SWR4 Abendgedanken B-W

Von Martin Denger, Karlsruhe, Katholische Kirche
Josefstag
Freitag, 19. März 2010
Was ist nur aus Jesus geworden? Im Evangelium ist er ein mutiger Mann, der vieles in Frage stellt und offen seine Meinung sagt. Die Folge:er bringt viele Menschen gegen sich auf. Er ist so unbequem, dass man ihn schließlich ans Kreuz nagelt.
Was ich aber heute so über Jesus höre, scheint eher das Gegenteil zu sein. Jesus wird als netter Typ mit langen Haaren beschrieben, der keiner Fliege etwas zuleide tut. Jesus ist in unserer Wahrnehmung ziemlich harmlos geworden.
So ging es schon vielen Männern und Frauen aus der Bibel. Ihre Ecken und Kanten wurden glattgeschliffen und übrig blieben rührselige Gestalten, die Langeweile verbreiten.
Heute feiert die katholische Kirche traditionell den Josefstag. Der heilige Josef hat ebenfalls eine erfolgreiche Karriere zum Langweiler hinter sich. Ich sehe ihn direkt vor mir: Milde lächelnd steht er neben Maria an der Krippe. Ein fürsorglicher Ehemann, den kein Wässerchen trüben kann. Im Evangelium wird Josef anders geschildert. Er war verlobt mit Maria, die plötzlich schwanger wurde. Aber nicht von ihm. Im Evangelium nach Matthäus hat Josef daraufhin vor, sich von ihr zu trennen. Josef stelle ich mir hier als Mann vor, der mit sich gekämpft hat. Er hätte Maria nach damaligem Recht auch steinigen lassen können. Er hätte sie vor allen Leuten bloßstellen können. Doch ein Engel befiehlt ihm, Maria zu sich zu nehmen.
Und das tut er tatsächlich. Später muss Josef mit Frau und Sohn nach Ägypten fliehen, weil Herodes das neugeborene Jesuskind töten will.
All das hört sich für mich nach einer ganzen Reihe von Krisen und Konflikten an. Wenn ich das Matthäus-Evangelium lese, stelle ich mir Josef ausgesprochen zupackend und mutig vor. Trotzdem werden gerade Maria und Josef mit Jesus oft als Idealfamilie dargestellt. Als ob es bei dieser Familie nur harmonisch zuging.
In der Bibel aber muss Josef harte Prüfungen überstehen und wächst über sich hinaus, als er sich mit Gott einlässt. Josef sieht an der Krippe immer etwas verträumt aus. Müsste er nach all den Strapazen nicht müde und kaputt sein? Müsste er nicht ein sorgenvolles Gesicht haben, wie es mit der Familie weitergehen soll? Er könnte auch zweifelnd schauen, was es mit diesem Kind denn nun wirklich auf sich hat.
Ob nun Josef, Maria oder Jesus – ihre Lebensgeschichte ist viel aufregender als es oft erscheint. Am besten, sie nehmen die Bibel selbst zur Hand und schlagen nach – da gibt es viel über vermeintliche Langweiler zu entdecken.
Was ich aber heute so über Jesus höre, scheint eher das Gegenteil zu sein. Jesus wird als netter Typ mit langen Haaren beschrieben, der keiner Fliege etwas zuleide tut. Jesus ist in unserer Wahrnehmung ziemlich harmlos geworden.
So ging es schon vielen Männern und Frauen aus der Bibel. Ihre Ecken und Kanten wurden glattgeschliffen und übrig blieben rührselige Gestalten, die Langeweile verbreiten.
Heute feiert die katholische Kirche traditionell den Josefstag. Der heilige Josef hat ebenfalls eine erfolgreiche Karriere zum Langweiler hinter sich. Ich sehe ihn direkt vor mir: Milde lächelnd steht er neben Maria an der Krippe. Ein fürsorglicher Ehemann, den kein Wässerchen trüben kann. Im Evangelium wird Josef anders geschildert. Er war verlobt mit Maria, die plötzlich schwanger wurde. Aber nicht von ihm. Im Evangelium nach Matthäus hat Josef daraufhin vor, sich von ihr zu trennen. Josef stelle ich mir hier als Mann vor, der mit sich gekämpft hat. Er hätte Maria nach damaligem Recht auch steinigen lassen können. Er hätte sie vor allen Leuten bloßstellen können. Doch ein Engel befiehlt ihm, Maria zu sich zu nehmen.
Und das tut er tatsächlich. Später muss Josef mit Frau und Sohn nach Ägypten fliehen, weil Herodes das neugeborene Jesuskind töten will.
All das hört sich für mich nach einer ganzen Reihe von Krisen und Konflikten an. Wenn ich das Matthäus-Evangelium lese, stelle ich mir Josef ausgesprochen zupackend und mutig vor. Trotzdem werden gerade Maria und Josef mit Jesus oft als Idealfamilie dargestellt. Als ob es bei dieser Familie nur harmonisch zuging.
In der Bibel aber muss Josef harte Prüfungen überstehen und wächst über sich hinaus, als er sich mit Gott einlässt. Josef sieht an der Krippe immer etwas verträumt aus. Müsste er nach all den Strapazen nicht müde und kaputt sein? Müsste er nicht ein sorgenvolles Gesicht haben, wie es mit der Familie weitergehen soll? Er könnte auch zweifelnd schauen, was es mit diesem Kind denn nun wirklich auf sich hat.
Ob nun Josef, Maria oder Jesus – ihre Lebensgeschichte ist viel aufregender als es oft erscheint. Am besten, sie nehmen die Bibel selbst zur Hand und schlagen nach – da gibt es viel über vermeintliche Langweiler zu entdecken.

