Manuskripte

SWR3 Worte

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Woche vom 20.03.2011 bis 26.03.2011




Dorothee Wüst

Von Dorothee Wüst, Weilerbach, Evangelische Kirche

Traum 7 - Karolina Kurkova

Samstag, 26. März 2011     [Druckversion]

Das Model Karolina Kurkova:

Tagträume (...) sind sehr wichtig für mich. Es ist wunderbar, dass wir Menschen in der Lage sind, uns mithilfe unserer Vorstellungskraft selbst in diesen anderen, besonderen Zustand zu versetzen. Dass wir in der Lage sind, eine Traumwelt zu schaffen, die schöner und besser ist als die reale.
Manchmal ist das Leben eben nicht rosarot und fluffig. Aber das ist okay, denn nur so wachsen und lernen wir. Wenn unsere Realität unseren Träumen entspräche, gäbe es keine Herausforderungen mehr. Dass die Realität oft hart und unschön ist, lässt uns die Schönheit umso mehr schätzen.
Schönheit zu erleben ist existenziell wichtig, und sei es nur in unseren Träumen.

http://www.zeit.de/2011/08/Traum-Karolina-Kurkova

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Traum 6 - Rafik Schami

Freitag, 25. März 2011     [Druckversion]

Der Schriftsteller Rafik Schami erzählt von seinem Traum:

Dieser Traum verfolgt mich seit 15 Jahren. Immer wieder, einmal mehr, einmal weniger, aber mit immer neuen Details. (...) Ich möchte nach Damaskus, in meine Heimatstadt. Und dann nach Malula, in mein aramäisches Dorf.
Und seit Emil, mein Sohn, mich immer öfter und immer deutlicher an meine eigene Kindheit erinnert, seit ich fühle, um wie viel anders er aufwächst hier in Deutschland, während ich älter und älter werde und mich immer weiter von jenen Jahren entferne, seither träume ich davon, mit Emil all die Orte zu besuchen, von denen ich ihm bisher nur erzählen konnte.

Im Traum nämlich ist alles so wunderbar einfach
aus: DIE Zeit (Hg.): Ich habe einen Traum. Das beste aus der Leben-Serie. Verlag
Kiepenheuer & Witsch, 2002, S. 169

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Traum 5 - Zoe Jenny

Donnerstag, 24. März 2011     [Druckversion]

Ich habe einen Traum, dass man am Ende eines Lebens, wenn man bereits Hunderte von zu früh abgebrochenen Träumen hinter sich hat, sich doch noch an alle Splitter erinnert.
Dass einem die Zeit bleiben wird, die angesammelten Splitter zusammenzufügen, zu einer Art Kaleidoskop.
Ein Traumkaleidoskop, das man in sich trägt und in das man hineinblicken kann wie in einen Garten.
Ich habe einen Traum von den Farben, die man darin sehen wird wie seltene Pflanzen. Und vielleicht wird man über die Schatten, die all diese Träume werfen, nicht mehr erschrecken.
Die Schweizer Schriftstellerin Zoe Jenny
aus: DIE Zeit (Hg.): Ich habe einen Traum. Das beste aus der Leben-Serie. Verlag Kiepenheuer & Witsch, 2002, S. 131f.

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Traum 4 - Armin Müller-Stahl

Mittwoch, 23. März 2011     [Druckversion]

Gedanken des Schauspielers Armin Müller-Stahl zum Thema „Träumen":

Ein anderes, vielleicht das wichtigste Thema in meinen Träumen? Das Fliegen. Ich fliege kühn, mit Raffinesse, fliege ins All oder gar ins Jenseits, besuche meinen Vater oder schon gestorbene Freunde und bin in der Lage, allen Katastrophen, die sich bei diesen Besuchen einstellen können, auszuweichen.
Folgen mir Katastrophen ins All oder gar ins Jenseits, fliege ich vom Traum ins Leben zurück. So einfach ist das.
Lauert auch hier eine Katastrophe wie zum Beispiel die Katastrophe des Stillstands, warte ich auf die Nacht, auf den Traum, und ich schwinge mich wieder auf und fliege der Katastrophe des Stillstands davon. Ich fliege elegant, nicht wie eine Krähe, die erbärmlich rackern muss. Nein, eher wie eine Möwe, die einem Schiff hinterher segelt.

