Woche vom 13.01.2007 bis 19.01.2007 

Von Wolf-Dieter Steinmann, Ettlingen, Evangelische Kirche
Jeremia – „trau nicht dem Augenschein“
Freitag, 19. Januar 2007
„Die Zukunft kann man nicht aus der Gegenwart berechnen.“ Nicht im Bösen und nicht im Guten. Wie ein roter Faden zieht sich diese Erfahrung besonders durch die Lebensgeschichten der Bibel. „Die Zukunft kann man nicht aus der Gegenwart hochrechnen.“ Wir wissen es, die Welt ist im Fluss, was heute war, kann morgen anders sein. Im politischen Leben, genauso wie im persönlichen. Im Bösen, wie im Guten. Trotzdem leben wir oft in der Haltung als sei Zukunft einfach nur fortgesetzte Gegenwart. Ist sie nicht. Zukunft entwickelt sich in Brüchen. In Sprüngen. Mit überraschenden Kehrtwendungen.
Wie lebt man da angemessen? Die Bibel empfiehlt als Lebensstrategie für die offene Zukunft ein richtiges Maß an Vertrauen. „Trau nicht der Wirklichkeit, handle mit Gottvertrauen.“
Der Prophet Jeremia ist einer, der nach dieser Strategie gelebt hat. „Traut nicht der Wirklichkeit, traut Gott.“ Hat er seinen Landsleuten gesagt. Das hat ihn allerdings sehr einsam gemacht. Er stand oft allein mit seinen Ansichten und Ratschlägen, wie man sich auf die Zukunft einstellen soll. Aber die Zeit hat ihm recht gegeben.
Jeremia steckte als Prophet mittendrin in einer der größten Krisen seines Volkes. Das Königreich Israel stand am Abgrund. Die Weltmacht Babylon belagert Jerusalem. Jeremia sagt: „Ergebt Euch. Weiterkämpfen ist falsch, denn die Weltmacht Babylon handelt an uns im Sinne Gottes. Erst die Niederlage wird uns einen neuen Anfang möglich machen“
„Vaterlandsverräter“ schleudert man ihm entgegen. „Er zersetzt die Moral unserer Soldaten. Wir sind seit Jahrhunderten das Volk Gottes, wir können nicht untergehen.“ Sie ergeben sich nicht und die Zukunft kommt als Katastrophe. Jerusalem wird zerstört, der Tempel niedergebrannt. Israel verliert seine staatliche Eigenständigkeit für 2500 Jahre. Viele Menschen werden deportiert. Für die Zurückbleibenden scheint die Wirklichkeit trostlos. Und Jeremia?
Er bleibt bei seiner Lebensstrategie. „Traut nicht der Wirklichkeit, traut Gott.“ Und jetzt wird sichtbar, dass sie Gutes bewirkt: „Der Untergang des Staates ist nicht das Ende, sondern auch ein Neubeginn, sagt Jeremia. Gott gibt den Überlebenden eine Zukunft. Wir können neu anfangen und es besser machen. „Unser Gott ist zukunftsorientiert. Traut ihm, verzweifelt nicht an der tristen Wirklichkeit.“ Aber auch jetzt nehmen die Menschen die Gegenwart so ernst, als sei sie schon die Zukunft. Und folgen ihm nicht.
Was sagt mir dieser Jeremia heute? Die Zukunft ist offen.
Dh.: Sie nicht ausrechnen wollen. Sich an Gottes Geboten orientieren und vertrauensvoll handeln, das ist eine sinnvolle Zukunftsstrategie.
Wie lebt man da angemessen? Die Bibel empfiehlt als Lebensstrategie für die offene Zukunft ein richtiges Maß an Vertrauen. „Trau nicht der Wirklichkeit, handle mit Gottvertrauen.“
Der Prophet Jeremia ist einer, der nach dieser Strategie gelebt hat. „Traut nicht der Wirklichkeit, traut Gott.“ Hat er seinen Landsleuten gesagt. Das hat ihn allerdings sehr einsam gemacht. Er stand oft allein mit seinen Ansichten und Ratschlägen, wie man sich auf die Zukunft einstellen soll. Aber die Zeit hat ihm recht gegeben.
