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Woche vom 01.01.2012 bis 07.01.2012




Dr. Madeleine Spendier

Von Dr. Madeleine Spendier, Katholische Kirche

„Smiling doors"

Samstag, 07. Januar 2012     [Druckversion]

Lisianne hat als Kind die Diagnose Gehirntumor erhalten. „Die Welt war plötzlich ganz still. Meine Mutter und meine Familie waren traurig. Aber ich wusste, ich werde nicht sterben", sagte Lisianne später einmal. Genau darum geht es in "Smiling doors". In dem Theaterstück, das am Stuttgarter Kammertheater aufgeführt wurde, geht es um Krankheit, Tod und Trauer. Das Besondere daran: Gesunde und an Krebs erkrankte Jugendliche haben das Stück gemeinsam erarbeitet, die Texte selbst geschrieben und die Musik dazu komponiert. Es sind traurige Geschichten, aber auch Geschichten, die Mut machen. Es sind Geschichten, die aus dem Leben dieser jungen Menschen erzählen, authentisch und echt. Eine Jugendliche berichtet, dass ihr Schwester immer gerne gesungen hat. Als sie gestorben ist, hat die ganze Familie für sie gesungen. Bis zum Schluss. „Es war ein wunderschöner Tod", meint die Schwester. Dass Tod und Trauer Themen auf der Bühne sind, ist für die Regisseurin sehr wichtig. Sie sagt, „die jungen Menschen sollen hier lernen, ihre ganz persönlichen Geschichten in die Sprache der Kunst zu übersetzen und daraus etwas für ihr Leben mitnehmen. Sie lernen vielleicht, dass das Leben leichter wird, wenn ich darüber spreche, wenn ich es mit anderen teile, mich mitteile. Auch wenn es nicht leicht fällt."Während der Probenarbeit gab es bei manchen der jungen Schauspieler gesundheitliche Rückfälle. Doch die Gruppe trägt und stärkt sich gegenseitig. „Das macht uns Mut weiterzumachen", sagen die Jugendlichen.Die Botschaft des Stücks ergeht an Gesunde und Kranke gleichermaßen. „Die Menschen sollen nicht traurig sein, sondern das Leben weiterleben, auch wenn sie eine Krankheit haben", sagt Lisianne. Es ist sehr berührend, wenn sie auf der Bühne steht und sagt, was sie selbst geschrieben hat: "Ich stehe vor dem Spiegel und stelle mir vor, was wäre eigentlich, wenn ich gar nicht geboren wäre. Dann gäbe es ja die Welt nicht, dann wäre es ja ein Nichts, gar Nichts, alles schwarz. Das kann ich mir gar nicht vorstellen. Meine Schwester ist tot, ich lebe."

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Dr. Thomas Broch

Von Dr. Thomas Broch, Freiburg, Katholische Kirche

Mühe des Suchens - Glück des Findens

Freitag, 06. Januar 2012     [Druckversion]

