Woche vom 29.11.2009 bis 05.12.2009 

Von Dr. Angela Rinn, Mainz, Evangelische Kirche
Sonntag, 29. November 2009
Es gibt uralte Worte, die unglaublich aktuell bleiben. Worte, die sich Menschen weitererzählt haben weil sie die Kraft haben, zu trösten, Hoffnung zu schenken. Selbst dann, wenn man an den herrschenden Verhältnissen verzweifeln will, verzagen möchte angesichts frecher Betrügereien, scheinheiliger Versprechungen. Worte, die Halt schenken, wenn das, worauf ich mich verlassen wollte, mir zwischen den Händen zerrinnt. Für mich findet sich so ein Wort im Buch des Propheten Jeremia. „Siehe es kommt die Zeit, dass ich dem David einen gerechten Spross erwecken will. Sein Name wird sein: Der HERR unsere Gerechtigkeit.“ Von Gerechtigkeit war wenig zu sehen, als Jeremia diese Worte verkündete. Er hat es mitten in einer der dunkelsten Epochen der Geschichte Israels gesprochen. Es ist überhaupt eines der ganz seltenen Heilsworte, die dieser Prophet verkündigen durfte. Um ihn herum herrschte Chaos und Korruption, das typische Endzeitszenario eines untergehenden Reiches. Die herrschenden Reichen prassten und feierten den Tanz auf dem Vulkan, einen perversen Totentanz, denn die Armen und Schutzlosen wurden übervorteilt und unterdrückt, und vor der Tür standen die Truppen der damaligen Weltmacht, die bald diesem ganzen Geschehen ein Ende bereiten sollten. Jeremia hat die Katastrophe auch für sein persönliches Schicksal vorausgesehen. Anschläge auf sein Leben begleiteten seine Verkündigung, nach der er sich wahrlich nicht gedrängt hatte. Er wollte nicht und musste doch das vernichtende Urteil Gottes über menschenverachtende Könige verkündigen, die nur auf das eigene Wohl bedacht waren, musste auf die Folgen dieser Politik für sein Volk hinweisen, das getötet oder in die Verbannung geführt wurde. Und es muss für ihn ein Lichtstrahl gewesen sein, diese anderen Worte verkünden zu dürfen: Siehe, es kommt die Zeit, dass ich einen gerechten Spross erwecken will.
Er hat es gewusst, da bin ich mir sicher, dass er das Erwachsen dieses Sprosses nicht erleben würde. Dennoch war es - da bin ich mir ebenso sicher - ein glücklicher Tag, an dem er diese Worte sprechen konnte: es kommt die Zeit. Und indem er diese Worte verkündigen durfte, waren sie schon Realität geworden. Der Lichtschein des zukünftigen Gottesreiches dringt dadurch, dass Menschen dieses Wort hören und weitersagen, schon in ihre Gegenwart.
Trotzdem Jeremia persönlich das angekündigte Heil nicht erlebte, erhellte diese Heilszusage sein Leben. Sie ist vor allem Heilszusage, weil sie nicht vom Volk abhängig gemacht wird, von der politischen Unfähigkeit der Könige, ihrer hilflose Taktiererei, der Abkehr von Gott. Es ist Gott selbst, der diesen gerechten Spross erwecken wird, das ist angesichts der unfähigen politischen Führer ein wahrer Trost: was Menschen nicht gelingt, das gelingt Gott.
Seine Heilszusage, seine prophetische Botschaft von dem gerechten Spross, der wahrhaft gerecht regieren wird, hat das Leben von Jeremia mitten in der Katastrophe erhellt. Es ist eine eigentümliche menschliche Erfahrung, dass Worte Gottes mitten in katastrophalen Zuständen, in dunkelsten Zeiten, das Leben hell machen können. Mitten im Dunkel kann es hell werden. So können Menschen, obwohl sie leiden, erfüllt werden vom Licht Gottes. Das haben auch die begriffen, die diese Worte Jeremias weitergetragen haben. Jeremias Worte sind deshalb nicht untergegangen in der Katastrophe, haben die Menschen getröstet und sind weiter und weitererzählt worden, bis heute. Der Baum der Gerechtigkeit treibt einen Spross. Das Unrecht hat nicht das letzte Wort.
Er hat es gewusst, da bin ich mir sicher, dass er das Erwachsen dieses Sprosses nicht erleben würde. Dennoch war es - da bin ich mir ebenso sicher - ein glücklicher Tag, an dem er diese Worte sprechen konnte: es kommt die Zeit. Und indem er diese Worte verkündigen durfte, waren sie schon Realität geworden. Der Lichtschein des zukünftigen Gottesreiches dringt dadurch, dass Menschen dieses Wort hören und weitersagen, schon in ihre Gegenwart.
Trotzdem Jeremia persönlich das angekündigte Heil nicht erlebte, erhellte diese Heilszusage sein Leben. Sie ist vor allem Heilszusage, weil sie nicht vom Volk abhängig gemacht wird, von der politischen Unfähigkeit der Könige, ihrer hilflose Taktiererei, der Abkehr von Gott. Es ist Gott selbst, der diesen gerechten Spross erwecken wird, das ist angesichts der unfähigen politischen Führer ein wahrer Trost: was Menschen nicht gelingt, das gelingt Gott.
Seine Heilszusage, seine prophetische Botschaft von dem gerechten Spross, der wahrhaft gerecht regieren wird, hat das Leben von Jeremia mitten in der Katastrophe erhellt. Es ist eine eigentümliche menschliche Erfahrung, dass Worte Gottes mitten in katastrophalen Zuständen, in dunkelsten Zeiten, das Leben hell machen können. Mitten im Dunkel kann es hell werden. So können Menschen, obwohl sie leiden, erfüllt werden vom Licht Gottes. Das haben auch die begriffen, die diese Worte Jeremias weitergetragen haben. Jeremias Worte sind deshalb nicht untergegangen in der Katastrophe, haben die Menschen getröstet und sind weiter und weitererzählt worden, bis heute. Der Baum der Gerechtigkeit treibt einen Spross. Das Unrecht hat nicht das letzte Wort.