Jeremia steckte als Prophet mittendrin in einer der größten Krisen seines Volkes. Das Königreich Israel stand am Abgrund. Die Weltmacht Babylon belagert Jerusalem. Jeremia sagt: „Ergebt Euch. Weiterkämpfen ist falsch, denn die Weltmacht Babylon handelt an uns im Sinne Gottes. Erst die Niederlage wird uns einen neuen Anfang möglich machen“
„Vaterlandsverräter“ schleudert man ihm entgegen. „Er zersetzt die Moral unserer Soldaten. Wir sind seit Jahrhunderten das Volk Gottes, wir können nicht untergehen.“ Sie ergeben sich nicht und die Zukunft kommt als Katastrophe. Jerusalem wird zerstört, der Tempel niedergebrannt. Israel verliert seine staatliche Eigenständigkeit für 2500 Jahre. Viele Menschen werden deportiert. Für die Zurückbleibenden scheint die Wirklichkeit trostlos. Und Jeremia?
Er bleibt bei seiner Lebensstrategie. „Traut nicht der Wirklichkeit, traut Gott.“ Und jetzt wird sichtbar, dass sie Gutes bewirkt: „Der Untergang des Staates ist nicht das Ende, sondern auch ein Neubeginn, sagt Jeremia. Gott gibt den Überlebenden eine Zukunft. Wir können neu anfangen und es besser machen. „Unser Gott ist zukunftsorientiert. Traut ihm, verzweifelt nicht an der tristen Wirklichkeit.“ Aber auch jetzt nehmen die Menschen die Gegenwart so ernst, als sei sie schon die Zukunft. Und folgen ihm nicht.
Was sagt mir dieser Jeremia heute? Die Zukunft ist offen.
Dh.: Sie nicht ausrechnen wollen. Sich an Gottes Geboten orientieren und vertrauensvoll handeln, das ist eine sinnvolle Zukunftsstrategie.
Ikone Beckham
Donnerstag, 18. Januar 2007
Manchmal versteh ich die Welt nicht. Die Logik, mit der sie funktioniert. Beispiel: Der Fußballspieler David Beckham wechselt demnächst von Real Madrid nach Los Angeles. Er soll dort in 5 Jahren knapp 2oo Millionen Euro verdienen. Fast 110000 Euro jeden Tag. Und das für ein Fußballidol, das seinen Leistungszenit überschritten hat.
Wie viele Familien wären froh, sie hätten sein Tagesgehalt -- für 3 Jahre.
Verstehen Sie das? Ich nicht.
Dabei kann man es vernünftig nennen. Wirtschaftlich betrachtet. Er ist sein Geld wert. Sein neuer Verein und die Konzerne für die Beckham wirbt, werden wohl an ihm verdienen. Denn: David Beckham ist mehr als nur ein Fußballer. Er ist als Person ein „Produkt“, das die 200 Millionen Euro wieder einspielen wird. Genauer sein Name und noch mehr sein Bild.
Millionen Kinder wollen das Trikot mit Beckhams Namen tragen. Sich etwas von seinem Glanz und Können überstreifen. Kinder in Shanghai, in Soweto, Kairo, in Alzey und in Biberach.
David Beckham ist eine globale „Ikone“. Eine lifestyle-Ikone, mit der man weltweit Modelinien, Handys, Softdrinks vermarkten kann. Wie gesagt wirtschaftlich vernünftig ist das.
Aber ist es nicht auch „verkehrte“ Welt?
