehr als Gänsebraten und „O Tannenbaum“!
Mit euren Familien wollt ihr euch am Fest treffen. Prima, macht da nur! Aber tut ihr auch was dafür, dass die Familie kein Auslaufmodell wird? Dass junge Leute Lust dazu haben, eine Familie zu gründen? Lasst ihr euch das auch was kosten? Und seid ihr selber ein Vorbild?
Ihr macht euch Geschenke und lasst euch euren Gatten und das Patenkind richtig was kosten. Das ehrt euch. Aber verschenkt ihr auch ein offenes Ohr? Oder euer Vertrauen? Oder verschenkt ihr etwas von eurer Zeit, die zu euerem knappsten Gut geworden ist?“
Ganz schön kritische Fragen höre ich da bei Johannes dem Täufer heraus. Doch mir scheint: es sind wohl Fragen, die nötig sind, damit bei uns wirklich Weihnachten wird. Damit Gott zur Welt kommen kann.
Johannes hat sich nichts sehnlicher gewünscht. Aber seine Predigt von damals redet auch uns heute ins Gewissen: Ihr müsst euch umdrehen und die Blickrichtung verändern. Ihr müsst auch manchen kritischen Fragen stellen. Nicht nur gucken: Was kriegen wir hin? Sondern wo kommt Gott bei uns zum Zuge? Dann wird es richtig Weihnachten werden!
Ich wünsche Ihnen jedenfalls schon jetzt ein richtig schönes, gelungenes Weihnachtsfest! Und bis dahin: kommen Sie gut durch die neue Woche!



