SWR4 Abendgedanken B-W
Woche vom 02.03.2008 bis 08.03.2008 
Jesus mit seinen Jünger beim Abendmahl
Freitag, 07. März 2008
Mit einem Stück Brot stillen wir unseren ersten Hunger, ein Schluck Wein tut uns gut. Es ist eine Kunst, aus dem Getreide des Ackers und aus den Trauben des Weinstocks Brot und Wein zu machen. Brot und Wein sind mehr als etwas zum Essen und Trinken. Brot und Wein sind Ursymbole für Leben.
Im Schweiß seines Angesichts soll der Mensch sein Brot essen, steht in der Bibel – aber auch, dass Gott Wein auf der Erde wachsen lässt, um das Herz des Menschen zu erfreuen.
Brot und Wein sind Zeichen der Mühe und der Freude am Leben. Beides ist nahe bei einander. Beides gehört zusammen. Beim letzten Abendmahl vertieft Jesus den Symbolcharakter von Brot und Wein. Er deutet sie als seinen Leib und sein Blut. Zum Andenken an ihn sollen seine Jünger Brot und Wein teilen und ihn dabei zeichenhaft, anschaulich und gegenwärtig erfahren. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“ – heißt es im Gottesdienst.
Auch wenn es uns einmal nicht so gut geht und wenn das Leben schwer und mühsam wird, … Gott ist da, er lindert Not und stärkt uns wie das tägliche Brot. Und wenn es uns gut geht, wenn freudige Ereignisse das Leben und das Herz leichter machen … Gott ist da, erfrischend und stärkend wie ein Gläschen Wein. Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, sich auf den Glauben und das Leben zu besinnen.
Im Schweiß seines Angesichts soll der Mensch sein Brot essen, steht in der Bibel – aber auch, dass Gott Wein auf der Erde wachsen lässt, um das Herz des Menschen zu erfreuen.
Brot und Wein sind Zeichen der Mühe und der Freude am Leben. Beides ist nahe bei einander. Beides gehört zusammen. Beim letzten Abendmahl vertieft Jesus den Symbolcharakter von Brot und Wein. Er deutet sie als seinen Leib und sein Blut. Zum Andenken an ihn sollen seine Jünger Brot und Wein teilen und ihn dabei zeichenhaft, anschaulich und gegenwärtig erfahren. „Deinen Tod, o Herr, verkünden wir und deine Auferstehung preisen wir, bis du kommst in Herrlichkeit“ – heißt es im Gottesdienst.
Auch wenn es uns einmal nicht so gut geht und wenn das Leben schwer und mühsam wird, … Gott ist da, er lindert Not und stärkt uns wie das tägliche Brot. Und wenn es uns gut geht, wenn freudige Ereignisse das Leben und das Herz leichter machen … Gott ist da, erfrischend und stärkend wie ein Gläschen Wein. Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, sich auf den Glauben und das Leben zu besinnen.
Jesus und der Blinde
Donnerstag, 06. März 2008
Kinder spielen gerne „Blinde Kuh“. Dass dieses Kinderspiel alles andere als ein Kinderspiel ist, wurde mir bei einem Selbsterfahrungskurs bewusst. Es standen Stühle quer im Raum. Um mit verbundenen Augen ja nicht anzustoßen, wagten die Teilnehmer keinen Schritt. Selbst als andere mir ihre Hand zur Hilfe gaben, blieb ich verkrampft und konnte nicht loslassen.
Im Evangelium heilt Jesus Blinde. Das war revolutionär. Denn nach damaliger Vorstellung galten Kranke als von Gott bestrafte und verstoßene Menschen. So wurden sie von den Zeitgenossen entsprechend behandelt.
Jesus geht anders mit ihnen um. Er öffnet ihnen die Augen, selbst am heiligen Sabbattag, an dem man nicht heilen darf. Doch bei Jesus ist immer Zeit zum Heilen.
Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, sich der eigenen Blindheit zu stellen und sich davon befreien zu lassen. Mein Blick auf den Nächsten ist getrübt von Vorurteilen. Wer Kollegin oder Mitarbeiter ist, in dem sehe ich die Konkurrentin oder den Konkurrent, der mir die nächste Gehaltsklasse streitig macht. Bei meinem Ehepartner sehe ich so viele Fehler, die mich veranlassen zu kritisieren, zu nörgeln und zu tadeln, während ich für mich aufbauendes Lob und Anerkennung erwarte.