Ein Fußballer als globale Ikone? Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Fragen kommen mir. Ikonen sind immer schon Sinnstifter und Sinnträger gewesen. Bilder von Menschen, die andere verehrungs- ja sogar anbetungswürdig fanden. Oder Vorbilder: für den Glauben und das Leben. Heilige früherer Zeiten. Aber auch Menschen wie Mutter Theresa, Martin Luther King, Nelson Mandela. Menschen, deren Verhalten einen weiterbringt, tröstet, ermutigt, bildet.
Welchen Lebenssinn vermittelt die globale Ikone David Beckham? Was lernen Kinder von ihm? Vielleicht hilft er ihnen beim Nacheifern entdecken, was alles in ihnen steckt. Und besser sie lernen Fußball spielen als Krieg. Ein David Beckham ist mir als Ikone allemal lieber als Osama Bin Laden oder sonst ein Kämpfer, der über Leichen geht.
Aber: Unsere Kinder brauchen doch mehr als Sinn für Lifestyle und Spiel. Ikonen, die mehr geben können.
Die sinnvollste Ikone ist für mich immer wieder Jesus. Nicht nur der am Kreuz.
Sondern zB. wie bei Leonardo da Vincis "letztem Abendmahl". Jesus legt den Arm um einen Jünger. Ein wunderbares Sinn-Bild: Jesus umarmt mich.
Oder Jesus auf einem Plakat von Oskar Kokoschka: Ein kämpferischer Jesus wendet sich vom Kreuz herab Kindern zu, die hungern. Solche Ikonen versprechen nicht so viel Gewinn, aber dafür umso mehr Sinn.
Wie viele Familien wären froh, sie hätten sein Tagesgehalt -- für 3 Jahre.
Verstehen Sie das? Ich nicht.
Dabei kann man es vernünftig nennen. Wirtschaftlich betrachtet. Er ist sein Geld wert. Sein neuer Verein und die Konzerne für die Beckham wirbt, werden wohl an ihm verdienen. Denn: David Beckham ist mehr als nur ein Fußballer. Er ist als Person ein „Produkt“, das die 200 Millionen Euro wieder einspielen wird. Genauer sein Name und noch mehr sein Bild.
Millionen Kinder wollen das Trikot mit Beckhams Namen tragen. Sich etwas von seinem Glanz und Können überstreifen. Kinder in Shanghai, in Soweto, Kairo, in Alzey und in Biberach.
David Beckham ist eine globale „Ikone“. Eine lifestyle-Ikone, mit der man weltweit Modelinien, Handys, Softdrinks vermarkten kann. Wie gesagt wirtschaftlich vernünftig ist das.
Aber ist es nicht auch „verkehrte“ Welt?
Ein Fußballer als globale Ikone? Je mehr ich darüber nachdenke, umso mehr Fragen kommen mir. Ikonen sind immer schon Sinnstifter und Sinnträger gewesen. Bilder von Menschen, die andere verehrungs- ja sogar anbetungswürdig fanden. Oder Vorbilder: für den Glauben und das Leben. Heilige früherer Zeiten. Aber auch Menschen wie Mutter Theresa, Martin Luther King, Nelson Mandela. Menschen, deren Verhalten einen weiterbringt, tröstet, ermutigt, bildet.
Welchen Lebenssinn vermittelt die globale Ikone David Beckham? Was lernen Kinder von ihm? Vielleicht hilft er ihnen beim Nacheifern entdecken, was alles in ihnen steckt. Und besser sie lernen Fußball spielen als Krieg. Ein David Beckham ist mir als Ikone allemal lieber als Osama Bin Laden oder sonst ein Kämpfer, der über Leichen geht.
Aber: Unsere Kinder brauchen doch mehr als Sinn für Lifestyle und Spiel. Ikonen, die mehr geben können.
Die sinnvollste Ikone ist für mich immer wieder Jesus. Nicht nur der am Kreuz.
Sondern zB. wie bei Leonardo da Vincis "letztem Abendmahl". Jesus legt den Arm um einen Jünger. Ein wunderbares Sinn-Bild: Jesus umarmt mich.
