Manuskripte

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Woche vom 17.06.2007 bis 23.06.2007




Wolf-Dieter Steinmann

Von Wolf-Dieter Steinmann, Ettlingen, Evangelische Kirche

Jesaja 55,1-5

Sonntag, 17. Juni 2007     [Druckversion]

Auf, die ihr durstig seid, kommt alle zum Wasser! Und die ihr kein Geld habt. Kommt her, kauft und esst! Kauft ohne Geld und umsonst Wein und Milch! Warum zählt ihr Geld ab, ohne Brot zu bekommen, und euren sauren Verdienst, ohne satt zu werden ? Hört doch auf mich. Neigt eure Ohren her.. Hört und ihr werdet leben!

Stellen Sie sich folgendes vor: Ein richtig heißer Sommertag. Über 30 Grad. Zwei Jungs machen eine Radtour. Alles ist wunderbar. Bloß, Sie haben nichts mehr zu trinken. Und einen irren Durst. ‚Jetzt ne große Flasche Cola.’ Endlich ein Kiosk. Aber ihr Geld reicht nicht für die Literflasche. Missmutig, verschwitzt, durstig fahren sie weiter. - Einen klaren Bach entlang. Aber weil jeder dem anderen vorwirft, dass der andere nicht genug Geld mitgenommen hat, hören und sehen sie nichts davon. Und wahrscheinlich wär ihnen das Wasser auch nicht gut genug gewesen.
So was gibt es nicht, sagen Sie. So blind und taub sind nicht mal moderne Großstadtkinder.
Doch, so können Menschen sein. Behauptet die Bibel, an vielen Stellen. Nicht nur Kids, sondern auch Erwachsene. Menschen können das Kostbarste fürs Leben übersehen und überhören, obwohl es das vielleicht für umme gibt. Weil sie so gefangen sind in dem, was ihnen fehlt und weil sie meinen, nur das ist was wert, was Geld kostet.
Passiert mir das auch? Dass ich zu sehr aufs Geld konzentriert bin, aufs verdienen, aufs sparen und ausgeben und darauf, dass ich immer mehr davon haben könnte. Und Sie, geht es Ihnen auch so wie den beiden Jungs?
Die Bibel hat ja schon recht: Vieles, was im Leben kostbar ist und von dem ich lebe oder leben könnte, gibt es ohne Geld: Luft zum atmen, Zeit von und für Menschen, damit wir das Leben teilen. Wenn wir einander Augen und Ohren liebevoll zuwenden. Und dann mitkriegen, wo die anderen der Schuh drückt oder uns helfen einander wieder zu verstehen. Uns trösten, einander Hoffnung und Mut machen, uns was Gutes und Liebes sagen. Gute Worte kann man nicht kaufen, es gibt sie sogar umsonst. Behauptet zB. Jesaja, der Prophet und erinnert eindringlich:
„Hört auf mich, sagt Gott. Hört auf mich. Neigt eure Ohren her und kommt her zu mir! Hört und ihr werdet leben!
Und dann fügt Jesaja so ein Wort von Gott hinzu, von dem man wirklich leben kann, wie ich finde: Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein! (Jes 43,1). Per E-Mail empfehlen