Jesus öffnet den Menschen die Augen. Er gibt auch mir den klaren und unverstellten Blick auf meine Mitmenschen und auf mich selbst. Wenn ich mir die Binde der Vorurteile von der Seele nehmen lasse, finde ich zur Wahrheit und Klarheit. Das macht frei. Ich kann menschlich mit mir umgehen. Ich kann die eigenen Fehler und Schwächen zulassen und großzügiger werden. Was mir recht ist, das ist meinem Nächsten billig und das tut uns beiden gut. Ich wünsche uns in der 40tägigen Fastenzeit eine offenen Blick für einander – und ein wenig Barmherzigkeit.
Im Evangelium heilt Jesus Blinde. Das war revolutionär. Denn nach damaliger Vorstellung galten Kranke als von Gott bestrafte und verstoßene Menschen. So wurden sie von den Zeitgenossen entsprechend behandelt.
Jesus geht anders mit ihnen um. Er öffnet ihnen die Augen, selbst am heiligen Sabbattag, an dem man nicht heilen darf. Doch bei Jesus ist immer Zeit zum Heilen.
Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, sich der eigenen Blindheit zu stellen und sich davon befreien zu lassen. Mein Blick auf den Nächsten ist getrübt von Vorurteilen. Wer Kollegin oder Mitarbeiter ist, in dem sehe ich die Konkurrentin oder den Konkurrent, der mir die nächste Gehaltsklasse streitig macht. Bei meinem Ehepartner sehe ich so viele Fehler, die mich veranlassen zu kritisieren, zu nörgeln und zu tadeln, während ich für mich aufbauendes Lob und Anerkennung erwarte.
Jesus öffnet den Menschen die Augen. Er gibt auch mir den klaren und unverstellten Blick auf meine Mitmenschen und auf mich selbst. Wenn ich mir die Binde der Vorurteile von der Seele nehmen lasse, finde ich zur Wahrheit und Klarheit. Das macht frei. Ich kann menschlich mit mir umgehen. Ich kann die eigenen Fehler und Schwächen zulassen und großzügiger werden. Was mir recht ist, das ist meinem Nächsten billig und das tut uns beiden gut. Ich wünsche uns in der 40tägigen Fastenzeit eine offenen Blick für einander – und ein wenig Barmherzigkeit.
Jesus am Brunnen
Mittwoch, 05. März 2008
Ich möchte Sie mitnehmen zu einem Brunnen. Sieger Köder, Pfarrer und Künstler, hat ihn für seine Bibelausgabe gemalt. Ein gemauerter Schacht, am oberen Rand sitzt eine Frau. Sie schaut hinab auf die Wasserfläche und erblickt ihr Spiegelbild.
Der Blick in den Brunnen wird zum Blick ins eigene Wesen, in die eigene Seele. Das will der Maler darstellen. Davon erzählt in der Bibel die Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen. Jesus bittet sie um einen Schluck Wasser. Als Samariterin weist sie den Juden entrüstet ab. Doch er verwickelt sie in ein Gespräch nach der Quelle ihres Lebens. Wort um Wort erkennt die Frau sich selber und ihr Gegenüber. Er hat ihr geholfen, ihr bisheriges Leben versöhnt anzusehen.
Die Stunde am Brunnen wird zur Stunde der Erkenntnis – der Erkenntnis über sich selbst und über den, der die Quelle des Lebens ist. Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, in den Brunnen des eigenen Lebens zu blicken. Sich dort sehen, sich dort erkennen, sich der unverhüllten Wahrheit des eigenen Lebens stellen. „Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe“ – so bricht es aus der Samariterin heraus. Ihr Leben war bisher kein Tugendpfad: „Sieben Männer hattest du … und der, den du jetzt hast, ist auch nicht dein Mann!“
Die Wahrheit, von Jesus im Gespräch liebevoll auf den Punkt gebracht, macht frei, so belastend eine Lebensgeschichte auch sein kann. Der Blick in die Tiefen der eigenen Seele und das Gespräch mit dem, der mehr von mir weiß – das kann zum Wendepunkt eines Lebens werden. Die Szene am Brunnen ist eine Ermunterung zur Selbsterkenntnis. Die 40tägige Fastenzeit lädt dazu ein.