Oder Jesus auf einem Plakat von Oskar Kokoschka: Ein kämpferischer Jesus wendet sich vom Kreuz herab Kindern zu, die hungern. Solche Ikonen versprechen nicht so viel Gewinn, aber dafür umso mehr Sinn.

Von Dr. Angela Rinn, Mainz, Evangelische Kirche
Mittwoch, 17. Januar 2007
Jeder Mensch ist ein Geheimnis. Und jeder Mensch ist - bewußt oder unbewußt - auf der Suche nach dem Geheimnis Gottes und dem Geheimnis seines Lebens. Beides hängt zusammen.
Jeder Mensch, der sich auf den Weg macht, um diesem Geheimnis nachzugehen, wird einen langen Weg zurücklegen. Wer das Mysterium des Lebens erkunden will, der braucht Zeit. Denn ein Geheimnis ist kein Rätsel. Rätsel können aufgelöst werden und sind fortan keine Rätsel mehr. Rätsel erschöpfen sich, wenn die Lösung gefunden ist, sie werden dann langweilig. Wer löst schon gerne zweimal das selbe Kreuzworträtsel? So sind Menschen nicht. Für uns Menschen gibt es keine einfachen Lösungen, auch keine komplizierten. Wir sind Menschen mit unserem Geheimnis, wir bleiben geheimnisvoll.
Jesus Christus ist das Geheimnis Gottes. Ich ahne, daß wir mit der Suche nach ihm uns selbst auf der Spur sind und zugleich dem Geheimnis der Welt, dem Ursprung des Lebens. Diese Neugier, die Sehnsucht, mehr zu erfahren, näher vorzudringen, ist schon ein Zeichen dafür, daß wir vom Geheimnis ergriffen sind. Dieses Geheimnis antwortet auf die menschliche Sehnsucht, die jeder kennt, der sich schon einmal nach einem Ohr gesehnt hat, dem man die Geheimnisse, auch die düsteren Geheimnisse, des eigenen Lebens anvertrauen darf, nach einer warmen Stimme, die einem nichts vorlügt, sondern Klartext spricht, nach warmer Haut, die die Kälte vertreibt, nach tiefen, ungeschützten Gesprächen, in denen man einen anderen Menschen einen Blick in die eigene verletzliche und kostbare und verwundete Seele werfen läßt. Und zittert, daß dieser Blick ein heilender Blick ist, der das Geheimnis meines Lebens achtet und es zart bewahrt. Die Bibel erzählt davon, daß Jesus Christus Menschen so begegnet. Als Geheimnis, das ihr Geheimnis achtet und gleichzeitig durchschaut, der dunkle Schattengeheimnisse aufdeckt, manchmal sanft, manchmal mit harten Worten, doch immer so, daß die Narben der Seele heilen dürfen.
Das Geheimnis der Welt begegnet uns Menschen mit unserer begrenzten Welt- und Himmelssicht, unseren schwachen Seelen und Körpern, unseren vergeblichen Versuchen, andere Geheimnisse zu erfinden oder sogar dem Zauber dieses Geheimnisses zu entkommen. Es bleibt - auch wenn wir uns angeschaut und erkannt fühlen, getragen und gehalten - immer ein Geheimnis.
Jeder Mensch, der sich auf den Weg macht, um diesem Geheimnis nachzugehen, wird einen langen Weg zurücklegen. Wer das Mysterium des Lebens erkunden will, der braucht Zeit. Denn ein Geheimnis ist kein Rätsel. Rätsel können aufgelöst werden und sind fortan keine Rätsel mehr. Rätsel erschöpfen sich, wenn die Lösung gefunden ist, sie werden dann langweilig. Wer löst schon gerne zweimal das selbe Kreuzworträtsel? So sind Menschen nicht. Für uns Menschen gibt es keine einfachen Lösungen, auch keine komplizierten. Wir sind Menschen mit unserem Geheimnis, wir bleiben geheimnisvoll.
