Woche vom 31.08.2008 bis 06.09.2008 

Von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch, Freiburg/i. Br., Katholische Kirche
Sonntag, 31. August 2008
Liebe Hörerinnen und Hörer,
„Erneuert euer Denken“, dieser Aufruf ist heute in den katholischen Gottesdiensten zu hören. Er stammt aus der Feder des Apostel Paulus und ist von ihm an die christliche Gemeinde in Rom gerichtet. Dieser Aufruf gilt auch heute, bald 2000 Jahre, nachdem dieser unermüdliche Missionar ihn an seine damaligen Adressaten richtete. Zur Zeit befassen wir uns besonders intensiv mit Paulus, wir begehen ca. 2000 Jahre nach seiner Geburt ein sogenanntes Paulusjahr und versprechen uns davon Impulse für heute, Anregungen zu neuem Denken.
Aber was meint Paulus damit? Was heißt es, mein Denken zu erneuern? Neues denken heißt zum Beispiel: mich nicht ängstlich an das Bisherige klammern, sondern einen Schritt zurücktreten und überprüfen, was mir bis jetzt wichtig war „Prüft alles, und behaltet das Gute!“ schreibt Paulus an anderer Stelle. Das Denken erneuern heißt auch: neue Fragen stellen, andere Möglichkeiten erwägen, sich für Neues öffnen, aufmerksam sein dafür, „was der Wille Gottes ist“.
Aber ist das nicht ziemlich anstrengend? Reicht es nicht aus, wenn ich mir einmal darüber Gedanken gemacht habe, wie ich mein Leben gestalten will? Soll ich mich jetzt ständig wandeln und erneuern? Es stimmt: immer wieder neu zu denken, das Alte zu überprüfen, verlangt von uns viel, aber wir brauchen auch immer wieder neue Herausforderungen, um nicht zu erstarren oder in Langeweile zu versinken. Und es enthält Chancen, weil es Entwicklung ermöglicht. Es leuchtet uns auch ein: wenn sich in meinem Umfeld Dinge verändern, habe auch ich mich neu zu orientieren, mich häufig auch zu wandeln; ich muß fragen: Wie sieht jetzt, unter veränderten Umständen, der Wille Gottes aus?. Was kann gerade ich dabei tun? Außerdem liegt es in unserer menschlichen Natur, dass wir trotz bester Vorsätze und guter Ansätze längst nicht immer konsequent umsetzen, was wir wollen und richtig finden. Da ist es sinnvoll, innezuhalten, auf die Entwicklung im eigenen Leben zu schauen und zu erkennen, wo ein Neuanfang gut tut.
Eine Erfahrung, die wir übrigens aus anderen Lebensbereichen durchaus kennen. Gesundheitscheck, neue Software für den Computer, Inspektion beim Auto oder auch der kleine Neuanfang nach ein paar Ferientagen. Da ist selbstverständlich, was uns bei der Erneuerung des Denkens und auch des Handelns oft soviel Mühe macht.
Der Apostel Paulus hat bei seinem Aufruf „Erneuert euer Denken“ noch etwas Spezielles im Sinn. In der christlichen Gemeinde in Rom war nämlich die Frage aufgetaucht, welche Opfer man Gott darbringen soll. Und für Paulus ist klar: Gott will keine großartigen Opfergaben; mit Tieropfern zum Beispiel macht man ihm keine Freude, und man kann und muß ihn damit auch nicht zufrieden stellen. Gott will, dass wir uns selbst bringen, dass wir unser Denken und Handeln an seinem Willen ausrichten. Das ist für ihn der „angemessene und wahre Gottesdienst.“ Für viele Christen war dies wirklich ein ganz neuer Gedanke: Gott, will keine Opfer, sondern Beziehung zu den Menschen: Daß wir nach seinem Willen fragen, uns an ihm orientieren, immer wieder neu. Denn Gott kommt mit uns und unserer Lebensgeschichte nie an ein Ende. Es lohnt sich, immer wieder neu danach zu fragen, was er mit mir vor hat und erreichen will, was bei mir selbst neu werden kann.
Eine Frage, die sich nicht nur für mich allein stellt, sondern die auch Gesellschaft und Kirche betrifft. Denn nicht von alleine gehen wir da in die richtige Richtung. Ich bin mir jedoch sicher: wenn viele Menschen gemeinsam nach dem fragen, was Gott mit ihnen vor hat, und sich immer wieder neu dieser Herausforderung stellen, dann gehen wir einen guten Weg in die Zukunft.
