Manuskripte

SWR3 Worte

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Woche vom 18.09.2011 bis 24.09.2011




Dr. Anke Edelbrock

Von Dr. Anke Edelbrock, Tübingen, Evangelische Kirche

Wenn Liebe aussuchen darf

Samstag, 24. September 2011     [Druckversion]

Warum sollen wir Menschen respektieren, die einen anderen Menschen lieben, egal welchen Geschlechts? Dazu die Theologieprofessorin Helga Kuhlmann

"Die christliche Religion, in der Gott die Liebe und die Quelle der Liebe ist, gebietet Respekt vor allen Menschen, die sich lieben. [...] Wen eine Person begehrt, sucht diese sich keineswegs nur aus. Manche werden von Menschen des anderen Geschlechts angezogen, andere von denen des eigenen. Wenn wir Glück haben, geschieht das gegenseitig, und wenn wir noch mehr Glück haben, kann die Liebe wachsen und dauern, bis wir uns zutrauen, so zu ihr zu stehen, dass wir sie verbindlich eingehen und an ihr festhalten wollen, bis dass der Tod uns scheidet. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen gab es homosexuelle Menschen, doch noch immer werden sie diskriminiert. Wie gut, dass evangelische Kirchen vor wenigen Jahren [...] begonnen haben, Gottes Segen auch denen für ihre gemeinsames verbindliches Leben zuzusprechen, die demselben Geschlecht angehören."

Helga Kuhlmann
Was heißt hier widernatürlich?
In: ://www.zeit.de/2011/04/Bischoefe-Partnerwahl?page=3 (abgerufen am 14.9.11)

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Ein Erfolgskonzept

Freitag, 23. September 2011     [Druckversion]

Heute ist der 150. Geburtstag von Robert Bosch. Seine Unternehmenskultur ist besonders durch zwei Grundsätze geprägt worden:

         Der Glaube an den Wert meiner Ware und an mein Wort,
         standen mir stets höher als ein vorübergehender Gewinn;
         denn: Lieber Geld verlieren als Vertrauen.
         Sei Mensch und ehre Menschenwürde.

Robert Bosch
In: Boschzünder 1919, S. 21 und Auf den Spuren von Robert Bosch. Onlinebroschüre

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Was ist noch mal Ökumene?

Donnerstag, 22. September 2011     [Druckversion]

Was ist Ökumene? Dazu Andrea Wagner-Pinggera, ev. Pfarrerin und Beauftragte des letzten Ökumenischen Kirchentags in München:

Der christliche Glaube beginnt und endet nicht mit mir. Er äußert sich in der Geschichte, in deren langen Strom wir alle stehen. Wir wissen, woher wir kommen; wohin die Reise geht, liegt in der Hand eines anderen. Gemeinsam hoffen und glauben wir, dass sie in der Ewigkeit endet.
Ich bin Teil einer Bewegung, die Zeiten und Nationen überspannt. Der christliche Glaube hat Spuren hinterlassen, je nach Kultur, Sprache und Lebensumständen äußert er sich ganz unterschiedlich. Gleichzeitig verbindet er Menschen über alle Unterschiede und Grenzen hinweg. [...]
Mein Wunsch für die Ökumene ist es, dass wir lernen, unsere Selbstgenügsamkeit und Selbstgefälligkeit zu überwinden. Und, dass wir die Vielfalt und Vielheit im christlichen Glauben als Chance [...] begreifen.

Andrea Wagner-Pinggera
Ökumene; in: http://www.e-oekumene.de/

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Wie man Waffen los wird

Mittwoch, 21. September 2011     [Druckversion]

Mit dem heutigen Weltfriedenstag ruft die UNO auf, rund um den Globus einen Tag des Waffenstillstands zu begehen.
Dazu der Theologe Max Feigenwinter:

Die Waffen ablegen, das heißt:
- Schweigen, das lähmt, beenden
- Täuschungen, die verunsichern, unterlassen
- Anklagen, die erniedrigen, nicht aussprechen
- Drohungen, die ängstigen, weglassen
- Urteile, die zerstören, nicht fällen

Die Waffen ablegen,
das Gespräch aufnehmen,
miteinander Probleme lösen,
Neues ermöglichen

Max Feigenwinter
Dem Glück auf der Spur. Inspirationen zur Bergpredigt. Eschbach (Verlag am Eschbach der Schwaben Verlag AG)

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Lässt uns das kalt?

Dienstag, 20. September 2011     [Druckversion]

Heute ist Weltkindertag. Der Menschenrechtsexperte Jean Ziegler findet deutliche Worte:

"Wir leben heute auf einem Planeten, der vor Reichtum überquillt. Niemand bestreitet die Zahlen des Welternährungsberichts 2010. Er stellte fest, dass die Landwirtschaft heute problemlos 12 Milliarden Menschen, das Doppelte der Erdbevölkerung, ernähren könnte.
Gleichzeitig verhungert alle fünf Sekunden ein Kind unter zehn Jahren. Ein Kind, das an Hunger stirbt, wird ermordet."

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Wohltuendes STOPP

Montag, 19. September 2011     [Druckversion]

Warum mitten im Trubel innehalten? Dazu der Dichter Paulo Coelho:

Wir sind immer damit beschäftigt, zu handeln, etwas zu tun, Probleme zu lösen, für andere zu sorgen. Ständig sind wir dabei, eine Sache zu planen, eine andere zu vollenden, eine dritte zu entdecken.
Daran ist nichts Schlimmes, denn schließlich bauen und verändern wir so die Welt. Doch zur Lebenserfahrung gehört auch das Gebet.
Hin und wieder innehalten, aus sich selbst heraustreten, angesichts des Universums still sein. Mit Körper und Seele niederknien. Ohne zu bitten, ohne zu denken, nicht einmal für etwas zu danken. Nur die wortlose Liebe, die uns umgibt, erleben. In diesen Augenblicken können unerwartet Tränen fließen, die weder solche der Freude noch solche der Trauer sind. Sei nicht überrascht. Dies ist eine Gabe. Diese Tränen waschen deine Seele.

Paulo Coehlo
Titel im Buch: Aus sich selbst heraustreten
In: Unterwegs. Der Wanderer. Gesammelte Geschichten. Zürich (Diogenes)

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Unlogisch, aber faszinierend

Sonntag, 18. September 2011     [Druckversion]

Heute vor 50 Jahren kam Dag Hammarskjöld bei einem Flugzeugabsturz ums Leben. Der Generalsekretär der Vereinten Nationen und Friedensnobelpreisträger schrieb 1956 in sein Tagebuch:

„Mit Gottes Liebe das Leben und die Menschen lieben - um der unendlichen Möglichkeiten willen. [...]
In Gottes Hand hat jede Stunde einen Sinn,
hat Hoheit und Glanz, Ruhe und Zusammenhang.
'An Gott glauben' heißt in dieser Perspektive auch an sich selber zu glauben. Ebenso selbstverständlich, ebenso 'unlogisch' und ebenso unmöglich zu erklären: wenn ich sein kann, ist Gott."

Dag Hammarskjöld
Zeichen am Weg. Das spirituelle Tagebuch des UN-Generalsekretärs. 1965, Neuausgabe 2005 (Knaur Taschenbuch)

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