Jesus Christus ist das Geheimnis Gottes. Ich ahne, daß wir mit der Suche nach ihm uns selbst auf der Spur sind und zugleich dem Geheimnis der Welt, dem Ursprung des Lebens. Diese Neugier, die Sehnsucht, mehr zu erfahren, näher vorzudringen, ist schon ein Zeichen dafür, daß wir vom Geheimnis ergriffen sind. Dieses Geheimnis antwortet auf die menschliche Sehnsucht, die jeder kennt, der sich schon einmal nach einem Ohr gesehnt hat, dem man die Geheimnisse, auch die düsteren Geheimnisse, des eigenen Lebens anvertrauen darf, nach einer warmen Stimme, die einem nichts vorlügt, sondern Klartext spricht, nach warmer Haut, die die Kälte vertreibt, nach tiefen, ungeschützten Gesprächen, in denen man einen anderen Menschen einen Blick in die eigene verletzliche und kostbare und verwundete Seele werfen läßt. Und zittert, daß dieser Blick ein heilender Blick ist, der das Geheimnis meines Lebens achtet und es zart bewahrt. Die Bibel erzählt davon, daß Jesus Christus Menschen so begegnet. Als Geheimnis, das ihr Geheimnis achtet und gleichzeitig durchschaut, der dunkle Schattengeheimnisse aufdeckt, manchmal sanft, manchmal mit harten Worten, doch immer so, daß die Narben der Seele heilen dürfen.
Das Geheimnis der Welt begegnet uns Menschen mit unserer begrenzten Welt- und Himmelssicht, unseren schwachen Seelen und Körpern, unseren vergeblichen Versuchen, andere Geheimnisse zu erfinden oder sogar dem Zauber dieses Geheimnisses zu entkommen. Es bleibt - auch wenn wir uns angeschaut und erkannt fühlen, getragen und gehalten - immer ein Geheimnis.
Dienstag, 16. Januar 2007
Ich habe einen wunderschönen Film gesehen. Er heißt: „Wie im Himmel“. Ein weltberühmter Dirigent kehrt nach einem Herzinfarkt in sein Heimatdorf zurück, dort hat er die alte Dorfschule gekauft. Er möchte, so sagt er es jedem, der ihn anspricht: er möchte HÖREN lernen. Der umtriebige Chef des Kirchenchors drängt ihn, doch einmal bei einer Probe vorbeizukommen. Das tut der Dirigent tatsächlich. Man sieht und hört eine etwas merkwürdige Truppe, die sich redlich Mühe gibt, aber doch fast peinlich wirkt. Der Dirigent flüchtet unter halbherzigen Lobessprüchen. Aber dann entschließt er sich: Ich übernehme den Chor. Die Sängerinnen und Sänger müssen sich umstellen. Der Dirigent macht mit ihnen merkwürdige Übungen. Sie sollen schreien, jauchzen, tönen. Sein Ziel ist: Jeder soll seinen eigenen, ganz persönlichen Ton finden. Und das Wunder geschieht: Die Menschen finden zu ihren Tönen, und sie verändern sich dadurch, verwandeln sich, entdecken mit ihrem eigenen Klang ihre Persönlichkeit. So verändert sich auch das Dorf, es verändert sich aber auch der Dirigent, auch ihn erfasst die Bewegung. Er entdeckt die Liebe, und das ist auch kein Wunder, denn der Ton, der unser eigener Ton ist, ist immer ein Ton der Liebe. Nicht jedem im Dorf ist diese Entwicklung recht, einigen ist es regelrecht unheimlich. Sie versuchen, das Rad herumzudrehen. Doch es ist nicht aufzuhalten. Immer mehr Menschen schließen sich dem Chor an, jeder der kommt, findet seinen Platz, jeder Ton ist willkommen.