http://www.zeit.de/2000/10/200010.traum_mueller-st.xml

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Traum 3 - Barbara Feltus-Becker

Dienstag, 22. März 2011     [Druckversion]

Barbara Feltus-Becker über das Thema „Traum":

Meine Träume erwachsen aus den Erfahrungen meines Lebens als Tochter und Mutter. Ich träume davon, frei zu sein von Vorurteilen und Anklagen. Ich träume davon, mich nicht rechtfertigen und nicht erklären zu müssen. Und ich träume davon, dass Menschen sich und anderen vergeben lernen, egal, welche Schmerzen sie erleiden mussten. (...)
In meinem Traum schaffe ich ein Ritual für Vergebung, das man auf alle Menschen anwenden kann. Ob kleine Dummheiten oder schwerwiegende, kapitale Vergehen - jeder Mensch bekommt eine zweite, eine dritte, eine neue Chance. (...) Das bedeutet natürlich nicht, dass Taten ungesühnt bleiben oder Verantwortung abgestreift wird - es geht darum, das großartige Gefühl des Verzeihens über die bloße Rachelust zu stellen.

http://www.zeit.de/2003/43/Traum_2fBabs

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Traum 2 - Heidi Klum

Montag, 21. März 2011     [Druckversion]

Heidi Klum zum Thema „Traum":

Ich bin auf der Sonnenseite des Lebens, möchte auch gar nichts anderes behaupten, und manchmal fürchte ich mich davor, mir Fragen zu stellen wie: Vermisse ich etwas? Geht es mir zu gut? Was wäre, wenn ich plötzlich eine schwere Krankheit hätte? Was müsste man lesen, was einen weiterbringt? Bin ich politisch?
Es träumen immer jene, die sich nach etwas sehnen, habe ich einmal gelesen. Wonach ich mich sehnte, das habe ich bekommen: Man sagt, ich sei schön, erfolgreich und um mein Glück zu beneiden. Darf man Träume haben, wenn man so glücklich ist wie ich?
Träume zu haben bedeutet, über sich selbst nachgedacht, sich selbst erkannt zu haben. Habe ich das? Der Alltag ist der Feind des Nachdenkens, denn er ist ein Dieb von Zeit. Ich träume davon, meine Träume nicht zu verlieren.

http://www.zeit.de/2004/49/Traum_2fKlum_49

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Traum 1 – Michael Rogowski

Sonntag, 20. März 2011     [Druckversion]

Michael Rogowski, ehemaliger Präsident des Bundesverbandes der deutschen Industrie, erzählt von einem Traum:

In meinem Traum gründen wir mit meinem Kapital ein Pharmazie-Unternehmen (...). Ich beteilige meine Mannschaft daran mit einer Quote. Wir entwickeln gemeinsam ein Vergütungssystem, das mit einem Fixum an jeden beginnt, dessen Höhe von der jeweiligen Tätigkeit abhängt. Die weitere Bezahlung ist ergebnisabhängig.
Wir nehmen uns Ziele vor, die wir in einem gewissen Zeithorizont erreichen wollen. Ein weiterer Topf, aus dem ich in harten Zeiten einen Vergütungsausgleich zahlen kann, wird parallel angespart. Mir ist wichtig, dass bei den Vergütungen die Relationen stimmen. Wenn zwischen der Bezahlung der Chefs und der des Arbeiters zu viele Nullen sind, wird es für die »unteren« Etagen psychologisch unerträglich.

http://www.zeit.de/2004/52/Traum_2fRogowski?page=1

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