Von der Mühe des Suchens und vom Glück des Findens spricht das heutige Fest. Die Bibel erzählt von Menschen, die sich auf den Weg machen, die sich auf die Suche begeben. Als „drei Könige" sind sie uns bekannt - einer langen Tradition zufolge. „Fest der Heiligen drei Könige" heißt deshalb dieser Tag. Aber auch von einer anderen Bewegung ist die Rede: Gott kommt uns entgegen. Er will sich von uns finden lassen. Deshalb heißt dieser Tag auch „Fest der Erscheinung des Herrn". Beides gehört zusammen: Menschen, die sich auf die Suche machen, und ein Gott, der sich finden lassen will. Von „Magiern aus dem Osten" spricht das Evangelium. In manchen Übersetzungen ist auch von „Weisen" die Rede. Sie sind Suchende. Sie sind aufgebrochen aus den vertrauten Sicherheiten ihres Lebens und ihres Denkens. Sie ahnen, dass sich der Sinn, die Wahrheit unseres Lebens nicht erschöpfen in dem, was wir uns an Sinn und Wahrheit zurechtlegen. Diese Menschen lassen sich leiten von einem Stern, sind ergriffen von einer Vision, die sie aus einer unendlichen Weite anspricht. Noch wissen diese Suchenden nicht, wohin die Vision sie führt. Wahrheit will gesucht werden, der Sinn unseres Lebens will gesucht werden. Und wenn wir eine Spur davon entdeckt haben, ist das nicht das Ende, sondern erst der Beginn der Suche. Das gilt auch für den Glauben. Eine religiöse Wahrheit, die wir meinen gefunden zu haben oder gar zu besitzen, ist nichts als die tote Asche von Lehrmeinungen - ohne Glut und ohne Leben. Wir sind oft in der Gefahr, die Wahrheit mit theologischen Sätzen, mit erstarrten Abstraktionen zu verwechseln. Aber die Wahrheit ist Leben, ist Vielfalt, ist Dynamik. Sie erträgt auch, dass wir uns irren, uns wieder neu auf die Suche machen. Sie wird um so weiter, je weiter wir zu gehen wagen. Die Wahrheit, von der ich rede, der Sinn, den ich meine, ist Gott in der Fülle seiner Namen und in der Weite seines Geheimnisses. Ich komme noch einmal auf die Weisen im Evangelium zurück. Seit dem Mittelalter spricht man von drei Königen - sie verkörpern die drei damals bekannten Erdteile Europa, Afrika und Asien. Sie bringen Geschenke mit: Gold, Weihrauch und Myrrhe. Diese Geschenke sind Symbole für das Wertvollste, was ihre Kulturen bereit halten. Die Drei stehen für die Menschen, die in ihren Religionen vielfältig unterwegs sind auf die Wahrheit hin. Auf den Gott hin, den sie mit vielerlei Namen nennen und der doch größer ist als alle Namen. Wir müssen immer auf der Suche nach dem stets größeren Gott bleiben. Das gilt für alle Religionen, auch für den christlichen Glauben. Aber das soll uns nicht lähmen, nicht resignieren lassen, sondern beleben. Ein Wort der Bibel sagt: „Die Gott suchen, denen wird das Herz aufleben." (Psalm 69, 33). Und wir können darauf vertrauen: Unser Suchen ist nicht vergeblich, geht nicht ins Nichts hinein. Sondern aus dem Offenen, dem Unfassbaren kommt uns immer der unfassbare Gott entgegen. Ein anderes biblisches Wort lautet: „Ihr werdet mich suchen und finden: denn wenn ihr mich von ganzen Herzen suchen werdet, so will ich mich von euch finden lassen, spricht der Ewige." (Jeremia 29, 13f) Die Mühe des Suchens und das Glück des Findens - beides gehört zusammen. Gott will sich von uns suchen lassen und ruft uns auf einen Weg, der immer wieder ins Offene und Unbekannte führt, aber auch in eine große Weite und Freiheit. Davon spricht das heutige Fest. Es stellt uns aber auch einen Gott vor Augen, der sich von uns finden lässt und sich uns zeigen will: in Jesus Christus. Mit diesem Namen Gottes verbindet sich eine unendliche Liebe, die uns immer schon begleitet und von der uns nichts und niemand trennen kann. Das ist mehr, als wir jemals im Leben zu fassen vermögen.

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Dr. Madeleine Spendier

Von Dr. Madeleine Spendier, Katholische Kirche

Ich wünsche mir ...