Wenn Menschen zu ihrem Lied finden, zu ihrem Lebensklang, dann verwandelt sie diese Entdeckung. Ihr Ton führt sie zurück zu ihrem Ursprung und zugleich zu ihrem Ziel, spannt sie aus zwischen Geburt und Tod in den Himmel, wagt den Blick in die Dunkelheit, die, das wissen wir alle, mit einem Lied viel mutiger zu ertragen ist und die auch durch Töne verwandelt, erhellt wird.
Ich wünsche uns allen, dass wir uns auf den Weg machen können, unseren Ton zu entdecken, und darin das Geheimnis unseres Lebens und das Geheimnis der Welt.
Ich weiß jetzt, was Liebe ist, sagt der Dirigent am Ende des Films. Das ist dann der Himmel auf Erden. Auch für uns: ich weiß jetzt, was Liebe ist.
Wenn Menschen zu ihrem Lied finden, zu ihrem Lebensklang, dann verwandelt sie diese Entdeckung. Ihr Ton führt sie zurück zu ihrem Ursprung und zugleich zu ihrem Ziel, spannt sie aus zwischen Geburt und Tod in den Himmel, wagt den Blick in die Dunkelheit, die, das wissen wir alle, mit einem Lied viel mutiger zu ertragen ist und die auch durch Töne verwandelt, erhellt wird.
Ich wünsche uns allen, dass wir uns auf den Weg machen können, unseren Ton zu entdecken, und darin das Geheimnis unseres Lebens und das Geheimnis der Welt.
Ich weiß jetzt, was Liebe ist, sagt der Dirigent am Ende des Films. Das ist dann der Himmel auf Erden. Auch für uns: ich weiß jetzt, was Liebe ist.
Montag, 15. Januar 2007
„Tu, was dir vor die Hände kommt, denn Gott ist mit dir.“ In der Bibel wird das zu einem frisch gesalbten König gesagt. Ich finde, es ist auch ein schöner Satz für Normalsterbliche: „Tu, was dir vor die Hände kommt, denn Gott ist mit dir.“ Etwa, wenn ich an meinen Schreibtisch denke. Ich könnte manchmal verzweifeln angesichts der Papierberge, die sich auf ihm angesammelt haben. Und wie das Kaninchen vor der Schlange erstarren. So erledigt sich natürlich gar nichts. Stattdessen: Tu, was dir vor die Hände kommt. Schau einfach, was sich als erstes anbietet und grübele nicht darüber nach, ob etwas anderes wichtiger ist.
Tu, was dir vor die Hände kommt - das ist der Freiraum in einem voll geplanten Tag, ein Satz, der mir Mut macht, trotz eines prall gefüllten Terminkalenders für Überraschungen offen zu bleiben. Z.B. für eine überraschende Begegnung. Ich treffe einen Menschen, der meine Zeit braucht, oder ich finde jemanden, der gerade für mein Problem die richtige Lösung parat hat. Es wäre doch schade, wenn ich so etwas vor lauter perfekter Planung verpassen würde. Ist dieses Gespräch, das sich gerade ergibt, tatsächlich wichtig genug, meine Termine umzustellen? Schau, ob es dir vor die Hände kommt, und vor allem: denk dran: Gott ist mit dir.
Ohne dieses Gottvertrauen klappt es nämlich nicht. Gott ist mit dir - das erinnert mich daran, dass ich, bei aller Planung, doch nicht den völligen Überblick habe. Und selbst, wenn es nach menschlich-objektiven Maßstäben vielleicht besser gewesen wäre, bei der ursprünglichen Zeitplanung zu bleiben - wer sagt denn, dass Gott nicht gerade darin einen Sinn erkennt?!
Tu, was dir vor die Hände kommt. Gestern war das mein Sohn, der mir seine neue Madonna-CD vorspielen wollte. Nicht ganz mein Musikgeschmack, aber die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, die war trotzdem schön, obwohl ich eigentlich viel zu tun hatte. Später habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit schneller von der Hand ging. Ob das nicht gerade daran lag, dass ich mich mit meinem Kind beschäftigt habe? Er kam mir eben vor die Hände, und Gott war mit uns.