Der Blick in den Brunnen wird zum Blick ins eigene Wesen, in die eigene Seele. Das will der Maler darstellen. Davon erzählt in der Bibel die Geschichte von der Frau am Jakobsbrunnen. Jesus bittet sie um einen Schluck Wasser. Als Samariterin weist sie den Juden entrüstet ab. Doch er verwickelt sie in ein Gespräch nach der Quelle ihres Lebens. Wort um Wort erkennt die Frau sich selber und ihr Gegenüber. Er hat ihr geholfen, ihr bisheriges Leben versöhnt anzusehen.
Die Stunde am Brunnen wird zur Stunde der Erkenntnis – der Erkenntnis über sich selbst und über den, der die Quelle des Lebens ist. Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, in den Brunnen des eigenen Lebens zu blicken. Sich dort sehen, sich dort erkennen, sich der unverhüllten Wahrheit des eigenen Lebens stellen. „Er hat mir alles gesagt, was ich getan habe“ – so bricht es aus der Samariterin heraus. Ihr Leben war bisher kein Tugendpfad: „Sieben Männer hattest du … und der, den du jetzt hast, ist auch nicht dein Mann!“
Die Wahrheit, von Jesus im Gespräch liebevoll auf den Punkt gebracht, macht frei, so belastend eine Lebensgeschichte auch sein kann. Der Blick in die Tiefen der eigenen Seele und das Gespräch mit dem, der mehr von mir weiß – das kann zum Wendepunkt eines Lebens werden. Die Szene am Brunnen ist eine Ermunterung zur Selbsterkenntnis. Die 40tägige Fastenzeit lädt dazu ein.
Alles klar … und doch wieder nicht!
Dienstag, 04. März 2008
Ich möchte Sie mitnehmen auf den Berg Tabor im Heiligen Land. Vielleicht waren Sie schon dort. Nach steilem Aufstieg erreicht man auf der Bergspitze Kirche und Kloster der Verklärung. „Hier ist gut sein! Hier lasst uns Hütten bauen!“ Diesen Satz aus der Bibel spricht man unwillkürlich, wenn man an diesen Pilgerort im Heiligen Land kommt. So ging es auch den Freunden Jesu, als der Meister sie mitnahm auf diesen hohen Berg. Berge sind Orte, wo Menschen das Größere suchen und sich dem Göttlichen näher fühlen. 40 Tage war Mose auf dem Berg. Gott sprach mit ihm über die Zukunft des Volkes Israel und vertraute ihm die Führung an. So begeistert und angetan war Mose von der Gottesbegegnung, dass sein Gesicht wie die Sonne leuchtete.
Ähnlich geht es den Freunden Jesu. Sie erleben ihren Meister im Gespräch mit den Propheten Mose und Elia. Sie stehen für die religiösen Traditionen Israels. Eine Stimme aus dem Himmel offenbart ihnen das Geheimnis der Person Jesu: „Dieser ist mein geliebter Sohn“. Den Begleitern mag das alles wie ein Traum sein. Sie erleben Klarheit. Ihre Fragen sind beantwortet. Was sie nur in etwa ahnten, das dürfen sie schauen und erleben. Kein Wunder, dass sie diese Stunde auf dem Berg Tabor festhalten möchten.
Doch der Weg mit Jesus führt sie wieder hinab ins Tal. Niemand sollen sie erzählen, was sie erlebt haben. Dass sie ihn nicht verstanden haben, erzählt die Bibel später. Denn gerade die drei, die mit ihm auf dem Berg waren, schlafen, als er sie bittet, mit ihm zu wachen und zu beten.
Wir kennen solche „Taborstunden“ in unserem Leben. Da ist uns vieles klar, eindeutig. Es muss so sein. So ist es gut und richtig. Doch wenn es darauf ankommt, ist alles weg. Das heißt aber nicht, dass das alles eine Luftspiegelung war. Auf die Höhepunkte im Leben sollen wir uns einlassen, um die Tiefpunkte zu bestehen. So zeigt es uns der Weg Jesu. Die 40tägige Fastenzeit lädt uns ein, diesen Weg zu gehen.
Ähnlich geht es den Freunden Jesu. Sie erleben ihren Meister im Gespräch mit den Propheten Mose und Elia. Sie stehen für die religiösen Traditionen Israels. Eine Stimme aus dem Himmel offenbart ihnen das Geheimnis der Person Jesu: „Dieser ist mein geliebter Sohn“. Den Begleitern mag das alles wie ein Traum sein. Sie erleben Klarheit. Ihre Fragen sind beantwortet. Was sie nur in etwa ahnten, das dürfen sie schauen und erleben. Kein Wunder, dass sie diese Stunde auf dem Berg Tabor festhalten möchten.