Donnerstag, 05. Januar 2012     [Druckversion]

"Ich wünsche mir, dass es hell bleibt - wenigsten auf dem linken Auge. Auf dem anderen ist es schon dunkel."Das ist der Herzenswunsch von Markus für das Neue Jahr. Markus ist 31 Jahre alt und wohnt in einer Wohngemeinschaft in Heiligenbronn. In der Stiftung St. Franziskus wohnen Menschen, die mehrfach behindert sind. Markus ist sehgeschädigt.Vor ein paar Wochen hat er eine Operation am rechten Auge gehabt. Seitdem sieht er mit diesem Auge nichts mehr. Auf dem linken Auge kann er wenigstens Kontraste, also hell und dunkel unterscheiden. Dass das so bleibt, wünscht er sich ganz fest."Ich bin ja legere, ich verliere nicht den Mut, es wird bestimmt besser werden", sagt er. Ich staune über seine Fröhlichkeit. Eigentlich wollte Markus Korbflechter werden. Mit 21 kam er nach Heiligenbronn. „Aber als Korbflechter hätte ich mehr Körperkraft gebraucht, die habe ich nicht", gesteht er ein. Er hat eine andere Arbeit in der Behindertenwerkstätte gefunden. Er wohnt in einer sehr netten Wohngemeinschaft mit zehn anderen jungen Menschen zusammen und er wohnt hier gerne. Dass er eine Arbeit hat, macht ihn richtig glücklich. Er montiert Beschläge, sortiert Schrauben, zählt Einzelteile und prüft mechanisch Ladegeräte und das alles - in einer unglaublichen Geschwindigkeit. „Darin ist er Meister", sagt „sein" Meister. „Mir wird viel zugetraut und ich habe festgestellt, dass ich vieles kann", erzählt Markus - nicht ganz ohne Stolz. Sein nächstes Ziel: Das Altpapier vom ersten Stock ins Erdgeschoß zu transportieren, alleine und ohne jede Hilfe. „Das ist mein Traum, ich will selbständiger werden", erklärt er. Seine Zimmernachbarin unterbricht unser Gespräch: „Markus, hast du News?" Und er hat sie - so wie jeden Tag. Jeden Morgen lauscht er den Nachrichten aus dem Radio und erzählt sie jedem weiter, der sie hören will. Wort für Wort - auswendig, denn im Geschichten-Erzählen ist er wirklich begnadet. Ich höre ihm gerne zu und ich merke bald, seine News sind immer „good news". Denn seine Geschichten gehen immer gut aus. „Markus, wie schaffst du das alles?", frage ich. Seine Antwort „Es ist so einfach, liebe deinen Nächsten genau so wie dich selbst!" Und er strahlt über das ganze Gesicht. Diesen Satz hat Markus vom Evangelisten Markus, ein wahrhaft biblischer News-Erzähler.

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Dr. Thomas Broch

Von Dr. Thomas Broch, Freiburg, Katholische Kirche

„Dialogischer Dialog"

Mittwoch, 04. Januar 2012     [Druckversion]