Wer weiß, was Ihnen heute an diesem Tag vor die Hände kommt? Tun sie es, Gott ist auch mit Ihnen.
Tu, was dir vor die Hände kommt - das ist der Freiraum in einem voll geplanten Tag, ein Satz, der mir Mut macht, trotz eines prall gefüllten Terminkalenders für Überraschungen offen zu bleiben. Z.B. für eine überraschende Begegnung. Ich treffe einen Menschen, der meine Zeit braucht, oder ich finde jemanden, der gerade für mein Problem die richtige Lösung parat hat. Es wäre doch schade, wenn ich so etwas vor lauter perfekter Planung verpassen würde. Ist dieses Gespräch, das sich gerade ergibt, tatsächlich wichtig genug, meine Termine umzustellen? Schau, ob es dir vor die Hände kommt, und vor allem: denk dran: Gott ist mit dir.
Ohne dieses Gottvertrauen klappt es nämlich nicht. Gott ist mit dir - das erinnert mich daran, dass ich, bei aller Planung, doch nicht den völligen Überblick habe. Und selbst, wenn es nach menschlich-objektiven Maßstäben vielleicht besser gewesen wäre, bei der ursprünglichen Zeitplanung zu bleiben - wer sagt denn, dass Gott nicht gerade darin einen Sinn erkennt?!
Tu, was dir vor die Hände kommt. Gestern war das mein Sohn, der mir seine neue Madonna-CD vorspielen wollte. Nicht ganz mein Musikgeschmack, aber die Zeit, die wir miteinander verbracht haben, die war trotzdem schön, obwohl ich eigentlich viel zu tun hatte. Später habe ich gemerkt, dass mir die Arbeit schneller von der Hand ging. Ob das nicht gerade daran lag, dass ich mich mit meinem Kind beschäftigt habe? Er kam mir eben vor die Hände, und Gott war mit uns.
Wer weiß, was Ihnen heute an diesem Tag vor die Hände kommt? Tun sie es, Gott ist auch mit Ihnen.

Von Johannes Varelmann, Wertheim, Katholische Kirche
Samstag, 13. Januar 2007
Eine unbequeme Wahrheit, unter diesem Titel lief in den letzten Wochen ein Film in den Kinos über den ehemaligen amerikanischen Vizepräsidenten Al Gore und seine Vorträge. Die unbequeme Wahrheit, über die Gore berichtet, ist schnell zusammengefasst: Die Erde ist wärmer geworden, mit heftigen Folgen, und sie wird in den nächsten Jahren noch wärmer werden – erst recht, wenn wir weiter so wenig dagegen unternehmen wie jetzt. Al Gore hat sich schon immer für die Zusammenhänge rund um das Klima interessiert. Dass er sich aber nun dafür einsetzt, gegen den Klimawandel einzuschreiten, hat mit seinem Sohn zu tun, der ebenfalls Al heißt. Al junior ist verunglückt und hat lange mit dem Tod gekämpft, Daraufhin machte der Vater sich verstärkt darüber Gedanken welche Welt er eigentlich seinen Kindern hinterlassen wollte. Seit er im Jahr 2000 die Präsidentschaftswahl verlor, reist Al Gore mit Bildern, Cartoons und Statistiken durch die Welt und hält Vorträge, um die Menschen zum Handeln gegen die globale Erwärmung anzustacheln.