Doch der Weg mit Jesus führt sie wieder hinab ins Tal. Niemand sollen sie erzählen, was sie erlebt haben. Dass sie ihn nicht verstanden haben, erzählt die Bibel später. Denn gerade die drei, die mit ihm auf dem Berg waren, schlafen, als er sie bittet, mit ihm zu wachen und zu beten.
Wir kennen solche „Taborstunden“ in unserem Leben. Da ist uns vieles klar, eindeutig. Es muss so sein. So ist es gut und richtig. Doch wenn es darauf ankommt, ist alles weg. Das heißt aber nicht, dass das alles eine Luftspiegelung war. Auf die Höhepunkte im Leben sollen wir uns einlassen, um die Tiefpunkte zu bestehen. So zeigt es uns der Weg Jesu. Die 40tägige Fastenzeit lädt uns ein, diesen Weg zu gehen.
Jesus in der Wüste
Montag, 03. März 2008
Ich möchte Sie mitnehmen in die Wüste … in die Gegend zwischen Jerusalem und dem Toten Meer. Vielleicht waren Sie schon dort. Je weiter man sich von der Großstadt entfernt, umso mehr wächst die Wüste. Nackter Boden, soweit das Auge reicht. Kein Baum, kein Strauch, ganz wenig Gras, Steine und Boden. Beeindruckend für jeden, der nur noch Beton und Asphalt um sich hat. Und je karger die Landschaft, umso stiller die Umgebung.
In dieser Gegend hat sich Jesus auf sein öffentliches Wirken vorbereitet. In der Stille der Wüste brachen in ihm Fragen über seinen Auftrag und seine Zukunft auf. Verführerische Vorstellungen meldeten sich in ihm: Aus Steinen Brot machen, um Hunger zu stillen? Ein Schauwunder abziehen, um die Massen zu gewinnen? Sich die ganze Welt schenken lassen … warum nicht?
Jesus ist solchen Versuchungen nicht erlegen, sagt die Bibel. Er wollte sich nicht über Gott stellen. Er wollte den Weg der täglichen kleinen Schritte gehen. Darin sah er seine Sendung. Darin sah er den Willen seines Vaters.
Verführerische Vorstellungen können sich melden, wenn die Herzen leer und die Alltage farblos sind, wenn sich Hilflosigkeit in Krankheit und Alter einstellt. Warum dann noch am Glauben dran bleiben? Warum die Gebote beachten? Warum Versprochenes festhalten? Es nicht zu tun, - das würde doch unser Leben leichter, bequemer und einfacher machen.
Der Blick auf Jesus lehrt mich, dass der Weg des geringsten Widerstandes zwar verführerisch und bequem ist. Doch er führt ins Leere. Sich Gott anvertrauen, zu ihm „dein Wille geschehe“ sagen, das ist der Weg Jesu. Mit ihm können auch wir zu Gott finden. Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, diesen Weg zu gehen.
In dieser Gegend hat sich Jesus auf sein öffentliches Wirken vorbereitet. In der Stille der Wüste brachen in ihm Fragen über seinen Auftrag und seine Zukunft auf. Verführerische Vorstellungen meldeten sich in ihm: Aus Steinen Brot machen, um Hunger zu stillen? Ein Schauwunder abziehen, um die Massen zu gewinnen? Sich die ganze Welt schenken lassen … warum nicht?
Jesus ist solchen Versuchungen nicht erlegen, sagt die Bibel. Er wollte sich nicht über Gott stellen. Er wollte den Weg der täglichen kleinen Schritte gehen. Darin sah er seine Sendung. Darin sah er den Willen seines Vaters.
Verführerische Vorstellungen können sich melden, wenn die Herzen leer und die Alltage farblos sind, wenn sich Hilflosigkeit in Krankheit und Alter einstellt. Warum dann noch am Glauben dran bleiben? Warum die Gebote beachten? Warum Versprochenes festhalten? Es nicht zu tun, - das würde doch unser Leben leichter, bequemer und einfacher machen.
Der Blick auf Jesus lehrt mich, dass der Weg des geringsten Widerstandes zwar verführerisch und bequem ist. Doch er führt ins Leere. Sich Gott anvertrauen, zu ihm „dein Wille geschehe“ sagen, das ist der Weg Jesu. Mit ihm können auch wir zu Gott finden. Die 40tägige Fastenzeit ist eine Einladung, diesen Weg zu gehen.