„Wirklicher Dialog hängt nicht davon ab, was ich zu sagen habe, noch davon, was der andere zu sagen hat. Dialog hängt davon ab, was sich zwischen uns ereignet. Das weiß ich weder im Voraus, noch kann ich darüber verfügen." Diese Sätze habe ich mir notiert bei einem Symposion zum Interreligiösen Dialog, an dem ich kürzlich im indischen Goa teilnehmen konnte. Die Referentin, eine italienische Psychologin, hatte ihrem Vortrag den Titel gegeben: „Der dialogische Dialog". Zunächst war ich skeptisch. Das klang für mich wie: „Schön, dass wir darüber gesprochen haben" - miteinander sprechen um seiner selbst willen. Ich spreche lieber über Inhalte und lege Wert darauf, dass ein Gespräch ergebnisorientiert ist. Aber einen Dialog zu führen heißt nicht in erster Linie, dass ich über etwas spreche, sondern dass ich mich auf das Du einlasse. Dialog ist eine Haltung: hören wollen, anerkennen, was der Andere denkt und fühlt. Offen sein für seine Welt, die ich erst kennen lerne, wenn ich mich für ihn öffne und er sich für mich. Auch offen sein dafür, was in einem solchen Dialog zwischen uns entstehen kann - Neues und Unerwartetes. Geht es mir nicht manchmal so, dass ich dann sage - positiv überrascht: Das hätte ich jetzt nicht erwartet? Und dass ich spüre, in mir selbst hat sich etwas verändert? Und vielleicht geht es meinem Gegenüber ebenso mit mir - ich hoffe es jedenfalls. Leicht ist das nicht. Wie oft gehe ich mit vorgefassten Meinungen in ein Gespräch. Wie oft geht es nur darum, die eigene Position zu verteidigen und recht zu behalten. Wie oft beanspruche ich, die Wahrheit auf meiner Seite zu haben - und dabei geht es vielleicht nur um Macht, darum, mich selbst zu behaupten. Das ist in persönlichen Beziehungen so, auch im politischen Geschehen. Ebenso im Gespräch zwischen den Religionen, dem das Symposion in Goa gewidmet war. Ich sehe das auch bei dem Dialogprozess, um den sich die Katholische Kirche zurzeit bemüht. Ein Austausch von Positionen, ein Beharren auf Positionen. Ist das Dialog? Und bewegt, verändert sich so irgendetwas? Die eigene Position ist wie eine Insel. Sie ist begrenzt, aber auch überschaubar und vertraut. Sie gibt mir Sicherheit. Am Rand der Insel aber beginnt der Ozean. Wenn ich meine Insel verlasse, wenn ich mich auf einen wirklichen Dialog einlasse, dann wird alles unsicher und voller Überraschungen. Es bedarf innerer Freiheit, um die Inseln zu verlassen und mich dem unüberschaubaren Ozean auszusetzen. Aber kann es nicht sein, dass mich dies erst weit und frei macht? Dass ich mich verändere und ebenso das Du? Dass Begegnungen möglich werden? Es lohnt sich, sich darauf einzulassen - auf einen „dialogischen Dialog".

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„Mensch des Herzens" - der unerkannte Christus

Dienstag, 03. Januar 2012     [Druckversion]

Vor kurzem haben wir Weihnachten gefeiert. Gott ist Mensch geworden. Unfassbar ist das, auch wenn es uns seit langem vertraut erscheint. Ich habe diese Weihnachten auch mit Gedanken und Erfahrungen erlebt, die ich von einer Konferenz zum interreligiösen Dialog mitgebracht habe, an der ich Anfang Dezember im indischen Goa teilnehmen konnte. Was bedeutet Menschwerdung Gottes - nicht irgendwann einmal in vergangener Geschichte, sondern heute? Diese Frage bewegt mich. Bei der Konferenz stellte der deutsche Pfarrer Klaus Beurle, der lange in Bangladesh gewirkt hat, den bengalischen Mystiker und Wanderprediger Lalon Shah vor. Lalon Shah hat im 19. Jahrhundert gelebt, war selbst ein Hindu. Er sprach in einer neuen, die Religionen übergreifenden Sprache vom Göttlichen - mit Hindus ebenso wie mit Muslimen. Hat er auch Christen etwas zu sagen? Eine wichtige Metapher in Lalon Shahs Mystik ist der „Mensch des Herzens". Manchmal spricht er auch vom „goldenen Menschen" oder vom „unbekannten Nachbarn". Was ist gemeint? Im Menschen, in jedem Menschen, sagt Lalon Shah, ist das Göttliche selbst gegenwärtig - und zugleich verborgen und unerkannt. Wenn dies aber so ist, dann können soziale Ungleichheiten und gesellschaftliche Diskriminierungen für ihn nicht mehr hingenommen werden. Der Mystiker betont dies im Hinblick auf das indische Kastenwesen. Aber gilt das nicht über alle kulturellen und religiösen Grenzen hinweg? Könnte der „Mensch des Herzens", der „unbekannte Nachbar", nicht der unerkannte Christus sein, von dem auch das Evangelium spricht? Im Menschen, in jedem Menschen, ist der Mensch gewordene Gott gegenwärtig, sagt die Bibel. Und besonders in den Menschen, die hungrig und durstig sind, in den Heimatlosen und Gefangenen, in denen, die nackt, ihrer Würde und ihrer Rechte beraubt sind - in ihnen begegnet uns Jesus Christus. Was wir ihnen Gutes tun oder verweigern, das tun oder verweigern wir Jesus Christus selbst. Jeder von ihnen ist der „Mensch des Herzens" und der „unbekannte Nachbar", von dem der Hindu Lalon Shah spricht. Der christliche Glaube erkennt in ihnen den unerkannten Christus. Was lässt sich Größeres über die Würde des Menschen sagen? Und was könnte uns - über die Grenzen der Religionen hinweg - tiefer mit einander verbinden?