„Erneuert euer Denken“, dieser Aufruf ist heute in den katholischen Gottesdiensten zu hören. Er stammt aus der Feder des Apostel Paulus und ist von ihm an die christliche Gemeinde in Rom gerichtet. Dieser Aufruf gilt auch heute, bald 2000 Jahre, nachdem dieser unermüdliche Missionar ihn an seine damaligen Adressaten richtete. Zur Zeit befassen wir uns besonders intensiv mit Paulus, wir begehen ca. 2000 Jahre nach seiner Geburt ein sogenanntes Paulusjahr und versprechen uns davon Impulse für heute, Anregungen zu neuem Denken.
Aber was meint Paulus damit? Was heißt es, mein Denken zu erneuern? Neues denken heißt zum Beispiel: mich nicht ängstlich an das Bisherige klammern, sondern einen Schritt zurücktreten und überprüfen, was mir bis jetzt wichtig war „Prüft alles, und behaltet das Gute!“ schreibt Paulus an anderer Stelle. Das Denken erneuern heißt auch: neue Fragen stellen, andere Möglichkeiten erwägen, sich für Neues öffnen, aufmerksam sein dafür, „was der Wille Gottes ist“.
Aber ist das nicht ziemlich anstrengend? Reicht es nicht aus, wenn ich mir einmal darüber Gedanken gemacht habe, wie ich mein Leben gestalten will? Soll ich mich jetzt ständig wandeln und erneuern? Es stimmt: immer wieder neu zu denken, das Alte zu überprüfen, verlangt von uns viel, aber wir brauchen auch immer wieder neue Herausforderungen, um nicht zu erstarren oder in Langeweile zu versinken. Und es enthält Chancen, weil es Entwicklung ermöglicht. Es leuchtet uns auch ein: wenn sich in meinem Umfeld Dinge verändern, habe auch ich mich neu zu orientieren, mich häufig auch zu wandeln; ich muß fragen: Wie sieht jetzt, unter veränderten Umständen, der Wille Gottes aus?. Was kann gerade ich dabei tun? Außerdem liegt es in unserer menschlichen Natur, dass wir trotz bester Vorsätze und guter Ansätze längst nicht immer konsequent umsetzen, was wir wollen und richtig finden. Da ist es sinnvoll, innezuhalten, auf die Entwicklung im eigenen Leben zu schauen und zu erkennen, wo ein Neuanfang gut tut.
Eine Erfahrung, die wir übrigens aus anderen Lebensbereichen durchaus kennen. Gesundheitscheck, neue Software für den Computer, Inspektion beim Auto oder auch der kleine Neuanfang nach ein paar Ferientagen. Da ist selbstverständlich, was uns bei der Erneuerung des Denkens und auch des Handelns oft soviel Mühe macht.
Der Apostel Paulus hat bei seinem Aufruf „Erneuert euer Denken“ noch etwas Spezielles im Sinn. In der christlichen Gemeinde in Rom war nämlich die Frage aufgetaucht, welche Opfer man Gott darbringen soll. Und für Paulus ist klar: Gott will keine großartigen Opfergaben; mit Tieropfern zum Beispiel macht man ihm keine Freude, und man kann und muß ihn damit auch nicht zufrieden stellen. Gott will, dass wir uns selbst bringen, dass wir unser Denken und Handeln an seinem Willen ausrichten. Das ist für ihn der „angemessene und wahre Gottesdienst.“ Für viele Christen war dies wirklich ein ganz neuer Gedanke: Gott, will keine Opfer, sondern Beziehung zu den Menschen: Daß wir nach seinem Willen fragen, uns an ihm orientieren, immer wieder neu. Denn Gott kommt mit uns und unserer Lebensgeschichte nie an ein Ende. Es lohnt sich, immer wieder neu danach zu fragen, was er mit mir vor hat und erreichen will, was bei mir selbst neu werden kann.
Eine Frage, die sich nicht nur für mich allein stellt, sondern die auch Gesellschaft und Kirche betrifft. Denn nicht von alleine gehen wir da in die richtige Richtung. Ich bin mir jedoch sicher: wenn viele Menschen gemeinsam nach dem fragen, was Gott mit ihnen vor hat, und sich immer wieder neu dieser Herausforderung stellen, dann gehen wir einen guten Weg in die Zukunft.