Vieles in dem Film kommt einem bekannt vor, trotzdem ist die Gesamtheit der Fakten in Al Gores Vortrag erschütternd. Bei einem Diagramm, das die voraussichtliche Entwicklung des Kohlendioxidgehaltes in unserer Atmosphäre darstellen soll, muss Gore seine Leinwand nach oben erweitern, damit die steile Aufwärtskurve darauf passt – er fährt auf einer Hebebühne nach oben, um den zu erwartenden Wert aus dem Jahr 2050 noch anzeigen zu können. Sehr drastisch zeigen Bilder, wie verschiedene Gletscher 1970 ausgesehen haben, und wie wenig heute noch davon übrig ist. Mir war vor diesem Film nicht bewusst, welche Folgen der Gletscherschwund für die Wasserversorgung zum Beispiel in Asien haben wird, wo Millionen von Menschen ihren Bedarf aus Flüssen decken, die in Himalaya-Gletschern entspringen. Was da auf uns, vor allem aber auf unsere Kinder zukommt, ist schrecklich. Wir dürfen aber– und das ist die positive Botschaft des Films – nicht in Verzweiflung fallen, wie es Menschen oft geht, wenn sie zwar ein Problem erkannt haben, aber keine Kraft finden, etwas dagegen zu tun. Das können wir nämlich – macht Gore Mut – wir haben alle Mittel in der Hand. Wenn wir alle die bekannten Tipps anwenden und nur ein klein wenig CO2-Ausstoß im Straßenverkehr oder bei unserer Heizung einsparen und vielleicht auch noch etwas weniger Strom verbrauchen, können wir die steile Kurve erheblich abflachen.
Der Film hat mir bewusst gemacht, wie sehr alles auf der Welt zusammenspielt, und wie sehr auch ich in diesem Spiel gefragt bin. Und nicht zuletzt fühle ich mich als Christ durch Gore in die Pflicht genommen. Denn im Abspann des Films ist neben vielen konkreten Umweltschutztipps zu lesen: Wenn Sie an die Kraft des Gebetes glauben, dann beten Sie, dass die Menschen zur Einsicht kommen und sich für den Erhalt der Schöpfung einsetzen.
Johannes Varelmann aus Wertheim von der katholischen Kirche.
Vieles in dem Film kommt einem bekannt vor, trotzdem ist die Gesamtheit der Fakten in Al Gores Vortrag erschütternd. Bei einem Diagramm, das die voraussichtliche Entwicklung des Kohlendioxidgehaltes in unserer Atmosphäre darstellen soll, muss Gore seine Leinwand nach oben erweitern, damit die steile Aufwärtskurve darauf passt – er fährt auf einer Hebebühne nach oben, um den zu erwartenden Wert aus dem Jahr 2050 noch anzeigen zu können. Sehr drastisch zeigen Bilder, wie verschiedene Gletscher 1970 ausgesehen haben, und wie wenig heute noch davon übrig ist. Mir war vor diesem Film nicht bewusst, welche Folgen der Gletscherschwund für die Wasserversorgung zum Beispiel in Asien haben wird, wo Millionen von Menschen ihren Bedarf aus Flüssen decken, die in Himalaya-Gletschern entspringen. Was da auf uns, vor allem aber auf unsere Kinder zukommt, ist schrecklich. Wir dürfen aber– und das ist die positive Botschaft des Films – nicht in Verzweiflung fallen, wie es Menschen oft geht, wenn sie zwar ein Problem erkannt haben, aber keine Kraft finden, etwas dagegen zu tun. Das können wir nämlich – macht Gore Mut – wir haben alle Mittel in der Hand. Wenn wir alle die bekannten Tipps anwenden und nur ein klein wenig CO2-Ausstoß im Straßenverkehr oder bei unserer Heizung einsparen und vielleicht auch noch etwas weniger Strom verbrauchen, können wir die steile Kurve erheblich abflachen.
Der Film hat mir bewusst gemacht, wie sehr alles auf der Welt zusammenspielt, und wie sehr auch ich in diesem Spiel gefragt bin. Und nicht zuletzt fühle ich mich als Christ durch Gore in die Pflicht genommen. Denn im Abspann des Films ist neben vielen konkreten Umweltschutztipps zu lesen: Wenn Sie an die Kraft des Gebetes glauben, dann beten Sie, dass die Menschen zur Einsicht kommen und sich für den Erhalt der Schöpfung einsetzen.
Johannes Varelmann aus Wertheim von der katholischen Kirche.