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Christophanie - Gegenwart des Göttlichen

Montag, 02. Januar 2012     [Druckversion]

Vor kurzem konnte ich im indischen Goa an einem Symposion zum interreligiösen Dialog teilnehmen. Etwa 50 Gäste aus aller Welt waren gekommen um den 75. Geburtstag des indischen Jesuitenpaters Francis D'Sa zu begehen. D'Sa ist ein Pionier des Gesprächs zwischen den Religionen. Schon aus früheren Begegnungen ist in mir ein Wort von ihm lebendig geblieben: „Wir müssen den anderen so zu verstehen lernen, wie dieser sich selbst versteht. Damit er lernt, mich zu verstehen, wie ich mich selbst verstehe." Wie einfach und wie anspruchsvoll zugleich ist dieser Satz - grundlegend für Versöhnung und Frieden. Und wo sollte Friede beginnen, wenn nicht beim Frieden zwischen den Religionen? Geht es nicht zuallererst darum, einander verstehen zu lernen und nicht ständig das Trennende zu betonen?
Was kann uns verbinden? Für den Glauben der Hindus zum Beispiel ist alles von einer göttlichen Gegenwart durchdrungen: die Menschen, die Natur, alle Geschöpfe, der gesamte Kosmos. Alles ist von Heiligem erfüllt. Allem gebührt Ehrfurcht. Das ist vielen Menschen unserer westlichen, aufgeklärten Kultur und Denkweise eher fremd. Wir kennen die Rationalität der Naturgesetze, deren Geheimnisse wir Zug um Zug entschlüsseln. Und wir laufen Gefahr, die Natur, die Mitgeschöpfe und schließlich uns, die Menschen selbst, vor allem als Gegenstände zu betrachten, über die wir verfügen können - wissenschaftlich und wirtschaftlich.Christen haben an Weihnachten die Menschwerdung Gottes gefeiert. In Jesus von Nazareth. Gott hat sich in diese Welt inkarniert. Er hat sich selbst zu einem Geschöpf dieser Welt gemacht. Gott selbst hat unser geschöpfliches Leben zu seinem eigenen gemacht und ist darin gegenwärtig. Ein für allemal. Kann dieser Glaube nicht eine Brücke zu anderen Religionen sein? Von „Christophanie" war in den Diskussionen in Goa immer wieder die Rede. Das bedeutet: Wir können Christus in allem Geschaffenen erkennen. Alles ist auf Christus hin transparent. Der spanisch-indische Theologe Ramon Panikkar hat davon gesprochen, ähnlich auch Pierre Teilhard de Chardin, der große katholische Denker, der für mich viel bedeutet. „Alles, was geschieht, ist anbetungswürdig", hat Teilhard immer wieder gesagt. In allem ist der Mensch gewordene Gott verborgen und will sich finden lassen - in den Mitmenschen, in den Mitgeschöpfen, im ganzen Kosmos. In allem, was unser Leben bestimmt, scheint er auf: wenn wir wachsen und wenn wir abnehmen, im Gelingen und Scheitern, im Glück und ebenso im Leiden und Sterben. Welche Ehrfurcht vor dem Leben und vor der gesamten Schöpfung kann dieser Gedanke bewirken? Wie sehr kann er uns in Frage stellen, wenn wir meinen, über alles verfügen, alles ausnutzen und ausbeuten zu können? Und welchen Frieden kann dieser Gedanke bewirken, der über die Unterschiede der Religionen hinweg Gemeinsamkeit schafft?

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