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Pfarrer Joachim Sohn

Von Pfarrer Joachim Sohn, Altkatholische Kirche

„Freude“

Donnerstag, 04. Februar 2016     [Druckversion]

 

In meinem Wohnort Furtwangen ist jetzt schon viel los und in vielen anderen Orten des Sendegebietes auch. Die Stadtkapelle zieht durch den Ort. Sie weckt die Menschen mit Musik, damit sie den wichtigsten Tag der Fasnet nicht verschlafen. Bei der schwäbisch-alemannischen Fasnet ist der g´schmutzige Dunschtig, der Haupttag. Die Narren ziehen in ihrem Häs durch die Straßen und wünschen sich, dass ihre Freude auf alle Menschen überspringt. Sie befreien die Schüler vom Unterricht und organisieren farbenprächtige Umzüge.

Wenn dann die Musikkapellen den Narrenmarsch spielen und der Klang der großen Trommel durch Mark und Bein geht, dann kann ich nicht stillstehen, sondern wippe mit, dann sieht man die Freude auf den Gesichtern der Zuschauer. Gerne wuscheln die Narren ihnen noch durch die Haare oder die Hexen necken sie. So bringen sie auch ein Lachen in die Gesichter.

Auch ich gebe diese Freude weiter, wenn ich meine Predigt am Sonntag in Reimen halte.

Das Lachen und die Freude sind für uns Christen grundlegend, denn wir sind erlöst worden durch Jesus Christus. In der Bibel ist immer wieder von Freude die Rede, insgesamt 319 Mal kommt der Begriff in der Einheitsübersetzung vor.

Wenn ich an Fasnet und die Freude denke, dann fallen mir besonders zwei Sätze aus der Bibel ein.

Im Alten Testament steht im Buch Nehemia: Die Freude an Gott ist unsere Kraft. (Neh 8,10).

Dass die Freude an Gott mir Kraft gibt, spüre ich jeden Tag, wenn ich bete, wenn ich die schöne Natur sehe. Da fängt es in mir an zu leuchten und zu strahlen, und auch meine Augen und mein Gesicht zeigen diese Freude.

Welche Kraft Freude hat bestätigt der Apostel Paulus: Freut euch im Herrn zu jeder Zeit, noch einmal sage ich: Freut euch. (Phil 4,4)

Als er diese Worte geschrieben hat, war er im Gefängnis, nicht gerade ein Ort der Freude. Aber er hat auf Gott vertraut. Das hat ihm Kraft gegeben, auch dort von der Freude zu schreiben.

Viele Menschen haben schon lange auf den heutigen Tag gewartet. Ihnen wünsche ich fröhlich-freudige Fasnettage.

Und den anderen, die sich in diesen Tagen genervt fühlen von der Fasnet, weil sie ihre Ruhe haben wollen, wünsche ich ebenfalls Freude und auch Geduld. Am nächsten Mittwoch ist die Fasnet dann nämlich wieder vorbei.

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