Manuskripte

SWR3 Worte

Aktuelle Woche   Archiv



Altfried G. Rempe

Von Altfried G. Rempe, Trier, Katholische Kirche

Schlechte laune? raus!…

Freitag, 29. Juli 2016     [Druckversion]

Die Journalistin Carolin Emcke über schlechte Laune und ihre Großmutter:

Schlechte Laune galt meiner Großmutter schlicht als unhöflich. Es gehörte sich nicht, andere mit der eigenen Unzufriedenheit zu belasten oder gar sie dafür verantwortlich zu machen. Ich erinnere mich gut daran, wie ich mich dann nach draußen trollte, kurz etwas unschlüssig herumlungerte, aber schon bald … vergnügt die Gegend erkundete...

Bis heute empfinde ich schlechte Laune als unerzogene Zumutung und bis heute denke ich gelegentlich, manchem täte es gut, einfach mal vor die Tür zu gehen und ein wenig zu spielen…

Meine Großmutter übrigens war ausgewandert und wieder eingewandert. Uns Enkeln hat sie nicht einen Ort als Zuhause vermacht, sondern eine Haltung…

Manchmal schicke ich  mich gleichsam selbst vor die Tür – und ich denke, das würde ihr gefallen.

(in: Süddeutsche Zeitung, 27./28.12.2014, S. 5 – hier zitiert nach „Der anderer Advent – 2015“ Verlag „Andere Zeiten eV Hamburg – 16.12.)

Per E-Mail empfehlen

BruttoInlandsProdukt: versteckt die Werte…

Donnerstag, 28. Juli 2016     [Druckversion]

Robert Kennedy, der Bruder von Präsident John F. Kennedy, über die wahren Werte – vor beinah 50 Jahren:

Das BruttoInlandsProdukt erfasst nicht die Gesundheit unserer Kinder
nicht die Qualität ihrer Ausbildung
und nicht die Freude ihres Spielens.
Es misst weder unseren Mut
noch unsere Weisheit
noch unsere Hingabe zu unserem Land.

Kurz gesagt, misst (das BruttoInlandsProdukt) alles,
bis auf die Dinge,
die das Leben lebenswert machen.

 (in: Impuls. Magazin der Bewegung für soziale Gerechtigkeit KAB, 6/2014, S. 9 – Ketteler-Verlag, Köln))

Per E-Mail empfehlen

Gotteslästerung…

Mittwoch, 27. Juli 2016     [Druckversion]

Streiflicht der Süddeutschen Zeitung – am Tag nach dem Attentat von Nizza klang es so:

… auch Frankreich… Das Mutterland der Aufklärung … scheint heute leider auch eine Heimstatt für (ruhmsüchtige Verbrecher) [im Original: Herostraten] geworden zu sein. Die meisten dieser Verbrecher basteln sich für ihre massenmörderischen Suizide eine pseudoreligiöse Begründung zurecht. Gott, wenn es ihn denn gibt und er den Menschen nach seinem Bild geschaffen hat, wird über solche Fanatiker nur weinen. Atheisten wissen, dass die Berufung auf Gott zur Begründung menschlichen Tuns Humbug ist. Gläubige wiederum, die Liebe und andere Wunder mit Gott verbinden, wissen, dass jene, die in seinem Namen töten, Feinde Gottes und der Menschen sind.

Nicht schon wieder. Die Menschen- und Gotteslästerer, die Mörder von Nizza und Paris, machen einen wütend.

(in: Süddeutsche Zeitung, 16. Juli 2016, S. 1)

Per E-Mail empfehlen

Bitte keine bilder posten…

Dienstag, 26. Juli 2016     [Druckversion]

Matthias Drobinski kommentiert in der Süddeutschen Zeitung
die Flut von Bildern der Gewalt als Teil des Terrors

Ein Polizist erschießt einen afroamerikanischen Autofahrer,… dann fallen die Schüsse von Dallas. Und kaum hat die Welt sich von diesen Bildern losgerissen, kommt der nächste Sog: Nizza. Ein Lastwagen. Totgefahrene Menschen.

Bitte nicht ins Netz stellen, fleht die Polizei – schon allein aus Respekt vor den Toten, Verletzten, Angehörigen. Traurig genug, dass man überhaupt darum bitten muss. Der Verzicht auf die Bilder wäre … Gewaltverzicht …; … ein kleiner Beitrag, damit das Zivile stärker bleibt als der Terror.

 (Besser noch): den Bildern des Todes Bilder des Lebens entgegensetzen; des Trauerns, des Tröstens, des freiheitlich demokratischen Trotzes - … (und) ahnen lassen, dass die Welt nicht nur aus Abgrund besteht.

(in: Süddeutsche Zeitung 2016, Nr. 163, 16.7.2016, S. 4)

Per E-Mail empfehlen

Stolz auf unser land…

Montag, 25. Juli 2016     [Druckversion]

Margarete Gregic und Irene Marinovic sind Caritas-Helferinnen für Flüchtlinge – in Slavonski Brod in Kroatien

Die Möglichkeit, Gutes zu tun, motiviert uns sehr. Wir sind jeden Tag für die Flüchtlinge da und bewundern die Kraft dieser Menschen. Sie kommen hierher ins Camp, haben alles verloren, alles aufgegeben – und trotzdem lachen sie noch und strahlen Stärke aus.

Wir sind stolz auf unser Land, dass so viele freiwillige Helferinnen und Helfer ihnen zur Seite stehen…

(in: Wärme schenken für Menschen ohne Zuhause –
Werbebrief von Caritas International, Januar 2016)

 

Per E-Mail empfehlen


Dominik Frey

Von Dominik Frey, Baden-Baden, Katholische Kirche

München

Sonntag, 24. Juli 2016     [Druckversion]

Der Berliner Weihbischof Heinrichs über die Schreckensnacht von München:

Die Nachrichten machen Angst: erst Nizza, dann die Attacke in einem Zug bei Würzburg und gestern der Anschlag in München.

In den sogenannten sozialen Netzwerken haben sich zweierlei Hoffnungszeichen durchgesetzt:

Menschen haben sich gemeldet, wenn sie in Sicherheit waren.

Und dann wurden die Angst, das Bangen, aber auch die Wut und Empörung mehr und mehr überlagert von dem Motto „Pray for Munich“, „wir beten für München“

Ich bin davon überzeugt, dass Beten hilft. Beten ist aktiv.
Pray for Munich… ist das Beste, was wir tun können, damit die Angst nicht gewinnt.
So lange unsere Hoffnung größer, unsere Solidarität stärker und unsere Gebete fester sind, hat der Terror nicht gewonnen.

Quelle: www.kath.net, zitiert nach: http://www.erzbistumberlin.de/wir-sind/leitung/weihbischof/bz-kolumne-was-wuerde-jesus-dazu-sagen/bz-kolumne/datum/2016/07/23/damit-die-angst-nicht-gewinnt/

Per E-Mail empfehlen