SWR4 Abendgedanken B-W

Von Martin Denger, Karlsruhe, Katholische Kirche
Eigentlich bin ich ganz anders
Dienstag, 01. September 2009
Guten Abend
„Eigentlich bin ich ganz anders – nur komme ich so selten dazu.“ Dieser Satz begleitet mich seit einiger Zeit. Er stammt von Ödön von Horvath.
„Eigentlich bin ich ganz anders – nur komme ich so selten dazu.“ Ich weiß nicht, wie es ihnen geht. Bei mir ist es jedenfalls oft so, dass ich denke: Eigentlich weiß ich doch längst, worauf es im Leben ankommt, wie ich eigentlich sein will – und dann verhalte ich mich doch wieder anders.
Anstatt zu überlegen: Wie mache ich das jetzt? Was ist meine Art? Versuche ich fremden Erwartungen zu entsprechen.
Dabei tut es richtig gut, zu erfahren: In dem Moment war ich ganz ich selbst – unverstellt und unverkrampft. Manchmal haben mich dann sogar Leute angesprochen und verwundert gesagt: Heute warst Du aber ganz anders als sonst.
„Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.“ Dieser Satz hat erst einmal nichts mit dem Glauben an Jesus Christus zu tun. Die Sehnsucht danach, so zu sein, wie man wirklich ist, begegnet uns an vielen Stellen: Dieser Satz könnte auch für ein Selbsterfahrungsseminar stehen.
Was hilft mir, so zu leben, so zu sein, wie es mir entspricht? Reicht es aus, wenn ich mir vornehme, ein anderer Mensch zu sein? Der Trend in unserer Gesellschaft – so nehme ich es zumindest wahr – geht dahin zu sagen: Ja, sei einfach du selbst und alles wird gut. Erfinde dich selbst, gestalte dich selbst, entdecke dich selbst!
Ein großer Unterschied fällt mir auf, wenn ich dann an den christlichen Glauben denke. Da begegnet mir in den Worten Jesu die Botschaft: „Entdecke, dass du mehr bist als du selbst. Entdecke, dass du mehr in dir trägst, als dein eigenes Ich.“
Jesus zeigt mir: Du bist ein Kind Gottes, mit Gott verbunden von Anfang an. Du musst nicht alles selbst erfinden und machen, sondern kannst entdecken, dass es etwas gibt, das weit über dich hinausgeht. Und die Kraft, die ich dann in mir entdecke, nennt die christliche Tradition den „Heiligen Geist“. Der Heilige Geist ist es, der mir hilft, so zu sein, wie ich wirklich bin.
Eigentlich bin ich ganz anders – eigentlich bin ich bereits von Gott geliebt. Brauche gar nicht jeden Tag zu beweisen, dass mein Leben einen Sinn hat. Brauche mich nicht selbst zu erfinden, sondern darf entdecken, was in mir steckt. Welchen Reichtum Gott mir von Anfang an mitgegeben hat.
„Eigentlich bin ich ganz anders – nur komme ich so selten dazu.“ Dieser Satz begleitet mich seit einiger Zeit. Er stammt von Ödön von Horvath.
„Eigentlich bin ich ganz anders – nur komme ich so selten dazu.“ Ich weiß nicht, wie es ihnen geht. Bei mir ist es jedenfalls oft so, dass ich denke: Eigentlich weiß ich doch längst, worauf es im Leben ankommt, wie ich eigentlich sein will – und dann verhalte ich mich doch wieder anders.
Anstatt zu überlegen: Wie mache ich das jetzt? Was ist meine Art? Versuche ich fremden Erwartungen zu entsprechen.
Dabei tut es richtig gut, zu erfahren: In dem Moment war ich ganz ich selbst – unverstellt und unverkrampft. Manchmal haben mich dann sogar Leute angesprochen und verwundert gesagt: Heute warst Du aber ganz anders als sonst.
„Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu.“ Dieser Satz hat erst einmal nichts mit dem Glauben an Jesus Christus zu tun. Die Sehnsucht danach, so zu sein, wie man wirklich ist, begegnet uns an vielen Stellen: Dieser Satz könnte auch für ein Selbsterfahrungsseminar stehen.
Was hilft mir, so zu leben, so zu sein, wie es mir entspricht? Reicht es aus, wenn ich mir vornehme, ein anderer Mensch zu sein? Der Trend in unserer Gesellschaft – so nehme ich es zumindest wahr – geht dahin zu sagen: Ja, sei einfach du selbst und alles wird gut. Erfinde dich selbst, gestalte dich selbst, entdecke dich selbst!
Ein großer Unterschied fällt mir auf, wenn ich dann an den christlichen Glauben denke. Da begegnet mir in den Worten Jesu die Botschaft: „Entdecke, dass du mehr bist als du selbst. Entdecke, dass du mehr in dir trägst, als dein eigenes Ich.“
Jesus zeigt mir: Du bist ein Kind Gottes, mit Gott verbunden von Anfang an. Du musst nicht alles selbst erfinden und machen, sondern kannst entdecken, dass es etwas gibt, das weit über dich hinausgeht. Und die Kraft, die ich dann in mir entdecke, nennt die christliche Tradition den „Heiligen Geist“. Der Heilige Geist ist es, der mir hilft, so zu sein, wie ich wirklich bin.
Eigentlich bin ich ganz anders – eigentlich bin ich bereits von Gott geliebt. Brauche gar nicht jeden Tag zu beweisen, dass mein Leben einen Sinn hat. Brauche mich nicht selbst zu erfinden, sondern darf entdecken, was in mir steckt. Welchen Reichtum Gott mir von Anfang an mitgegeben hat.

